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Autor Thema: Um welches Material handelt es sich hier? / Fayalitschlacke  (Gelesen 2017 mal)

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Offline Goldfinger84

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Hallo alle zusammen,

Ich bin neu hier, kenne mich mit der Materie nur sparsam aus und hoffe Ihr könnt mich aufklären. Bei einem Wald Spaziergang bin ich, wie auf das in den Bildern zu sehende Objekt gestoßen. Dieses Material hab ich in meiner Gegend noch nie gesehen. In der Fundgegend gibt es im umkreis von ca 50 -100Km +- weder Abbaugebiete noch Verarbeitungsstätten zumal das Waldgebiet auch sehr alt ist. Ich habe das Objekt mitgenommen und zu Hause in der Werkstatt gereinigt und diverse Tests durchgeführt. Das Objekt ist für seine Größe sehr schwer. Mit dem Hammer zersplittert das Material. Mein erster Gedanke war Meteor Metall. Das Gewicht, die Farbe und auch eine scheinbar durch hohe Temperatur entstandene glatte Oberfläche macht zunächst den Anschein. Ich habe im Internet nix vergleichbares gefunden. Ich habe nach Meteoriten, Eisenerze, Schlacke uvm. gesucht.

Meine Tests am Objekt ergaben folgendes:

Größe : 10,0 x 5,0 x 6,0cm
Gew.: 475g
Material ist anscheint ausschließlich aus Metal.
Es ist stark Magnetisch und Leitfähig.
Mit dem Digital Multimeter habe ich an sämtlichen stellen Durchgang und einen Widerstandswert von 0 Ohm.

 
« Letzte Änderung: 16 Jan 21, 13:47 von oliverOliver »

Offline felsenmammut

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Re: Um welches Material handelt es sich hier?
« Antwort #1 am: 20 Apr 20, 00:02 »
Glück Auf! Goldfinger84

willkommen im Mineralienatlas.

Vielen Dank für die schon bereitgestellten Informationen und die Bilder zu der Bestimmungsanfrage. Aber bitte teile uns noch den Fundort mit, denn siehe hier: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Einsteigerguide

Wenn Du es mit dem Hammer zersplittert hast, gibt es frische Bruchkanten. Lässt sich damit Glas ritzen?

Ich vermute mal Schlacke aus der Eisenverhüttung. Vor allem die regellosen Linien im oberen Abschnitt des Fundobjektes auf dem Bild IMG_20200419_213958.jpg sind recht typisch bei Fayalitschlacken.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Goldfinger84

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Re: Um welches Material handelt es sich hier?
« Antwort #2 am: 20 Apr 20, 00:29 »
Nabend felsenmammut,

danke für die schnelle Antwort.

Warum Glas Ritzen ??  Aber ja , mit etwas druck entstehen schon starke Kratzer.

Die Vermutung auf Schlacke habe ich auch. die Frage ist nur wie das in den Wald gelangt sein soll. Ich weiß aber auch dass Schlacke zur Befestigung von untergründen gerne verwendet wird .  Fragen über Fragen.  Der Trampelpfad im Wald ( Fundstelle ) ist jedenfalls nicht künstlich angelegt worden.

Sei mir nicht böse, aber den genauen Fundort werde ich erstmal für mich behalten so lange ich nicht 100% weis was das ist. ;)

Schlacke ist ja soweit ich weis ein Abfall Produkt der Stahlwerke und die sind 40Km entfernt!!

Ich bin auf der suche nach Fayalit Schlacke auf diesen Post gestoßen ( https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?topic=16648.0 ). Das passt schon. Wenn ich das sogar richtig kombiniere, wird dieses Material zur Befestigung des Elbe Deiches verwendet. Da werde ich mal drauf achten.
« Letzte Änderung: 20 Apr 20, 01:31 von Goldfinger84 »

Offline Harzsammler

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Re: Um welches Material handelt es sich hier?
« Antwort #3 am: 20 Apr 20, 09:40 »
Es ist stark Magnetisch und Leitfähig.
Mit dem Digital Multimeter habe ich an sämtlichen stellen Durchgang und einen Widerstandswert von 0 Ohm.
... Glückwunsch, du hast einen Supraleiter gefunden!  ;D
Nein, mit der Messung stimmt etwas nicht.

Sollte es tatsächlich ein Metall sein, dann ein Hüttenzuschlag aus der Ferro-Reihe.
Wahrscheinlicher ist jedoch fayalitische Schlacke.
Die Härte, Sprödigkeit und die kristallisierte Stelle sprechen sehr dafür.

Grüße,
Michael


Offline Fabian99

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Re: Um welches Material handelt es sich hier?
« Antwort #4 am: 20 Apr 20, 10:33 »
Sei mir nicht böse, aber den genauen Fundort werde ich erstmal für mich behalten so lange ich nicht 100% weis was das ist. ;)

Zitat aus dem Einsteigerguide:
"Als Schlusswort die fast immer richtige Antwort: „Es ist kein Dinoei“ – „Es ist kein Meteorit“ – „Es ist kein Gold“ - "Es ist kein Diamant" "

LG

Offline felsenmammut

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Re: Um welches Material handelt es sich hier?
« Antwort #5 am: 20 Apr 20, 14:59 »
Glück Auf!

Danke für den Ritztest mit dem Glas. Das bestätigt den Verdacht auf Schlacke. Der Ritztest dient der Einordnung des Fundobjektes in der Mohs Härteskala. Damit lassen sich viele Bestimmungsfragen eingrenzen.

Danke für die Fundortangaben. Die letzten Meter sind in der Regel nicht entscheidend. Aber Angaben wie "im Wald", "in unserem Garten" oder "auf dem Feldweg" schränken die Gesamtheit der in Frage kommenden terrestrischen Oberfläche der Erde kaum ein. Bei 40 km Abstand zu einem Stahlwerk ist man ja noch im inneren Einzugsgebiet für Verwendung von Schlacken. Stahlwerkschlacken sind schon lange nicht wirklich Abfallprodukte, da man zumindest soviel zusätzlichen Aufwand reinsteckt, dass sie einer Verwendung zugeführt werden können.

Auch steuerrechtlich dürften die Stahlwerkschlacken nicht als Abfall deklariert sein, sondern eben als Bei- oder Nebenprodukt, dass verkauft werden darf. Vielleicht kann ein Insider dazu mehr sagen/schreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Goldfinger84

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Re: Um welches Material handelt es sich hier?
« Antwort #6 am: 20 Apr 20, 18:50 »
@ felsenmammut,

Supi , Danke für die ausführlichen Infos. Das Fundobjekt sieht schon eigenartig cool aus und wirft viele fragen in den Raum. Um so besser wenn man als blutiger Anfänger auf eine Community trifft die sich mit sowas auskennt. Ich weis , dass da draußen viele Schätze liegen die gefunden werden wollen und auch ihren gewissen Wert haben. Das ein oder andere Material kennt man ja aber man lernt nie aus und wer nicht fragt bleibt xxxx.  Ich werde auf jeden Fall weiter meine Augen offen halten und euch fragen wenn ich nicht mehr weiter weis.  Als erstes sollte ich mich aber mit den Geologischen Aspekten in meinem Umfeld vertraut machen um eventuelle Fundorte zu lokalisieren. Dann wird es hoffentlich interessanter. Als Elektroinstallateur und Technik Nerd wundert mich die hohe Leitfähigkeit dieses Objektes und Steine leiten keinen Strom !!! Der Anteil leitfähiger Materialien muss ja ziemlich hoch sein was auch für sein hohes Gewicht spricht. Nja, jede Legierung schafft ihr eigenes Produkt. Vielleicht finde ich beim nächsten mal was schönes.

Bleibt gesund.

LG
 
« Letzte Änderung: 20 Apr 20, 19:09 von Goldfinger84 »

 

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