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Autor Thema: Strandfunde von Lanzarote  (Gelesen 1737 mal)

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Offline Manfrid

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Strandfunde von Lanzarote
« am: 16 Nov 20, 22:03 »
Hallo,
sind das Onkoide oder irgendwelche tierischen Behausungen? Sie haben keine Anwachsstelle; sehen rundherum ziemlich gleich strukturiert aus.
Danke im Voraus! -

Offline felsenmammut

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Re: Strandfunde von Lanzarote
« Antwort #1 am: 17 Nov 20, 03:41 »
Glück Auf!

eine genauere Beschreibung wäre wünschenswert. Sind die Strukturen eher verästelnd oder sind dass immerwieder etwa gleichgroße kugelförmige Stücke, die in einem größeren Agglomerat zusammenhängen? Was zeigen die Bruchstellen? Sind mehrere Schichten oder nur eine dickere Schicht zu erkennen. Ist zu erkennen, ob jeweils ein Kern in den kugeligen Stücken vorhanden ist und was den Kern der kugelförmigen Stücke ausmacht? Ein Test der Ritzhärte und das Verhalten/Ergebnis beim Kontakt mit einem Tropfen Salzsäure könnten eventuell noch Hinweise liefern.

Onkoide wachsen eigentlich nicht verästelnd. Bei Koralle oder Schwamm würde man eine gewisse Innenstruktur erwarten. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es Rollstücke von einem offenpoorigen Beton sind.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Manfrid

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Re: Strandfunde von Lanzarote
« Antwort #2 am: 17 Nov 20, 10:49 »
Danke für die Einschätzung! Auf die Schnelle: der Aufbau ist blumenkohlartig verästelt. In Salzsäure schäumt die Sache (wie zu erwarten), lässt aber keine betontypischen kieseligen Reste (Sandkörner), sondern ein an der Oberfläche der Säure schwimmendes "Phantom" zurück. Ich muss vielleicht mal noch ein größeres Stück opfern, um das genauer erkennen zu können.
Auf Onkoid kam ich wegen einer gewissen Ähnlichkeit zu den rezenten Süßwasser-Onkoiden aus der Moosach bei München, die zumindest auch stark strukturiert wachsen.

Offline giantcrystal

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Re: Strandfunde von Lanzarote
« Antwort #3 am: 17 Nov 20, 12:10 »
Hallo aus Mittelfranken

Die Stücke kommen mir irgendwie bekannt vor. Wir hatten im Paläontologiestudium in Göttingen mal was sehr ähnliches : Lithotamnium calcareus...das ist eine kalkabscheidende Alge, die auch pharmazeutisch verwendet wird.

Google mal Bilder mit dem Stichwort Algalithe, das sieht schon sehr ähnlich aus

Glück Auf

Thomas

Offline Fabian99

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« Letzte Änderung: 17 Nov 20, 12:36 von Fabian99 »

Offline oliverOliver

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Re: Strandfunde von Lanzarote
« Antwort #5 am: 17 Nov 20, 12:55 »
Kalkalgen war auch mein erster Eindruck - kenne ich so ähnlich auch aus dem österreichischen Miozän ...

Offline Manfrid

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Re: Strandfunde von Lanzarote
« Antwort #6 am: 17 Nov 20, 19:27 »
Na, seit 15 Jahren lagen die Bällchen unbestimmt in der Vitrine. Lohnt sich doch, sich hier anzumelden. Besten Dank an alle Bestimmer! Inzwischen sah ich, dass diese Gebilde hier schon mal Thema waren: https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?topic=28947.0.
Ja, es war auch auf Lanzarote der Nordstrand, wo ich sie fand.
Nach der vom 'Felsenmammut' angeregten genaueren Betrachtung der Ober- und Bruchflächen (Bild 1) dachte ich wegen der Poren und Kanäle zunächst an Schwämme, fand darunter aber nichts Passendes. Durch die Vergrößerung des Bildes sieht man auch schon ohne Wegätzen des Kalkes etwas von dem besagten "Phantom". Ist Spongin so säurefest?
Da die Ähnlichkeit mit den Süßwasser-Onkoiden (Bild 2 und 3, wobei die weißen Stücke in Bild 3 die salzigen von Lanzarote sind) meines Erachtens besteht, reizte es mich, auch von ihnen mal ein Stück zu entkalken. Und siehe da!, auch sie haben so eine säurefeste Armierung (Bild 4).
Grüßle!

 

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