Hallo,
die Zwillinge von Sphalerit sehen dem Spinel-Gesetz sehr ähnlich (Spiegelebene ist hier der Oktaeder). Beim Spahlerit bezweifle ich aber, dass es Zwillinge mit einer echten Spiegelebene überhaupt gibt.
Beschrieben sind Rotationszwillinge um die Flächennormale einer Tetraederfläche. Der Unterschied zur Spiegelung ist, dass z.B. die aneinandergrenzenden Flächen nicht gleichwertig sind, es trifft z.B. die größere Tetraederfläche hier auf die kleine, also einer anderen Form in dieser Kristallklasse, was auch öfters in der unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheit erkennbar ist. Durch das Rotations-Gesetz bleibt die Polarität erhalten und wenn man davon ausgeht, dass in die Struktur in der Verwachsungsfläche einen anderen verwandten Mineral gleicht, kommt man hier auf Wurzit, der dihexagonal-pyramidale Symmetrie aufweist, der also die selbe Polarität zeigt.
Die Verwachsungsflächen sind typisch für Kontaktzwillinge und entsprechen den Tetraederflächen, wenn man also eine Zwillingsnaht auf einer Kristallfläche sucht, sollte man auf geradlinige Störungen achten.
"Mutiple Zwillinge" beschreibt viele dieser Zwillings-Aggregate sehr gut, meist sind es sogar polysyntetische Zwillinge, das heißt die Zwillingsebenen wiederholen sich mehrfach parallel.
Glück Auf!
Josef