Hallo Mineralienfreunde!
Grundsätzlich lese ich solche Diskussionen immer gern. Auch deshalb weil ich schon in vielen Fällen meine anfängliche Meinung danach revidieren mußte. Dies ist auch der Grund, warum ich mich an solchen Diskussionen sehr selten beteilige. Nur manchmal sind Paragenese und Matrix so charakteristisch, daß eine Zuordnung anhand eines Fotos (,die ich sowieso nur selten als geeignet betrachte) oder des Stückes als solches diese unzweifelhaft zulassen, oder sagen wir besser zu 99%.
Und jetzt komme ich zum eigentlichen Punkt:
Solche Bestimmungen, wie in diesem Falle ("stammt aus Winterberg") ohne überhaupt sicher zu sein, ob es Baryt ist (was meine erste Vermutung anhand des Fotos auch war, ich diese aber aufgrund der Datenlage und der Unkenntnis des Fundortes nicht in die Diskussion werfen würde), landen dann in der Sammlung als "Baryt, Fundort Winterberg" und verbleiben dort als solche. In früheren Threads war es offensichtlich, daß einige der Bestimmungsanfragen mit dem Zweck erfolgten, diese Stücke später zu verkaufen. Ob Hinweise wie "bitte den Fundort mit ? versehen" oder "visuelle Bestimmung" dann auch tatsächlich umgesetzt werden, halte ich für unwahrscheinlich und dürfte von "Anfängern" (nicht das ich jemandem etwas unterstellen möchte) selten berherzigt werden und schon garnicht von denjenigen, die die Sammlung eines verstorbenen Angehörigen verkaufen möchten (meine Vermutung). Das Problem, das ich hier sehe ist, daß solche Stücke dann verkauft werden und in Sammlungen landen und die Historie zwangsläufig geglaubt wird. Das heißt, daß Fehlbestimmungen zunehmen.....
Zum vorliegenden Fall noch einige Anmerkungen:
1. Sollte es sich um Baryt, in diese Größe (!) und mit wenig oder keiner Matrix handeln, dann müßte jedem, Anfänger oder Experten, die enorme Masse auffallen.
2. Ich stimme weitestgehnd Helmut (Heli) zu, wenngleich ich es etwas anders ausgedrückt hätte.
3. Ohne Alois angreifen zu wollen, halte ich seine sehr sichere Aussage für gewagt, weil dies zu den obenbeschriebenen Problemen führt.
4. Ein Mitglied hatte gesagt, daß das Stück aus Winterberg und den 80gern stammt. In dem Falle wäre es zumindest für mich wichtig zu wissen, und ich vermute das es so ist, ob er ein Kenner des Fundortes ist. Eine Anmerkung wäre sicherlich für alle Beteiligten interessant.
5. Zum Thema Mineralien und Toxizität: Grundsätzlich sollte man 1. immer Vorsicht walten lassen, wenn man etwas nicht kennt und 2. keine Mineralien sammeln, wenn man ständig Angst hat, sich zu vergiften. Dies gilt für mich beim Thema Pilzesammeln: würde ich gerne machen, tue ich aber nicht, weil ich zuwenig Ahnung habe und niemanden kenne, dem ich bei der Bestimmung traue. Zur Beratungsstelle zu gehen, ist mir zu aufwendig.
Und noch etwas allgemeines:
Ich finde es schade, wie in letzter Zeit einige Diskussionen ausarten. Als erschreckenstes Beispiel möchte ich hier den Thread nennen, den Kluftknacker anfing und der in einigen üblen Beleidungen mündete (insbesondere von einer Person deren Beiträge ich lange Zeit bezüglich des fachlichen Wissens und der besonnenen Sprache sehr geschätzt habe). Dieses Verhalten empfinde ich als wenig freundlich gegenüber Stefan Schorn und seinen maßgeblichen aktiven Unterstützern, die viel Zeit und ich denke auch Geld investieren, um uns allen diese deutschsprachige Plattform zu bieten. Das sich jemand im Ton vergreift, kann im Eifer des Gefechte immer mal passieren. Dies sollte aber nicht dazu führen, daß andere den Stil dankbar aufgreifen und weitertragen. Etwas mehr Besonnenheit kann allen nur dienlich sein.
Beste Grüße und schöne Funde nach der Scneeschmelze,
Markus