Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals
Glasklare Feinstnadeln aus Haiming/Tirol
openpit:
Hallo,
mir ist eine vergleichbare Bildung auf einer (wohl) gesäuerten Stufe mit Uwarovit und Shuiskit von Sarany bekannt. Feinnadelige, farblose Kristalle die Längen von teils über 3 cm erreichen, bildeten (und bilden) sich an dieser über einen Zeitraum von rund 20 Jahren in einer relativ trockenen Umgebung.
Eine Untersuchung (EDX) dieser Nadeln ergab das Vorliegen Ca und Cl, wobei eine quantitative Abschätzung ein Verhältnis von 1:1 ergab (und damit wahrscheinlich +X).
Weiter wurde die Problematik (noch) nicht verfolgt.
Glück Auf!
Micha
michaelh:
Hallo Zusammen,
Vielen Dank für den regen Austausch dazu.
Ich denke die Ansätze von Axinit und Openpit sind hier die Richtigen, wobei ich eher in Richtung von Openpit tendiere.
Das mit dem Ammoniak kann ich zwar prinzipiell nachvollziehen, allerdings geht mir das mit dem Kristallwachstum zu schnell - denke da müsste dann schon ordentlich Ammoniak in der Umgebung vorhanden sein.
Auf alle Fälle habe ich mittels Pipette ganz vorsichtig einen Tropfen Wasser auf die Matrix (quasi Kristallfuß) aufgebracht und unter einer Lupe mit 10- facher Vergrößerung war herrlich zu sehen, wie die Kristalle sozusagen in das Wasser nach unten eingetaucht sind und sich gelöst haben.
Immerhin habe ich von der Stufe noch das Foto :D
Grüße Michael
Axinit:
Servus,
noch ein letzter Nachschlag:
das von openpit vorgestellte EDX-Ergebnis wuerde auf das Vorliegen einer als Calciumsubhalogenid zu bezeichnenden Substanz hinweisen.
In der Natur bzw. in der Chemie ist fast nichts unmoeglich, aber eine derartige Verbindung wurde bisher noch nicht beschrieben. Vielleicht handelt es sich um eine neue Phase ?
Es ist allerdings eine experimentelle Tatsache, dass Calciumchlorid CaCl2 extrem hygroskopisch ist und sich schnell unter Wasseraufnahme in CaCl2 x 2 H2O umwandelt. Saemtliche Calciumchlorid-Hydrate sind sehr gut wasserloeslich und "zerfliessen" als Festkoerper durch Wasseraufnahme geradezu unter Umgebungsbedingungen. Hierauf wurde bereits weiter oben hingewiesen.
Die Luftfeuchtigkeit der Umgebung - auch in einem "trockenen" Klima ist zu hoch, um derartige Gebilde zu konservieren.
Die Bildung von makroskopisch beobachtbaren Salmiak-Kristallen kann innerhalb von Stunden bzw. Tagen stattfinden - die Konzentration der Reaktanden macht sich hierbei olfaktorisch nicht bemerkbar. Ammoniumchlorid ist zudem nicht hygroskopisch
Fazit: bei den Feinstnadeln handelt sich um eine nicht-hygrospkopische (!), jedoch gut wasserloesliche Neubildung, vermutlich ein Chlorid.
GA,
Harald
michaelh:
Hallo Harald,
Denke dein Fazit kann man so stehen lassen :D
Danke und Grüße
Michael
Navigation
[0] Themen-Index
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln