Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals
Glasklare Feinstnadeln aus Haiming/Tirol
michaelh:
Hallo Zusammen,
Aktuell nütze ich den Weihnachtsurlaub um meine Mineralien wieder mal zu sichten und mich von dem einen oder anderen Stück zu trennen um Platz für hoffentlich viele Neufunde zu schaffen :)
Bei meinen Wulfenitstufen aus Haiming/Tirol ist mir nun folgendes aufgefallen.
Es haben sich auf ca. 50% meiner Stufen glasklare, sehr fein gewachsene Nadelkristalle gebildet. Die Nadeln sind bis 1cm lang und extrem brüchig. Bei den Stücken, wo sich diese Nadeln im Ansatz gebildet haben, konnte ich die Nadeln durch anblasen entfernen.
Gelagert sind die Stücke im Dunkeln in Holzladen und die Zeitdauer seit der Einlagerung beträgt 1,5 Jahre und die Nadeln waren zu diesem Zeitpunkt garantiert nicht vorhanden.
In der selben Lade lagern noch z.B.: Bergkristalle, Magnesit, Almandin,etc...also alles keine Mineralien, wo ich mir eine Reaktion bzw. nachträglich Kristallbildung durch Salze vorstellen kann. Etwas Organisches oder sonstiges Fremdmaterial schließe ich ebenso aus.
Das Einzige was ich mir noch vorstellen kann ist folgendes:
Um die Wulfenitkristalle freizulegen habe ich zum Teil örtlich 10%ige HCl verwendet (@Volkmar: sorry, diesen Umstand hatte ich bei meinem Mail an dich nicht angeführt, da er mir erst jetzt eingefallen ist). Die Kristalle haben sich zwar nicht im Bereich der Wulfenite gebildet aber das Matrixmaterial kann da durchaus wie ein Schwamm gewirkt haben und ich schließe nicht aus schlecht oder eventuell sogar gar nicht gewässert zu haben.
Kann dies zum Wachstum dieser Nadeln geführt haben?
Weitere Untersuchungen wie z.B.: Wasserlöslichkeit habe ich nicht durchgeführt - wie gesagt, die Nadeln sind extrem brüchig und für mich im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu greifen.
Zugegeben will ich da auch nicht allzuviel "herumdoktern" da diese kleine Stufe mit den Nadeln durchaus attraktiv ist.
Hat einer von euch eine Idee worum es sich handeln kann?
Grüße Michael
limestone:
Mir fällt da auf Anhieb Gips ein.
Glück Auf
Ralf
michaelh:
--- Zitat von: limestone am 01 Jan 21, 17:54 ---Mir fällt da auf Anhieb Gips ein.
Glück Auf
Ralf
--- Ende Zitat ---
Hier im Atlas ist bei Haiming das Element Schwefel prinzipiell gelistet und es kommen auch Schwefelverbindungen wie z.B.: Galenit vor. Gips selbst ist bei Haming nicht gelistet.
Habe bei Volkmar als Lokalsammler nachgefragt und weder bei seinen Stufen, noch bei jenen bei Familienangehörigen treten diese Kristalle auf.
Kann mir daher aktuell Gips noch nicht schlüssig vorstellen und bin auf weitere Rückmeldungen dazu neugierig.
Grüße Michael
smoeller:
Hallo,
Wenn es Essig statt Salzsäure war, könnte man sich diese Kristalle als Ca-Acetat erklären. Habe ich schon häufiger beobachtet. Bei HCl unwahrscheinlich, denn CaCl2 ist extrem hygroskopisch (zieht Wasser aus der Luft an) und zerfließt.
Glück Auf!
Sebastian
oliverOliver:
hallo Michael,
--- Zitat ---Gips selbst ist bei Haming nicht gelistet.
--- Ende Zitat ---
Wie du ja selbst schreibst, führst du das Auftreten dieser Nadeln (vermutlich) auf das Aussäuern zurück.
m.E. ist es also für die Bestimmung der xx nicht so wesentlich, welche (natürliche vorkommenden) Minerale vom FO selbst gelistet sind, aber dafür umso mehr, welche von diesen zusammen mit HCl für Neubildungen sorgen könnten - wobei für eventuelle Reaktionen/Neubildungen von der Säure ja ohnehin nur das Chlor relevant ist.
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