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Stibnit
montanpark:
Amir,
um es zurück zu bringen auf die Nomenklatur: es ist vollkommen ok Mineralnamen im Deutschen zu verwenden, no matter what IMA sagt. Aber urolle Synonyme wie Arsenik bei Arsenoltih sind ganau da zu verorten, wo sie hingehören .. in das Reich der ollen Synonyme. Und Gips ist im Deutschen nunmal Gips (im übrigen Gypsum im englischen, nicht Gypsumithe). Selenit ist wie Du sicher weißt auch ein Begriff, der nicht aus dem Ausland stammt :D ..... Und entweder wir halten uns an die offizielle Nomenklatur oder wir gehen wissenschaftlich unter. Halit und Cinnabarit sind halt offizielle Bezeichnungen. Zinnober ist als deutscher Name ok, wen juckst?
Cheers!
stoanklopfer:
Wo ist bitte das Problem? Die IMA ist nun mal die offizielle Stelle, die Minerale benennt. Diese Nomenklatur ist ausschlaggebend, wenn man sich schon den "wissenschaftlichen Mantel" umhängen will. Man kann ja bei allen Namen die deutsche Version und die Synonyme verlinken und so bei einer Suche nach solchen berücksichtigen! Dann ist doch alles klar, oder? Und wie jemand seine persönliche Sammlung benamst, ist doch völlig egal!
Gruß
Volkmar
Stefan:
Ein Argument abseits der anderen hier angeführten anderen Mineralnamen ist die Wortherkunft des Minerals Stibnit/Antimonit.
Im Deutschen ist Stibium - Antimon und wenn das Mineral nach der Zusammensetzung und des landesspezifischen Namens für das Element benannt wurde, wäre es im Deutschen Antimonit. Das ist aber in dem Fall nicht so. Es wurde explizit nach dem lateinischen Namen für das Element benannt. Im Englischen wäre Stibium - Antimony.
Insofern wenn wir uns an die offizielle Bezeichnung halten wollen, ist der Primärname Stibnit.
Wie hier schon angemerkt wurde, spielt es keine Rolle wie das Mineral in einer Sammlung benannt wird. Auch in einem Museum würde ich zu einer historischen Stufe ein Label mit "Antimonit" und evtl. in Klammern Stibnit stellen. Dies analog Bleiglanz (Galenit) dessen Volksname in der Auslage auch viel schöner wirkt.
Viele Grüße
Stefan
Lynx:
Hallo zusammen
Vielleicht wäre es hilfreich, bereits oben im Titel immer die (relevanten) deutschen Synonyme mit anzuführen. Im Moment erscheint nur Stibnit als Seitentitel bzw. Stibnit (Antimonit) wenn ich nach Antimonit gesucht habe.
Vielleicht wäre es ein Weg, die Synonyme gleichberechtigt darzustellen?
Egal was wir machen, durch den Atlas entsteht eine gewisse normative Kraft. Das, Stefan, muss Dir bei Deinem Ansatz bewußt sein - hier im Atlas entsteht mittlerweile für den deutschsprachigen Raum Nomenklatur. Ich lese immer wieder in Publikationen die Verweise auf mindat.org, und auch auf den Mineralienatlas, gerade wenn es um Bezeichnungen geht.
Das bedeutet, wenn wir uns auf "offizielle Bennenung" berufen möchten, wird stets eine Recherche zur Namensherkunft etc. nötig sein, die evtl. dann zu einem anderen Ergebnis für die deutsche Sprache kommen kann, als die englisce Bezeichnung. Im Zweifel bräuchte es - wenn hier ein wissenschaftlicher Ansatz im Vordergrund stehen soll - auch einen Sprachwissenschaftler, der sich mit Herkunft und Entwicklung von Wörtern befasst. Ansonsten bleibt es eben doch im guten Versuch stecken. Da hat mindat.org die Nase vorn, dort kann die englische Bezeichnung übernommen werden (ohne weiteres Nachdenken, was zuweilen Schade ist, weil die IMA Entscheidungen durchaus eingreifen in Bereiche, die ich eher bei den Sprachwissenschaften und Historikern verorten würde. Im schlimmsten Fall könnte sich in der Materialwirtschaft jemand auf falsche Zertifikate berufen, weil dort falsche Bezeichnungen verwendet werden - nur weil die IMA zwischenzeitlich Nomenklatur - aus der Sicht anderer Lebensbereiche willkürlich- ändert).
Im Sinne von Wissenschaftlichkeit sehe ich sogar eine gewissen Verpflichtung zum Diskurs und zur Diskussion. Bitte aber das ohne Polemik, hier ist meine Nase mir ganz nah....
Zudem - ohne Diskurs und Diskussion verliert der Atlas die Verbindung zur Basis der Sammler. Der Begriff Stibnit ist hier durchaus ein Beispiel (oder aktuell Schwazit): Ohne Diskussion erscheint der Begriff normativ vom Himmel zu fallen. Und entweder machen wir das bewusst mit dem Atlas und versuchen eine Normierung der deutschsprachigen Bezeichnungen, was eben viel Arbeit bedeutet, oder wir müssen sehr vorsichitg sein. Viel vorsichtiger als die IMA oder mindat.org : wir haben keine simple Rückendeckung durch ein Gremium sondern müssen es uns strenggenommen für jeden Begriff selbst erarbeiten, ob die Übernahme des englischen Begriffs mit der Entwicklung in der deutschen Sprache zusammen passt.
Der englische Begriff ist die Fachbezeichnung in der Mineralogie - z.B. in der synth. Chemie läuft das zuweilen anders - für ein Mineral mit einer defiinierten Struktur und Chemie unter wohldefinierten Forderungen zur Benennung. Wie sich das für weitere Nutzungen in anderen Bereichen darstellt, das müssen wir hier eigentlich erarbeiten. Und wie gesagt: selbst wenn wir Wissenschaftlichkeit einfordern bedarf die Übernahme ins Deutsche eine Begründung.
Dann kommt hinzu, dass gerade der Atlas als Dokumentation auch einer zeitlichen Entwicklung sich der Geschite verpflichtet. Wenn nun eine Stufe mit Schwazit gekennzeichnet im Museum steht möchte ich, dass wir das abbilden können. Wenn wir hier den Bezug zu den Begriffen kappen untergraben wir - und fördern nicht - die Arbeit der Kollegen in den Museen!
Letztlich steht hier die Frage, was will der Atlas erreichen, wieviel wollen wir den Atlas auch zu einer normativen Größe entwickeln?
Grüße, Martin
Philip Blümner:
Die Synonyme werden alle auf der jeweiligen Mineralseite aufgeführt. Dort gibt es auch die Möglichkeiten noch Anmerkungen zu hinterlegen wie Referenzen oder etymologischer Hintergrund.
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