Mineralien / Minerals / Minerales > Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals
Anatas aus der Eifel
Pcheloyad:
@Günter : Danke Dir. Hilft bei meinen Recherchen.
"Schauerliches Wetter". Erinnert mich daran ,wie ich beinahe vom regenpeitschenden Sturm von der Radersbergspitze geweht wurde. Konnte mich noch an einem ziemlich großen Augit x "festhalten".
Die Hornblenden waren, aufgrund der angeschmolzenen Oberflächen, zu rutschig. ;)
Dann wünsche ich besseres Wetter für nächste Woche
VG
Marcus
felsenmammut:
Glück Auf!
Grob geschätzt dürfte sich ungefähr das angehängte Phasendiagram für TiO2 Phasen ergeben. Die abgebildeten Bereich sind in erster Linie als Bildungsfenster zu betrachten. Neben Druck und Temperatur haben viele andere Elemente Promoterfunktionen für die eine oder andere TiO2-Phase. Rutil ist dabei eine hartnäckig stabile Phase und wandelt sich nicht automatisch in die Niedertemperaturphase Anatas oder Brookit um. Anatas und wohl auch Brookit wandeln sich aber bei zu hoher Temperatur in Rutil um. Anatas, Brookit und Rutil können nebeneinander vorkommen, insbesondere wenn die Bildungsbedinungen ausgehend von hohen Temperaturen zu niedrigeren Temperaturen sich entwickeln, was bei der Orogenese und retrograden Metamorphose meist zutrifft, und eine stetige Ti-Quelle für Baustoffnachschub sorgt. Das gleiche lässt sich bei vielen magmatischen, kontaktmetamorphen und pneumatolytisch bis hydrothermalen Prozessen beobachten. Als Ti-Quelle genügen viele Gesteine wie z.B. Gneis, Quarzit, Grauwacke, Diabas. Da Ti weit verbreitet ist, ist die Ti-Quelle meist nicht das Problem. Es wäre aber zu recherchieren, was eine ausreichende Mindesttemperatur ist, um die Anatasbildung in einem ausreichenden Maße zu fördern. Alterierung, Kalimetasomatose, Albitisierung sind zum Beispiel gute Voraussetzungen zur Titanmobilisierung in ganzen Gesteinskörpern. Auch Minerale wie Ilmenit und Titanit werden vielerorts zersetzt und das Ti zur Anatas- und Brookitbildung genutzt. Die Bildungsbedingungen für die biden erstgenantnen Minerale unterscheiden sich deutlich von den denen der beiden letztgenannten. Einfach nur abnehmende Temperatur reicht da nicht aus. Meist sind es zeitlich voneinander abgegrenzte Prozesse, die zudem verschiedene Ursachen im Erdinneren habe.
Ich würde nicht sagen, dass die Bildung von Feldspat die gleichzeitige Bildung Anatas ausschließt. Albit und Mikroklin dürften typische Begleiten von Anatas sein. Derartige Paragenesen habe ich von zahlreichen Fundorten. Es gibt aber auch Fundorte, in denen die Anatase ohne Feldspatbegleiter vorkommen. Häufig beobachte ich Chlorit in Gesellschaft von Anatas. Der Chlorit ist aber häufig auch nur eine Begleiterscheindung der oben genannten gesteinsumwandelnden Prozesse.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
Fabian99:
Hallo,
meines Wissens liegt der Brookit unter dem Rutil.
Es gibt eine Vielzahl von Ionen die den Phasenübergang Anatas-Rutil schieben, insbesondere Alkali-Ionen wie Kalium. Daran dachte ich zuerst bei den Feldspäten.
LG
Edit: Sry, geistige Umnachtung. Wenn dann ist die Abfolge Brookit-Anatas-Rutil.
M. Stark:
Hallo!
Schönes Thema, auch wenn ich gestehen muß, daß ich nur einen Teil wirklich verstehe. Trotzdem möcht eich mich einbringen und wenn es nicht sinnvoll ist, bitte ignorieren.
Ich hatte vor Jahren mal die Frage gestellt, ob jemand eine Ahnung haben könnte, wie folgendes Phänomen zu verstehen ist:
Im Quarzporphyr des Steinbruches Peterberg bei Halle kommt verhältnismäßig häufig Anatas ("tafelförmiger" Habitus) gerne in Gruppen auf Albit vor. Selten, meistens dann, wenn die Drusen sehr klein sind, wird der Anatas von ein bis selten 3 wesentlich kleineren Brookitkristallen begleitet, welche dann oft auf dem Anatas aufsitzen. Das heißt für mich, daß dieser am Ende der TiO2-Kristallisation gebildet wird.
Kann das mit dem gezeigten Phasendiagramm erklärt werden?
Beste Grüße,
Markus
felsenmammut:
Glück Auf!
Die Bildungsbedingungen lagen auf jeden Fall im Grenzbereich von Anatas und Brookit. Wie konstant oder variabel die Bildungsbedingungen waren, bleibt dabei offen. Die unterschiedliche Promoterfunktion einzelner chemischer Elemente auf die Bildung von Anatas oder Brookit verwandelt halt den Übergang in eine Grauzone. Sowohl aus den lausitzer Grauwacken als auch aus den erzgebirgischen Gneisen/Metmorphiten ist mir das gleichzeitige Auftreten von Anatas mit Brookit bekannt. Dabei ist noch nicht einmal immer erkennbar, wer denn nun zu erst da war.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln