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Autor Thema: Zinkblende - Drilling  (Gelesen 3472 mal)

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Offline steinfried

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Zinkblende - Drilling
« am: 18 Dec 20, 18:51 »
Hallo an Alle.

Ist dieser Sphalerit Kristall ein Drilling?

Deutschland/Sachsen/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Landkreis/Wilsdruff/Gneissteinbruch Grumbach
Zinkblende - Drilling

Online Uwe Kolitsch

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Re: Zinkblende - Drilling
« Antwort #1 am: 18 Dec 20, 19:55 »
Nein.
Im kubischen System gibt es keine Drillinge (dafür bei pseudokubischen Mineralien).
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Zwillinge

Offline felsenmammut

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Re: Zinkblende - Drilling
« Antwort #2 am: 18 Dec 20, 20:13 »
Glück Auf!

Soweit mir bekannt, verzwillingt Sphalerit nur nach dem Spinell-Gesetz mit den Oktaederflächen als Zwillingsebene. Der Winkel zwischen den Achsen zu den Oktaederflächen ist etwa 70,5°. Man bekommt da keinen regulären Drilling hin. Mehrfachverwzillingungen sind durchaus möglich. Am einfachsten erkennbar sind dabei noch die Zwillingsstapel bei dem die Zwillingsflächen parallel liegen. Das Ergebnis sieht dann etwas ziehharmonikaartig aus. Liegen Mehrfachverwzillingungen mit verschieden orientierten Zwillingsebenen vor, wird es mit dem Nachverfolgen und eindeutigen Erkennen schnell schwierig, da dann meist nur noch ein oder zwei Flächenpaare da sind, an denen man das erkennen könnte. Sind Tracht und Habitus komplexer zusammengesetzt, wird es schnell aussichtslos, die Zwillinge von zufälligen Verwachsungen zu unterscheiden.

Vorschlag: Mal doch mal die 3 Bestandteile des Drillings, so wie Du sie siehst/vermutest, in das Bild ein. Das würde der Gefahr vorbeugen, aneinander vorbeizuschreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut
« Letzte Änderung: 18 Dec 20, 22:49 von felsenmammut »

Offline steinfried

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Re: Zinkblende - Drilling
« Antwort #3 am: 18 Dec 20, 20:26 »
Hallo, reinmalen geht nicht. Ich sehe einen sechsseitigen Kristall, der drei regelmäßig angeordnete  Flächen auf der Oberseite hat.

Im Mineralienbuch stand auch hexaedrisch.

Online Uwe Kolitsch

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Re: Zinkblende - Drilling
« Antwort #4 am: 18 Dec 20, 20:52 »
> Im Mineralienbuch stand auch hexaedrisch.

Das heißt Sechsflächner (= Würfel). Hat mit Drilling oder Sechsling nichts zu tun.

Offline steinfried

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Re: Zinkblende - Drilling
« Antwort #5 am: 18 Dec 20, 21:01 »
Aber warum steht hexaedrisch bei der Zinkblende mit dabei?

Offline oliverOliver

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Re: Zinkblende - Drilling
« Antwort #6 am: 18 Dec 20, 21:18 »
kubisch = Würfel
hexaedrisch = Sechsflächner = Würfel (wie Uwe schon schrieb)
meint also das Selbe ...

p.s.:
wobei natürlich streng genommen der Begriff "Hexaeder" weiter gefasst ist als "Kubus", und auch andere geometrische Körper mit 6 Flächen mit einschließt
« Letzte Änderung: 18 Dec 20, 21:24 von oliverOliver »

Offline guefz

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Re: Zinkblende - Drilling
« Antwort #7 am: 18 Dec 20, 21:47 »
Ich meine aber, dass ein Hexaeder sechs gleiche Flächen haben muss. Da wird es dann mit was anderem als Quadraten etwas schwierig. So wie ein Oktaeder ja acht gleiche Flächen haben muss...

Offline oliverOliver

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Re: Zinkblende - Drilling
« Antwort #8 am: 18 Dec 20, 21:50 »
nein eigentlich nicht -
vgl. z.B.:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hexaeder

Offline guefz

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Re: Zinkblende - Drilling
« Antwort #9 am: 18 Dec 20, 23:00 »
Ok, ich war da gerade bei den platonischen Körpern, die sind ja bei Rollenspielern als Würfel beliebt. Habe von früher auch noch so ein paar Exemplare rumliegen...

Offline felsenmammut

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Re: Zinkblende - Drilling
« Antwort #10 am: 19 Dec 20, 00:33 »
Glück Auf!

Danke Steinfrid für die Skizze. Damit wird deutlicher, was Du meinst. Bei vielen Mineralen und Kristallen wachsen einzelne Flächen ungleichmäßig und teils losgelöst von den anderen Flächen weiter. Dadurch können einspringende Winkel entstehen, die man als Grundlage für die Deutung einer Verzwillingung nimmt. Als Stichwort sei hier mal noch Vizinalflächen genannt. Ich habe hier mal ein paar Beispiel für Spahlerit herausgesucht, wo dieses Prinzip gut zu erkennen ist.
 Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binntal/Binn/Fäld (Imfeld, Im Feld)/Grube Lengenbach
Zinkblende - Drilling
Deutschland/Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Neumarkt in der Oberpfalz, Landkreis/Freystadt/Sulzkirchen
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Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binntal/Binn/Fäld (Imfeld, Im Feld)/Messerbach (Mässerbach)/Sturzblöcke am linken Ufer
Zinkblende - Drilling

Das sind aber keine Zwillinge. Es sind bei den Sphaleritbildern viele Bilder mit sehr wahrscheinlich und teils eindeutig Zwillingen dabei, bei denen es aber nicht in der Bildbeschriftung steht. Besonders bei einfachen, regulären Kristallformen ist es teils gut erkennbar.

Deutschland/Sachsen/Mittelsachsen, Landkreis/Freiberg, Revier/Brand-Erbisdorf/Grube Himmelsfürst/Glück-Auf-Schacht
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Schweiz/Wallis, Kanton/Goms, Bezirk/Binntal/Binn/Fäld (Imfeld, Im Feld)/Grube Lengenbach
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Italien/Piemont (Piemonte), Region/Verbano-Cusio-Ossola, Provinz/Formazza, Gemeinde/Piano dei Camosci
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Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Chrisch

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Re: Zinkblende - Drilling
« Antwort #11 am: 19 Dec 20, 01:11 »
Wie wäre es mit "multiplen Zwillingen"? Im Ursprungsbild bei Stellung "01:30" dürfte eine Verzwilligung zu sehen sein. Die "rauhen Flächen" sind dann irgendwie indifferent, Verwachsungen!? In Naundorf bei Freiberg im "Gammelgang" gibt es ähnliche Bildungen, wo Zinkblenden fast "wurtzitisch" aussehen bzw mehrere verwachsene "Spinellzwillinge" ähnliche Formen zeigen.
Habe im Moment leider kein besseres Bild parat.
Gruß Chrisch

Offline Josef 84,55

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Re: Zinkblende - Drilling
« Antwort #12 am: 19 Dec 20, 09:00 »
Hallo,

die Zwillinge von Sphalerit sehen dem Spinel-Gesetz sehr ähnlich (Spiegelebene ist hier der Oktaeder). Beim Spahlerit bezweifle ich aber, dass es Zwillinge mit einer echten Spiegelebene überhaupt gibt.

Beschrieben sind Rotationszwillinge um die Flächennormale einer Tetraederfläche. Der Unterschied zur Spiegelung ist, dass z.B. die aneinandergrenzenden Flächen nicht gleichwertig sind, es trifft z.B. die größere Tetraederfläche hier auf die kleine, also einer anderen Form in dieser Kristallklasse, was auch öfters in der unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheit erkennbar ist. Durch das Rotations-Gesetz bleibt die Polarität erhalten und wenn man davon ausgeht, dass in die Struktur in der Verwachsungsfläche einen anderen verwandten Mineral gleicht, kommt man hier auf Wurzit, der dihexagonal-pyramidale Symmetrie aufweist, der also die selbe Polarität zeigt.

Die Verwachsungsflächen sind typisch für  Kontaktzwillinge und entsprechen den Tetraederflächen, wenn man also eine Zwillingsnaht auf einer Kristallfläche sucht, sollte man auf geradlinige Störungen achten.

"Mutiple Zwillinge" beschreibt viele dieser Zwillings-Aggregate sehr gut, meist sind es sogar polysyntetische Zwillinge, das heißt die Zwillingsebenen wiederholen sich mehrfach parallel.

Glück Auf!
Josef

Offline oliverOliver

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Re: Zinkblende - Drilling
« Antwort #13 am: 19 Dec 20, 12:48 »
hallo Markus,

Es sind bei den Sphaleritbildern viele Bilder mit sehr wahrscheinlich und teils eindeutig Zwillingen dabei, bei denen es aber nicht in der Bildbeschriftung steht.

Wenn dir "eindeutige" Zwillinge auffallen, wäre es fein, wenn du diese über "Bearbeiten" der Lexikonseite "Zwillinge" zuordnen könntest - es ist dann, z.B. im Fall von solchen Diskussionen, für alle Beteiligten einfacher, die entsprechenden Bilder rauszusuchen.
lg + ga
oliver

Offline steinfried

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Re: Zinkblende - Drilling
« Antwort #14 am: 19 Dec 20, 14:25 »
Danke erst einmal für die umfangreichen Antworten, jetzt sieht man klarer.


 

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