Glück Auf!
Die Bildqualität ist grenzwertig, um hier Aragonit zu bestätigen oder Calcit zu erkennen. Im Anhang ist ein Bild mit den zwei Bereichen, die ich als Grundlage für eine Interpretation als Calcit sehen würde. Die beiden roten Linien sehen für mich wie eine Schraffierung auf einer Skalenoederfläche aus. Die Schrägstellung spräche für Calcit. Bei Aragonit sind solche Schraffierungen, wenn vorhanden, dann senkrecht zur c-Ache, wie z.B. hier:

Aragonit xx
und hier

Aragonit xx
. In dem grün eingekreisten Bereich könnte ich eine Spaltfläche hineindeuten. Diese steht auch schräg und entspricht einer Spaltrhomboederfläche, was dem Calcit zuzuordnen wäre. Aragonit zeigt keine Spaltbarkeit. Bruchflächen zeigen immer einen muscheligen, unregelmäßigen Verlauf und einen starken Glanz. Die Bildqualität reicht aber nicht aus, selbst wenn eine solche Bruchfläche auf dem Bildausschnitt wäre, sie als solche zu erkennen. Die pseudohexagonale Kristallform vom verzwillingten Aragonit ist schwer vom Calcit zu unterscheiden anhand eines Fotos. Aragoniteinzelkristalle zeigen einen zur Spitze hin immer mehr ins plattige gehenden Verlauf. Auch das ist schwer anhand eines Fotos zu erkennen.
Wasserklare, langnadelig-spitzskalenoedrische Calcitkristalle kenne ich zum Beispiel aus dem Phonolith von Ústí nad Labem. Von Hammerunterwiesenthal kenne ich Calcit nur kompakt, blockig, tafelig oder dicksäulig. Im Mikromountbereich wird er auch mal filigraner. Aber ich will auch nicht behaupten, schon alles von Hammerunterwiesenthal gesehen zu haben. Die Vielfalt der Calcite von Hammerunterwiesenthal ist schon groß, auch wenn es meistens Kombinationen aus Rhomboederflächen, sechseckigem Prisma und Basispinakoid sind mit zahlreichen Übergangsflächen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut