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Autor Thema: Smaragdminen-Zuordnung  (Gelesen 7717 mal)

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Offline McSchuerf

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Smaragdminen-Zuordnung
« am: 07 Feb 04, 08:25 »
Hallo ..

..folgenden Infobrief möchte ich zum Anlass nehmen, sich ggf. einmal über dieses Thema auszulassen.. ;)

..zunächst der Brief ..

Neue Analyse zeigt, wo die Smaragde wirklich herkommen
-----------------------------------------------------------------
Französische Forscher haben eine Testmethode entwickelt,
die schnell den Ursprung der Smaragde enthüllt: Durchleuchten
mit infrarotem Licht genügt. In Probeläufen konnte die
Methode verschiedene Smaragde nicht nur unterschiedlichen
Regionen, sondern sogar einzelnen Minen zuordnen.
Ein Gerät, das das Infrarot-Spektrum der Smaragden zeigt,
findet sich standardmäßig in Edelsteinwerkstätten oder bei
Händlern. Bisher prüft man damit, ob die Steine künstlich
behandelt wurden, um mangelnde Reinheit zu vertuschen.
Doch im Institut National Polytechnique de Lorraine wurde
entdeckt, dass in bestimmten Linien des Infrarot-Spektrums
sich die Herkunft verrät : Diese Linien gehören zu so genanntem
deuteriertem Wasser, in dem eins der Wasserstoff-Atome im
Wassermolekül durch das Wasserstoff-Isotop Deuterium ersetzt
ist.
Die neue Methode hat offenbar ihre Feuerprobe überstanden:
Die Forscher untersuchten Proben aus 46 Smaragdminen rund um
die Welt und stellten fest, dass ihre Spektrallinien in fünf
verschiedene Hauptgruppen fielen, die sich fünf geografischen
Regionen zuordnen ließen. Innerhalb dieser Gruppen waren aber
auch charakteristische Unterschiede zu finden, die sich
einzelnen Minen zuordnen ließen.
Smaragde werden vor allem in Afrika, Russland, Brasilien,
Kolumbien und Afghanistan gefördert. Dabei gilt die Qualität
der kolumbianischen Steine als besonders gut, ihr Preis liegt
beinahe doppelt so hoch wie der von anderen Smaragden.

Allerdings sollen auch Drogenhändler und paramilitärische
Gruppen mit dem Smaragdhandel in Verbindung stehen, die
darin eine Finanzquelle und ein Mittel zur Geldwäsche sehen.

Links:
Institut National Polytechnique de Lorraine
(INPL): http://www.inpl-nancy.fr/interntl.htm
Centre National de la Recherche Scientifique
(CNRS): http://www.cnrs.fr/index.html
Applied Spectroscopy: http://www.s-a-s.org/journal/journal.htm
Quelle: NewScientist, INPL

..aus Infobrief von Krantz, Bonn
« Letzte Änderung: 07 Feb 04, 08:29 von Peter »

Offline McSchuerf

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Re:Smaragdminen-Zuordnung
« Antwort #1 am: 07 Feb 04, 08:27 »
..interessant wäre auch zu erfahren, wie man z.B. Smaragde aus dem Habachtal und dem Felbertal in Österreich mit dieser Methode eindeutig zuordnen kann (auch hier typische Spektrallinien?) ...
Ich denke mal, dass sich die vorgenannte Methode auch auf wirklich fast alle Edelsteine anwenden lassen könnte..Ihr auch?... :)

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 07 Feb 04, 08:29 von Peter »

Offline Moni

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Re:Smaragdminen-Zuordnung
« Antwort #2 am: 07 Feb 04, 18:17 »
Hi Peter,
muß ich mir jetzt die Reihe der einzelnen Quellen alle durchlesen, um die IR-Methode zu hinterfragen? Geben die Seiten etwas zu den Untersuchungsmethodn wieder? (Bin doch so ein Internet-Muffel ;)!)

Es ist richtig, daß jede Substanz ihre ganz speziellen Spectrallinien aufweist. Prinzipiell läßt sich die IR auf alle Mineralien anwenden, daher benütze ich diese ja als Methode "meiner Wahl". Ich denke, ich hatte mich diesbezüglich bereits einmal geäußert, das Problem dabei ist "nur", daß eine repräsentative Vergleichsbibliothek vorhanden sein muß. Dies läßt sich natürlich hinsichtlich der Mineralien langsam aufbauen und man benötigt eben die entsprechenden "Steinchen".

Was ich aus Deinem Beitrag nicht ganz verstehe, ist die Tatsache, daß man ebenfalls eine künstliche Behandlung, sprich Verfälschung erkennen kann. ... Obwohl irgentwlche Zusätze/Verunreinigungen  bringen u.U. zusätzliche Banden (Spectrallinien).

Gruß Moni  

Offline geomueller

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Re:Smaragdminen-Zuordnung
« Antwort #3 am: 07 Feb 04, 21:40 »
Hallo alle zusammen,
hier ein Bild zur Auflockerung des Themas. Dieser Smaragd, aus meiner Sammlung, hat nur die Fundortbezeichnung "Brasilien" was als Fundort ziemlich dürftig ist bei der Größe von Brasilien. Es wäre schon interessant durch diese Methode näheres zum genauen Fundort erfahren zu können. Das Stück habe ich übrigens für ganze 15.- DM in der CZ gekauft, ich finde ein Schnäppchen. Bildbreite 6,5 cm, längster Kristall 3cm.

Gruß Jürgen

[gelöscht durch Administrator]

Offline McSchuerf

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Re:Smaragdminen-Zuordnung
« Antwort #4 am: 08 Feb 04, 10:01 »
Zitat
Hi Peter,
muß ich mir jetzt die Reihe der einzelnen Quellen alle durchlesen, um die IR-Methode zu hinterfragen? Geben die Seiten etwas zu den Untersuchungsmethodn wieder?
..

Hallo Moni.. ;)
offensichtlich nicht..also betrachtet den Brief als REINEN Infobrief; ich bin  kein Wissenschaftler; wollte daher ja nur eine Diskussion entfachen um weitere Einzelheiten zu erfahren; Die Quellen habe ich angegeben..ist nicht auf meinen Mist gewachsen..

Hallo geomüller..
schöner Smaragd; ich hätte aber bestimmt auch noch für eine Auflockerung sorgen können..  :)


Gruß Peter
« Letzte Änderung: 08 Feb 04, 12:01 von Peter »

Offline Moni

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Re:Smaragdminen-Zuordnung
« Antwort #5 am: 08 Feb 04, 14:42 »
Hi Peter,

ich werde meine Spectren-Daten einmal hinsichtlich der unterschiedlichen Fundorte ansehen, muß vorerst nur nachschauen, ob ich ein Mineral von genügend unterschiedlichen Fundorten archiviert habe. Wenn nicht, dann werde ich Neuvermessen; dies dauert dann jedoch ein Weilchen. Ich glaube von Baryt habe ich einiges da.

Ach so und wenn etwas brauchbares dabei rauskommt, Frage: kann ich *.tif - Dateien hier ins Formum laden? Wenn ja, bräuchte ich bitte eine kurze Anleitung oder geht dies gemäß Anleitung von Stefan (... Bilder hochladen..)?
 
Gruß Moni

Offline Moni

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Re:Smaragdminen-Zuordnung
« Antwort #6 am: 08 Feb 04, 17:59 »
Hallo Peter,

ich habe mir u.o.g. Aspekt meine Daten wie angekündigt angeschaut und dabei bemerkt, daß ich bisher "nur" hinsichtlich qualitativer Analysen meine IR-Aufnahmen gemacht habe und keine quantitativen.
Sprich: Nicht auf identische Bedingungen wie gleicher Materialeinwaage etc. geachtet habe. Dies spielt eigentlich bei Identifizierungen auch keine große Rolle, jedoch denke ich beim Herausfisteln der unterschiedlichen Fundorte schon  sehr. Schade, habe zumindest z.B. drei Calcite von unterschiedlichen Fundorten archiviert und keine Angaben zu den Massegehalten notiert.  :'(
Die Tücke liegt also wie immer im Detail.

Aber der Gedanke ist hoch interessant, so daß ich zukünftig dies klitzekleines Detail berücksichtigen werden.

Gruß Moni

Offline Moni

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Re:Smaragdminen-Zuordnung
« Antwort #7 am: 15 Feb 04, 19:52 »
Hi Peter,

ich hatte ja vor einiger Zeit angesagt, daß ich mir zwecks Deines o.g. Beitrages, mir meine Datenbank anschaue und dabei festgestellt hatte, daß ich keinen Wert auf identische Eingangsparameter gelegt hatte.
Den heutigen Nachmittag habe ich für die Aufarbeitung einiger noch so rumliegender Funde aus der Eifel genutzt und so auch mal fünf IR-Spectren von Calciumcarbonat herausgesucht.
Einfach mal nur so zur Anschauung ...

Habe noch nie ein Bild “hochgeladen”. Mal sehen ob ich das kann...

Gruß Moni

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Offline Moni

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Re:Smaragdminen-Zuordnung
« Antwort #8 am: 15 Feb 04, 19:55 »
ups, da war ja einfacher als ich gedacht habe....
Schön, dann kann ich auch noch die kurzen Erläuterungen hinzufügen.

Erläuterung:
Die Bande, oder auch Spectrallinie genannt, bei 3400 cm-1 ist die OH-Schwingung im Mineral sprich Wasser. Die als wesentlich ins Auge fallende Bande bei 1400 cm-1 die der Carbonatbande, dazu zählen auch die zwei “spitzen” Schwingungen bei 700 und 850 cm-1.
Die Intensität (Höhe und Breite) insbesondere der 1400 cm-1-Bande wird durch die verwendete Materialmenge bei der Messung bestimmt.  
Alle 5 Substanzen kommen von unterschiedlichen Fundorten.

Um auf den Ausgang jedoch zurück zu kommen, das rote und das dunkelblaue Spectrum sind beides Travertine. Interessant finde ich, daß die Intensität der Carbonatbande gut deckungsgleich sind und der eigentliche Unterschied hinten in der Wasserbande zu sehen ist. Stellt sich mir die Frage: Fundortabhängig oder nicht?
Neue Calcit-Messungen werde ich auf jeden Fall diesbezüglich unter die Lupe nehmen.

In dem Sinne
Gruß Moni

Offline McSchuerf

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Re:Smaragdminen-Zuordnung
« Antwort #9 am: 16 Feb 04, 19:10 »
Hallo Moni,

ist ja toll, was ich nun mit meiner einfachen Infomitteilung für wissenschaftlich fundierte Ergebnisse von Dir erhalte..

..sehr interessant.. ;)..aber muss ich das als Nicht-Wissenschaftler der ich bin, jetzt auch alles verstehen?..hoffentlich nicht.. ::) :P..

trotzdem danke ich Dir für Deine große Mühe.. ;D

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 16 Feb 04, 19:11 von Peter »

Offline Moni

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Re:Smaragdminen-Zuordnung
« Antwort #10 am: 17 Feb 04, 10:59 »
Hallo Peter,

betrachte meine Ausführungen in erster Näherung nicht als wissenschaftliche Ergebnisse, sondern vielmehr als sportliches Interesse.
Dein Beitrag hat mich in der Tat neugierig gemacht und was die "Konkurenz" so alles treibt, ist schließlich auch wissenswert.

Ich wollte damit im Prinzip lediglich kurz einer der möglichen Untersuchungsmethode vorstellen.
Jeder benutzt Schlagwörter, Abkürzungen etc. wie Röntgen, REM/EDS-System oder auch IR und ich bin davon überzeugt, als Nichtfachmann oder -frau liest man die Aufsätze der anderen und kann mit den Begriffen nicht so recht etwas anfangen.
Jedenfalls geht es mir so, wenn ich mit Dingen zu tuen habe, von denen ich rein nichts verstehe und den absoluten Zauberlehrling spiele... ;)

Auf alle Fälle war dieses hier keine große Mühe -kann ich Dir versichern-  lediglich das 3-malige umformatieren der Daten... und vielleicht hast Du eine kleine Vorstellung von dem gewonnen, was ich mit meinen gefundenen Mineralien so treibe - außer schön plazieren und anschauen.

Gruß Moni

 

 

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