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Synthetische Diamanten

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SabrinaFuchs:
Hallo zusammen,

ich bin neu hier und auf der Suche nach einer Antwort. Es geht um Synthetische Diamanten. Rein chemisch betrachtet sind diese ja den natürlichen Diamanten überlegen. Preislich kosten die Dinger aus dem Labor etwa 1/10.

Wie ist die Meinung hierzu? Toll, weil sich jetzt jeder ein Original von höchster Qualität leisten kann oder eher kritisch, weil die natürlichen Diamanten mit Ihren Einschlüssen und Verfärbungen damit zu Diamanten zweiter Wahl werden obwohl sie länger existieren. Wird möglicherweise künftig das Alter den Preis entscheiden?

Viele Grüße, Sabrina




Sebastian:
Hallo,
Ich verstehe die Frage nicht.
Gruß Sebastian

HaDeS:
Hallo,

synthetische Diamanten werden, meiner Meinung nach, niemals das erreichen was natürliche Diamanten ausmacht, auch wenn sie noch so überlegen scheinen und in vielen Bereichen (nicht nur Schmuck) Anwendung finden. Natürliche Diamanten waren, sind und bleiben das non-plus-ultra. Leider ist das mit den Zertifikaten so ne Sache.

Beste Grüße

felsenmammut:
Glück Auf!

und herzlich willkommen beim Mineralienatlas.

Da die Kommunikation hier ausschließlich schriftlich erfolgt, ist es wichtig, Fragestellungen möglichst präzise zu formulieren. Du bist auf der Suche nach einer Antwort. Eine Antwort folgt häufig auf eine Frage. Und da hat man dann schon mal Auswahl, weil ja zwei Fragen formuliert wurden.

Zu der ersten Frage möchte ich vorerst nur ein paar Hinweis geben, falls die folgende Diskussion nicht in die gewünschte Richtung läuft. Woher stammt die Aussage, dass synthetische Diamanten rein chemisch betrachtet den natürlichen Diamanten überlegen wären? Was verstehst Du unter "überlegen". Egal ob synthetisch oder natürlich, in beiden Fällen besteht der Diamant aus Kohlenstoff. Und in beiden Fällen sind mehr oder weniger Verunreinigungen enthalten. Die Relevanz der Vor- und Nachteile der vielfältigen Verunreinigungen, was man dann als "überlegen" diskutieren kann, ist aber stark an die Anwendung/Verwendung gebunden. Hier wäre eine Konkretisierung notwendig, auf welche Anwendung die Diskussion abzielen soll.

Der zweiten Fragestellung gehen gefühlt einige für mich seltsam klingende Annahmen voraus. Also ich kann mir immer noch kein Original von höchster Qualität leisten, außer so einen ganz Kleinen, also niedrige Quantität, vielleicht schon. Oder De Beers und Co überschwemmen den Markt mit den Diamantreserven, um die Preise in den Keller fallen zu lassen. Natürliche Diamanten werden unter anderem nach Größe und Anzahl der Einschlüsse bewertet und da gibt es die Kategorie keine sichtbaren Einschlüsse und Trübungen. Ähnliches gilt für die Farbe, wobei gerade Farbdiamanten höhere Preise erzielen als rein farblose Diamanten. Wie ist die Aussage "obwohl sie länger existieren" zu verstehen? Mit Blick in die Vergangenheit, weil natürliche Diamanten schon etliche Jahrmillionen erlebt haben oder mit Blick in die Zukunft, weil sie vielleicht stabiler sind als synthetische Diamanten? Der Kohlenstoff im Diamanten strebt zwar ein energetisch niedrigeres Niveau an, aber zum Überwinden der atomaren Bildungen muss reichlich Energie zugeführt werden (bei Normalbedingung auf der Erdoberfläche). UV-Licht reicht aber bereits aus, um aus der Diamantenoberfläche langsam aber stetig Kohlenstoffatome herauszulösen. Dieser Effekt wird begünstigt durch eine Vielzahl von Verunreinigungen, die niedrigere atomare Bindungsenergien zum Kohlenstoff haben und damit das Herauslösen einzelner Atome erleichtern. Der Effekt ist für einige Anwendungen, z.B. in der Lasertechnik relevant, aber um sich eine Vorstellung zu machen von der Größenordnung: um ein Mikrogramm Diamant mit eine Quecksilber-UV-Lampe herauszulösen, braucht man voraussichtlich 10 Milliarden Jahre - da geht also eher die Sonne aus. Es gibt Anwendungen für Diamanten, da sind natürliche Diamanten schon lange zweite Wahl, allerdings aus anderen Gründen. Will man optische Bauteile oder Diamantwerkzeuge mit definierter geometrischer Form herstellen, werden häufig synthetische Diamanten bevorzugt. Sie sind weniger hart als natürliche Diamanten. Das erleichtert die Bearbeitung mit natürlichen Diamanten. Einschränkungen gibt es, wenn besondere optischen Eigenschaften gefordert werden.
Das Alter spielte bei Mineralien, und dazu zählen auch die natürlichen Diamanten, schon immer eine gewisse Rolle. Wobei hier weniger die Zeitdauer von der Bildung in geologischen Prozessen bis zur Inbesitznahme oder Preis-/Wertbildung gemeint ist, sondern die Historie seit Menschenbesitz des Minerals. Der Wechsel von Besitzer zu Besitzer oder Sammlung zu Sammlung und die manchmal damit einhergehenden Veränderungen sind wie ein Lebenslauf des Minerals als einzigartiges Stück. Manche Minerale haben einen langen, interessanten Lebenslauf, andere erst einen sehr kurzen Lebenslauf. Aber trotzdem stolpere ich noch bei der Frage, ob möglicherweise künftig das Alter den Preis entscheiden wird. Vielleicht gehen meine Gedanken einfach in eine andere Richtung als die erhoffte Antwort zu finden ist. Aber ich freue mich schon, die Diskussion weiter zu verfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Fabian99:
Hallo,
Das mit der Härte ist mir neu. Was mir von einigen Firmen gesagt wurde ist, dass synthetische Diamanten ein anderes Bruchverhalten haben. Naturdiamanten spalten beim läppen, synthetische brechen Stücke aus.
Wir sollten hier aber aufpassen. Bei der Herstellung gibt es mehr als ein Verfahren. Die Ergebnisse unterscheiden sich wie Naturdiamanten. Irgendwo gab es hier einen thread IMHO Rohdiamanten genannt, da lagen fast alle Bestimmungen falsch. Ein Monazit und ein Quarz hatten sich eingeschlichen.

Edit gefunden: https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,24537.0.html

Lg

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