Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals
Salzsäuretest
loismin:
Hallo.
Habe mal versucht zu zeigen, wie man mit einem Salzsäuretest einen Malachit ausschließen kann.
Dazu möchte ich hier mal anhand eines Bildes die Reaktion zu zeigen wenns kein Karbonat ist .
Ein Tropfen verdünnte Salzsäure in einen Döschendeckel, ein kleines abgebrochenes Stück des zu testenden Minerals mit einer Nadel in den Tropfen schieben und das Lösungsverhalten im Stereomikroskop anschauen.
Hier sieht man ganz deutlich ,nur ganz leichte Bläschen, die sich sehr langsam bilden und die Salzsäure sehr schnell gelb färben .
Das Mineral löst sich zwar auf, aber sehr langsam und bildet sehr langsam entstehende Luft oder Gasblasen.
Das ist ein eindeutiges Zeichen dafür, daß es eben kein Malachit ist, der sofort ganz schnell aufschäumt.
Würde hier von der Paragenese her dann eher ein Sulfatmineral vermuten .
Loismin
loismin:
Hallo
Kleiner Hinweis noch .
Natürlich den Test nur mit Brille, Bauhelm und Abzugshaube machen um Unfälle zu vermeiden >:D
Und dem Stereomikroskop tuts auch nicht gut, wenn man nicht eine schützende Vorsatzlinse vor dem Objektiv hat .
Loismin
aca:
Wenn Du sowas mit einem Smithsonit machst, sieht das auch so aus, eher noch weniger Bläschen.
Das kann bei verdünnter Säure so langsam gehen, dass das CO2 aus der Lösung diffundiert, bevor es Bläschen bildet. Manche Carbonate lösen sich schnell, manche langsam.
Malachit löst sich in der Tat schnell und mit viel Bläschen auf, mit gelber Farbe übrigens, denn Cu2+ sieht in Salzsäure gelb - gelbgrün aus, nicht blau oder grün.
Die Bläschen würden bei einem Sulfat, Phosphat, Chlorid etc. etc. nicht auftreten. Luft geht auch nicht freiwillig in Lösung, nur um als Bläschen wieder auszutreten, erst recht nicht wenn da etwas anderes drin gelöst ist.
Mögliche Alternativen zu Carbonaten wären z.B. Sulfite (SO2) oder Sulfide (H2S, das hätte man gerochen), unedle Metalle. Alles sehr unwahrscheinlich.
loismin:
Hallo Amir.
Beim Brochantit sieht das Lösungsverhalten genauso aus und das ist zweifelsfrei ein Sulfat .
Oder täusch ich mich da.
Loismin
cmd.powell:
Moin Alois
Das kann schon hinkommen mit dem Brochantit.
Eine Sache sollte allgemein noch erwähnt werden: Abbildungen in Bücher und im Internet können massiv in die Irre führen, auch wenn sie mit noch so guten Absichten gemacht wurden. Für chemische Test empfiehlt sich daher immer der Bildtest mit bekannten Proben! Das ist, wenn man entsprechend gründlich arbeiten möchte, sogar zwingend, da, wie Amir schon gesagt hat, manche Minerale für ihre Gruppe eher untypsiches Verhalten zeigen, Smithsonit ist da so ein Beispiel. Noch schlimmer ist Rhodochrosit, der in Salzsäure überhaupt keine Reaktion zeigen kann. Auch Cerussit zeigt sich von Salzsäure unbeeindruckt. Beide sprudeln aber in konz. Salpetersäure!
Also, beim Rumhantieren mit Chemie immer Vergleichsproben parallel zur Probe machen. Auch könnten die Testchemikalien verunreinigt oder sonstwie beeinträchtigt sein. Ich hatte z.B. mal wahrscheinlich uralte Salzsäure für eine CO2-Probe in der Hand, mit der hat noch nicht einmal Aragonit (als Blindprobe) geschäumt.
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