NachleuchtenIn diesem Beitrag möchte ich Euch nachleuchtende Fluorite vorstellen, zum einen von Pakistan zum anderen vom Pint's Quarry in Iowa. Die Lumineszenz dieser beiden Fluorite ist vom Mechanismus her grundverschieden.
Die pakistanischen Fluorite sind grün gefärbt und enthalten - wie das EDX gezeigt hatte - einige Seltenerd-Spezies, explizit genannt Samarium, Europium und Dysprosium. Zweiwertiges Samarium Sm
2+ kann die grüne Färbung von Fluorit verursachen - und (z.B. thermisch oder durch Licht angeregt) als Elektronen-Donor agieren, Sm
2+->Sm
3++e
-. Diese Elektron kann dann auf ein anderes Ion übertragen werden und dort Licht-Emission verursachen.
Dies erklärt bereits zum einen das Ausbleichen - Sm
3+färbt Fluorit nicht grün - und ist zum anderen der Mechanismus, der für persistente Lumineszenz verantwortlich ist.
Hier die Bilder. Bei Weisslicht erscheint der rechte Fluorit grün, er wurde im Dunkeln aufbewahrt. Das linke Stück hatte ich intensiv untersucht, durch die Beleuchtung mit UV und anderem, intensivem Licht ist er ausgeblichen und erscheint nun gelblich. Bei Beleuchtung mit 365nm hingegen zeigt er deutliche Anteile der typischen blauen Emission von Eu<sup>2+</sup>. Möglicherweise waren also Eu<sup>3+</sup> der Landeplatz der Elektronen gemäß
Sm
2+->Sm
3++e
-und
Eu
3++e
-->Eu
2+Weisslicht - 365nm Anregung

Mineralienbilder: Lumineszierende Mineralien

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Das Bild unter 310nm Anregung zeigt eine deutlich grüne Emission beider Stücke, die ich noch nicht zuordnen kann, unter 255nm (anders als unter 275nm) sieht man beim linken Stück die gelbe Emission von Dy
3+ durchschlagen, die rechts von der grünen Lumineszenz überstrahlt wird. Spektroskopisch ist Dy
3+ auch dort nachweisbar.
310nm Anregung - 255nm Anregung

Mineralienbilder: Lumineszierende Mineralien

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Das grüne Nachleuchten (im letzten Bild) hält sehr lange an (mehrere Minuten), ist für das rechte Stück tatsächlich fotografierbar hell.

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Über die am Mechanismus beteiligten Ionen bin ich mir nicht hundert Prozent sicher auch wenn EDX-Daten und Spektralanalysen in die Richtung zeigen, die ich skizziert habe. Ohne aufwendige Anlysetechnik ist hier leider nicht mehr zu machen.
Ein ganz anderer Mechanismus liegt beim Stück vom Pint's Quarry vor. Dort wurden organische Moleküle in die Fluorit-Kristalle eingelagert. Diese verursachen die gelbliche bis bräunliche Färbung (root-beer fluorite) und leuchten unter UV-Beleuchtung - bei 365nm intensiv weiß.
Weisslicht - 365nm Anregung

Mineralienbilder: Lumineszierende Mineralien

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Bei 255nm bzw 310nm (hier gezeigt) bläulich. Tatsächlich wird wohl ein Teil der Moleüle insbesondere vom kurzwelligen Licht in einen Triplett-Zustand gebracht, aus dem dann (nach Abschalten der Beleuchtung) die Relaxation in den Grundzustand das grüne Nachleuchten verursacht: hier liegt also tatsächlich eine langlebige Phosphoreszenz vor.
310nm Anregung - zugehöriges Nachleuchten (Phosphoreszenz)

Mineralienbilder: Lumineszierende Mineralien

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