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Autor Thema: Rauchquarze aus dem Massenkalk  (Gelesen 4901 mal)

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Offline Gerdchen

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Re: Rauchquarze aus dem Massenkalk
« Antwort #15 am: 21 Apr 21, 21:52 »
Hallo Oliver,
klar, eine geringe Strahlung gibt es immer. Aber ob die ausreicht ist fraglich. Denn wenn ja, gäbe es ja keine Bergkristalle sondern nur noch Rauchquarze.
Wie Boris sagt, ist in den Stromberge Quarzen auch Markasit eingeschlossen der auch ausblüht (mit Kontakt 60 kannst du das Ausblühen prima stoppen) aber deutlich ist der Anteil des eingeschlossenen Bitumens den ich für die farbgebende Ursache halte. Ich bezweifle immer noch, dass es sich um echte Rauchquarze handelt. Eine Untersuchung wäre glaube ich die einzigste Möglichkeit die echte Ursach der Farbgebung herauszufinden. Dafür müsste man aber eine Spitze opfern und Ersatz dafür gibt es nicht mehr.

Offline oliverOliver

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Re: Rauchquarze aus dem Massenkalk
« Antwort #16 am: 21 Apr 21, 22:08 »
Zitat
Dafür müsste man aber eine Spitze opfern und Ersatz dafür gibt es nicht mehr.

schade - wäre spannend!

Offline aca

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Re: Rauchquarze aus dem Massenkalk
« Antwort #17 am: 22 Apr 21, 02:32 »
> Denn wenn ja, gäbe es ja keine Bergkristalle sondern nur noch Rauchquarze.
Das stimmt nicht.
Es hängt auch davon ab, welche Spurenelemente außer Aluminium noch eingebaut werden. Zuviel Wasserstoff macht auf Dauer die Al-Farbzentren kaputt. Das ist eine der Ursachen für Farbzonierung und der Grund dafür, dass auch an Orten mit viel Strahlung Bergkristalle vorkommen können.


Offline Gerdchen

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Re: Rauchquarze aus dem Massenkalk
« Antwort #18 am: 22 Apr 21, 07:41 »
Danke Aca, jetzt verstehe ich endlich auch warum auch Bergkristalle in der Nähe von Rauchquarzen auftreten können.

Auf unserer Seite lasse ich erstmal Rauchquarz stehen

Sollte ich eine Spitze "Rauchquarz" von Stromberg auftreiben können (ist fraglich) die man opfern kann würde ich diese untersuchen lassen. Wer kann bzw. wo kann man eine diesbezügliche Untersuchung durchführen lassen, die dann auch bestand hat?

Offline uwe

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Re: Rauchquarze aus dem Massenkalk
« Antwort #19 am: 22 Apr 21, 08:00 »
Beim Rostowray Clay Pit in Cornwall dürfte es sich um kalkreichen Mergel handeln. Von dort gibt es attraktive Rauchquarzstufen.

Gruß
Uwe

Offline aca

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Re: Rauchquarze aus dem Massenkalk
« Antwort #20 am: 22 Apr 21, 11:06 »
Zitat
Wer kann bzw. wo kann man eine diesbezügliche Untersuchung durchführen lassen, die dann auch bestand hat?

Die "amtliche" Untersuchungsmethode heißt "Electron Paramagnetic Resonance Spectroscopy"(eingedeutscht EPR-Spektroskopie oder Elektronenspinresonanz-Spektroskopy - was nicht wirklich das gleiche ist). Die Methode ist mit der NMR-Spektroskopie vergleichbar, nur wird nicht der Atomkern vermessen, sondern die Elektronen. Das funktioniert bei Material mit ungepaarten Elektronen, also vielen Ionen der Übergangsmetalle und auch Farbzentren.
Blödsinnig komplizierte Technik mit Mikrowellen im Magnetfeld etc. etc., die ich noch nicht mal ansatzweise verstehe.
Dazu muss man in irgendein entsprechend ausgestattetes physikalisches/chemisches Institut gehen und die Leute überzeugen, dass Sie sich herablassen, den Kristall zu vermessen und die sich dabei ergebenden Resonanzspektren zu interpretieren.
Damit kann man das Al-Farbzentrum nachweisen.
Das wäre die Methode für Diplomskeptiker und Nervensägen mit Geld. Vollkommen überkandidelt.

Der wirtschaftlichere Ansatz ist: 1. Prüfung auf Dichroismus + 2. Entfärben unter UV oder mit Hitze.
Meines Erachtens reicht es vollkommen aus, den Dichroismus zu prüfen. Die Kristalle werden nämlich nicht einfach heller und dunkler, man erkennt dabei auch eine charakteristische Farbänderung von dunklerem gelblichem zu hellerem rötlichen Ton. Das ist genauso aussagekräftig wie eine Härte- oder Dichtebestimmung. Markasit oder Bitumen oder Öl tun sowas nicht.
https://www.mindat.org/min-3689.html

Entfärben würde ich nur machen wenn das Material zu trübe ist oder die Färbung durch andere Einschlüsse überlagert ist. UV ist eindeutiger als Hitze, weil letzteres auch andere Farbveränderungen auslösen kann, aber UV braucht sehr lange (je nach UV-Quelle mehrere Tage bis Monate).

Auf Dichroismus prüfen kann jeder selbst machen, einfach mit einem "echten Rauchquarz" am Computer-Monitor üben.
Für Kristalle, bei denen das Prisma fehlt, würde ich empfehlen, eine 2-5 mm dicke Platte parallel zur c-Achse herauszuschneiden und zu polieren und damit den Test zu machen.


Offline Fabian99

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Re: Rauchquarze aus dem Massenkalk
« Antwort #21 am: 22 Apr 21, 11:18 »
Naja,

so kompliziert ist der lineare Zeeman-Effekt nicht. Aber ja, bei Raumtemperatur oftmals einfach Mist wegen der Lebensdauern und alles andere als einfach zu interpretieren.

Sollte nicht bei den meisten, organisch gefärbten Quarzen eine "weiße" Fluoreszenz sichtbar sein?

LG

Offline aca

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Re: Rauchquarze aus dem Massenkalk
« Antwort #22 am: 22 Apr 21, 11:41 »
Den Zeeman-Effekt verstehe ich noch, ich bin aber als Nicht-Chemiker außer Stande, EPR-Spektren zu interpretieren, bei den entsprechenden EPR Fachartikeln verstehe ich bis jetzt nur Bahnhof, muss mich da noch einlesen.

Meine SW-UV-Lampe ist leider kaputt und ich kann das nicht unmittelbar prüfen, aber ich meine mich zu erinnern, dass Fluoreszenz bei organischen Einschlüssen in meiner Sammlung eher die Ausnahme war, insbesondere bei festen Einschlüssen. Ich habe auch nur 1-2 Quarze mit organischen Einschlüssen in meiner Sammlung, die bei LW UV (365nm) fluoresziieren.
Ich habe aber einen echten Rauchquarz mit Bitumen-Enschlüssen in meiner Sammlung.
 

Offline Gerdchen

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Re: Rauchquarze aus dem Massenkalk
« Antwort #23 am: 23 Apr 21, 09:21 »
Ich kann tatsächlich einen Einzelkristall von Stromberg bekommen um ihn auf den Dichroismus zu untersuchen. Ich hoffe ich kann in der nächsten Woche meinen Kollegen Klaus Schäfer endlich mal wieder sehen und mit ihm dann die Untersuchung durchführen.
Vielen Dank aber schon mal an aca für seine Informationen. Das hat mir persönlich weitergeholfen mehr über Quarze, insbesondere über Rauchquarze, zu verstehen.

LG
Gerdchen

Offline aca

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Re: Rauchquarze aus dem Massenkalk
« Antwort #24 am: 23 Apr 21, 13:48 »
Bin gespannt.
Ich würde als Blindprobe Usinger Rauchquarze nehmen, die sind etwas trübe und aufgrund ihrer Einschlüsse und Form ohne Prismen ähnlich schwierig zu testen.

Offline Gerdchen

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Re: Rauchquarze aus dem Massenkalk
« Antwort #25 am: 26 Apr 21, 16:26 »
Habe heute tatsächlich Klaus getroffen,

wir werden das in Angriff nehmen, aber da wir kurz vor einer Schulschließung stehen könnte es noch etwas dauern. Also bitte noch etwas Geduld :)

Offline oliverOliver

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Re: Rauchquarze aus dem Massenkalk
« Antwort #26 am: 28 Nov 24, 12:36 »
wir werden das in Angriff nehmen,

Hallo Wolf-Gerd,
ist da was draus geworden?
Würde mich auch interessieren - zumal das Thema ja immer wieder mal in den Bilderdiskussionen auftaucht ....
ga
oli

 

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