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Autor Thema: Opalholz, Deutschland (?)  (Gelesen 5091 mal)

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Offline Andreas K

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Opalholz, Deutschland (?)
« am: 17 Mar 21, 12:24 »
Hallo zusammen)))
Ich habe ein paar Stücke aus Bonn (nähere Infos zum Fundpunkt habe ich nicht), die den ungarischen sehr ähnlich sind. Unterschiedlich opalisiert, manche Äste sind in einem Wirwar aus kleinen Wurzeln... Kennt jemand diese Hölzer oder Fundstelle? Scheint wenig bekannt zu sein. In der Literatur sind ein paar Stellen in Bonner raum erwähnt, wo sich Kieselhözer und opalisierte Süßwassermuschel finden...
« Letzte Änderung: 17 Mar 21, 12:30 von Andreas K »

Offline Andreas K

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Re: Opalholz, Deutschland (?)
« Antwort #1 am: 17 Mar 21, 12:26 »
ein paar wietere Bilder.
Grüße, Andrej

Offline Andreas K

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Re: Opalholz, Deutschland (?)
« Antwort #2 am: 17 Mar 21, 12:28 »
und noch ein paar...

Offline Pcheloyad

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Re: Opalholz, Deutschland (?)
« Antwort #3 am: 17 Mar 21, 19:01 »
@Andrej,

Ich hab mal solch Material aus der Nähe von Witterschlick-Buschhoven gesehen. Da gibt es ein paar Kiesgruben.

Lange her, kann mich auch irren.

VG

Marcus

Offline oliverOliver

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Re: Opalholz, Deutschland (?)
« Antwort #4 am: 18 Mar 21, 12:29 »
Hab noch nie was gehört oder gesehen von Opalholz aus der Gegend um Bonn.
Entweder wirklich eine SEHR unbekannt Fundstelle, oder eine falsche Angabe.
Erinnert mich einerseits an Material aus der Slowakei, andererseits an die Funde aus Montenegro, und auch zum österreichischen Csaterberg-Material sind Ähnlichkeiten vorhanden. Würde es auf den ersten Blick als allgemein ostmitteleuropäisch bzw. südost-mitteleuropäisch einschätzen ...
Sollte sich die Angabe "Bonn" verifizieren lassen, fande ich das allerdings mehr als spannend .....  ;)

Offline Andreas K

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Re: Opalholz, Deutschland (?)
« Antwort #5 am: 18 Mar 21, 14:53 »
Doch, in Bonn und Umfeld, auf beiden Rheinufern gibt es zahlreiche Fundstellen für Kieselholz. Das kenne ich aus Literatur und war dort sogar vor 13 Jahren suchen. Andere Sache, dass es dort fast ausschließlich nur Bruchstücke zu finden sind, dazu noch - recht selten. Manche sind richtig schön opalisiert, so wie slowakische Opalhölzer. Der Sammler, von dem ich die Stücke bekommen habe, hat mir viel Fotos geschickt.Wenn es passt, kann ich hier einige zeigen, und zwar mit ziemlich genauer Fundortangabe (selbstverständlich, wenn Sammler nichts dagegen haben würde). Aber diese Stücke, mit Wurzelboden (?) und Ästen sind wirklich was besonderes... Leider vorerst ohne genaue Angabe.

Offline gnoisi

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Re: Opalholz, Deutschland (?)
« Antwort #6 am: 18 Mar 21, 17:19 »
Hallo,
es gibt in der Gegend, die Andrej beschreibt, tätsächlich kleine Vorkommen von Limnoquarziten, die den ungarischen, slowakischen, österreichischen sehr ähnlich sind.
Ich habe hellbraune, opalisierte Holzbruchstücke und opalisierte Cherts mit kleinsten Pflanzenachsen von dort in meiner Sammlung.
Grüße
Marian

Offline oliverOliver

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Re: Opalholz, Deutschland (?)
« Antwort #7 am: 19 Mar 21, 18:04 »
wow, Bonner Opalholz - ist mir tatsächlich neu.
Die Kiesgruben-/Rheinschotter-Kieslholzfunde sind ja bekannt, aber in-situ-Limnosilizit - "Wurzelböden" -- ich staune! Bestens!

Offline Pcheloyad

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Re: Opalholz, Deutschland (?)
« Antwort #8 am: 19 Mar 21, 19:06 »
@Oli :

Kanntest Du die Funde vom Wintermühlenhof nicht ?  und anderen Orten im Bonner Raum.

Im Siebengebirge gab/gibt es noch sehr erstaunliche "Dinge"   ;)

Hier mal ein Bsp.:

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Nordrhein-Westfalen/K%C3%B6ln%2C%20Bezirk/Rhein-Sieg-Kreis/K%C3%B6nigswinter/Petersberg/Winterm%C3%BChlenhof/Umgebung

VG

Marcus


Offline oliverOliver

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Re: Opalholz, Deutschland (?)
« Antwort #9 am: 19 Mar 21, 20:04 »
@Oli :

Kanntest Du die Funde vom Wintermühlenhof nicht ?  und anderen Orten im Bonner Raum.

Im Siebengebirge gab/gibt es noch sehr erstaunliche "Dinge"   ;)

Doch, die Wintermühlenhof-Seite kenn ich - und hab bei den Fotos schon oft gegrübelt, was davon jetzt "Holzopal" (also holzartig aussehender Opal) und was Opalholz (also fossiles, opalisiertes Holz) ist. Ein zwei Stücke sehen schon "holzig" aus, bei den meisten würde ich aber auf "anorganischen" Opal tippen.

Aber da ist der Opal ja im direkten Kontakt mit dem Trachyt/Vulkangestein, wie z.B. auch hier :     https://www.mineralienatlas.de/?l=41929 (mit Basanit/"Basalt") und auch bei weiteren deutschen Basalt/Vulkanit-Vorkommen, z.B. die wunderbaren Stücke von Hohenzell (Vogelsberg-Vulkanismus), die ich aber schon eher als allgemein "silifiziert" und nicht wirklich "opalisiert" bezeichnen würde.
Und vom Siebengebirge hab ich auch schon interessante Stücke gesehen (zumindest Fotos davon).

Aber die von Andrej gezeigten Stücks sind da eben eindeutig anders - eben Limnosilizit-"Wurzelböden", und auch von der Erhaltung/Überlieferung her von den genannten Beispielen abweichend.

Offline Pcheloyad

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Re: Opalholz, Deutschland (?)
« Antwort #10 am: 19 Mar 21, 20:43 »
@Oli : Hätte mich auch schwer gewundert  ;)

bei mindat sind ein paar Fotos raufgeladen

https://www.mindat.org/gallery.php?loc=132243&min=3004

Die kennst Du bestimmt auch.

"Holzopal" vs "Opalholz"

Das überlass ich Euch, den Fachleuten zu diesem Thema.

Bin gerade im Anatas-Fieber. Da die Eifel bzw. deutsche Anatas-Fundstellen noch zu weit weg sind, muss ich halt mal wieder in´s Sakar Gebirge fahren und meinen ( bewusst dort abgelagerten ) Abraum wegschaufeln, um diesem schönen Laster zu fröhnen.   

und natürlich Material zu sichern.   ;D

VG

Marcus

Offline oliverOliver

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Re: Opalholz, Deutschland (?)
« Antwort #11 am: 19 Mar 21, 21:24 »
Danke für den mindat-Link - dort bin ich recht selten zu Besuch!
Von den Quegstein-Opalen würde ich keinen als Holz ansprechen, obwohl beim ersten ockerbraunen Stück evtl. eine kleine Achse/Wurzel durchgehen könnte - ist dann aber in der vergrößerung zu unscharf/pixelig, um das zu entscheiden - bzw. vmtl. überhaupt auch in natura zu uneindeutig. ( https://www.mindat.org/photo-571998.html )
Das Foto von dem Stück vom Wintermühlenhof ist allerdings mehr als eindeutig ...  ;D
https://www.mindat.org/photo-765143.html
Weil ich oben schrieb, dass ich vom Siebengebirge schon öfters Pflanzenfossilien-Fotos gesehen habe - soweit ich mich erinnere, waren da auch mal Blätterttfloren dabei (bei irgendeinem schon lange zurückliegenden ebay-Angebot) - nur weiß ich nicht mehr ob das auch "opalig" war, oder (eher, wie ich vermute) eine andere Erhaltung/Fossilisation.
Alles in allem aber recht spannend .....

Offline Andreas K

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Re: Opalholz, Deutschland (?)
« Antwort #12 am: 20 Mar 21, 22:08 »
Hallo zusammen!
mit dem Opal aus Bonn ist es wirklich so, dass häufig unter dem opalisierten Holz das holzaussehende Opal gemeint wird. Das sieht manchmal sehr ähnlich aus. Ich würde ein paar Stückchen, wo ich skeptisch bin, extra dafür kaufen um näher anzuschauen.

Aber es gibt dort wirklich Opalholz auch. Im Unterschied zu den ungarischen Stücken ist der Opal sehr leicht und weich. Hat gelblich-rötliche bis rosa Färbung und etwas poröser. Die meisten Stücke sind gerade beim Schleifer. ich habe zwei kleine Stückchen anpoliert und zeige hier. Auch ein Astfragment vom dortigen Sammler.

Die Fundstelle sollte irgendwo im Wald sein. Ziemlich klein. Das sind offenbar Lesefunde.
Viele Grüße
Andrej

Offline oliverOliver

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Re: Opalholz, Deutschland (?)
« Antwort #13 am: 21 Mar 21, 13:59 »
Das sind offenbar Lesefunde.

Falls die Stücke wirklich aus dem Siebengebirge (und nicht anderswo her aus der Umgebung von Bonn) sein sollten, ist das ja aufgrund des Naturschutzgebietes wohl nicht anders möglich - umso beachtlicher!

Offline Sargentodoxa

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Re: Opalholz, Deutschland (?)
« Antwort #14 am: 21 Mar 21, 16:10 »
Hallo
Es gibt eine (Doktorarbeit) von H. Winterscheid: Oligozäne und untermiozäne Floren in der Umgebung des Siebengebirges; Documenta naturae No. 158 Teil 1+2, München 2006
In erster Linie werden hier die einzelnen Taxa der Karpo- und Blätterfloren (Hauptanteil die "Blätterkohlen" von Rott) und deren Fundorte und Fundschichten besprochen. Eine Bearbeitung der Altfunde aus Museen (u.a. Bonn) aber auch die Funde der jahrelangen intensiven und systematischen Sammeltätigkeit des Autors. Auch die (Kiesel-) Holzfunde der Silizitklastika- und Chert-Fazies und deren Lokalitäten sind erwähnt worden. Zumindest zählt der Autor einige Fundstellen mit Opal- und verkieselten Hölzer auf. Interessant u.a. Zitat: Nördlich von Rott fand der Verfasser ... auf den ehemaligen landwirtschaftlich genutzten Äcker verkieselte Hölzer (bis 80cm Länge und 30cm Breite).
Werner aus der Lausitz

 

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