Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Zeugen des Bergbaus / evidence of mining

Altbergbau identifizieren: Tagesbruch, Pinge oder Tagebau?

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Gelb:
Hallo Jörg und Thomas,

Danke für eure Antworten!

Die geologische Karte aus dem Ausschnitt kenne ich, die angesprochenen, freiliegenden Eisenerzlinsen gehören zur ehemaligen Grube Morgenstern auf der anderen Seite der Landstrasse.

Gerade in diesem Gebiet geht es mit der Geologie irgendwie drunter und drüber, so schön abgeteilt wie auf der geologischen Karte stellt es sich tatsächlich nicht ganz dar wenn man durch die Wälder dort streift würde ich sagen.

Das Gestein was im Bruch  (noch) zu sehen ist, ist meiner Meinung nach ein sedimenteres Kalk-Mischgestein, ähnlich wie die Brocken die man in der Verwerfung sieht aber doch etwas anders, brauner/lehmiger und poröser/leichter zu bearbeiten. Allerdings kann ich mir auch gut vorstellen dass alles abbauwürdige Gestein an dieser Stelle schon erschöpft ist.

Zur Grube Hainau sind laut Wikipedia ein Zechenhaus und eine Scheideanlage überliefert, meine Vermutung daher dass dort der dafür notwendige Kalk abgebaut wurde.

Eine Bahnlinie ist mir dort nicht bekannt oder meinst du eine kleine, nur innerhalb des Geländes? Eigentlich ist da alles etwas steil für eine Bahn.

Aber zurück zum eigentlichen Thema :D
Neben den dokumentierten Gruben und erkennbaren Halden gibt es in diesem Gebiet wie gesagt auch zahllose undokumentierte "Landschaftliche Auffäligkeiten" die mein Interesse geweckt haben. Teilweise kann man auf den topografischen Karten sehen dass diese dort auch verzeichnet sind, meistens aber ohne weitere Angabe, also einfach als Bergbaueingrenzung. Andere sieht man nur vor Ort oder eben auf der Lidarkarte. Hoffe das ihr mir dehingehend noch ein paar Tips geben könnt was die Indizien angeht um die Dinge einzukategorisieren.

Mein neues Hobby ist nun eben diese Auffäligkeiten auf der Karte zu finden, rauszufinden was man über Literatur und Internet rausfinden kann, diese zu besuchen, mir Gedanken darüber zu machen was da wohl ungefähr wann los war und sie in meine eigene kleine Karte eintragen. Aber nun hat sich eben rausgestellt dass ich es vor Ort in den meisten Fällen nur schwer beurteilen kann :D

Ich hänge nochmal einen größeren Ausschnitt an, dort sieht man auch den als Tagebau dokumentierten Eisenerzlinsen Aufschluss der Grube Morgenstern (roter Kreis). Hier frage ich mich immer wie wohl in dieser schmalen Spalte gearbeitet wurde bzw wieviel früher einmal frei lag. Etwas weiter rechts liegen die Fundamente der ehemaligen Gebäude dieser Anlage (gelb).

Blau eingekreist ist eine Verwerfung wo ich keine Ahnung habe, evtl ist da in der Vergangenheit viel Wasser lang geflossen, woher und wohin kann man aber nicht wirklich sagen. Gestein liegt dort keines frei.

Bin wie gesagt sehr Dankbar für alle Tips die mir helfen diese ganze Löcher, Risse und Hügel besser einzuschätzen :)


giantcrystal:
Hallo Hans

Hier nochmal der Kartenausschnitt mit dem von mir interpretierten Verlauf des Bremsberges.  Ob unten bei der Verladung tatsächlich früher eine Bahnlinie war oder doch "nur" eine Strasse, weiß ich leider auch nicht

Glück Auf

Thomas

nwsachse:
Hallo,

jetzt sind wir aber weit ausserhalb des ursprünglich übermittelten Kartenausschnittes ?

Nur auf diesen bezog sich ja ursprünglich deine Frage und meine vorhergehende Nachricht.

Was die Identifikation unbekannter Elemente betrifft, gibt es sicher kein Patentrezept. Es hilft dann nur, außer der Geländearbeit, die Heranziehung aller sonstigen Informationen wie z. B:

- online verfügbare Informationen
- archäologische Informationen
- topographische Karten (historische und aktuelle)
- geologische Karten (historische und aktuelle)
- Archivarbeit (Bergarchiv, Staatsarchiv, Gemeindearchiv usw.)

Historische Bergbaugebiete sind, wie du ja schon selbst festgestellt hast, u. U. vollgepflastert mit Schürfen, Pingen usw..

Manches wird sich auch nicht klären lassen.

Jörg N.

Steinjäger:
Hallo,

die genannte Gegend ist mir durch eigene Besuche bekannt. Die Fotos 2 und 3 in dem Beitrag von Hans G. scheinen den oberen Bereich des größeren Kalksteinbruchs nahe dem Forsthaus Haina zu zeigen. Auf Foto 4 ist wohl ein Teil der Halden der Grube Hainau (Roteisensteinbergbau) zu sehen. Hier liegt viel Roteisenstein, mit Kalkstein verwachsen, dieser enthält viele Fossilien. Wilhelm Riemann schreibt 1878 in der Beschreibung des Bergreviers Wetzlar daß die Grube Hainau seit einigen Jahren ein viel besuchter Fundort für die Fossilien des Massenkalks ist. Im Anhang ein ca. 11 x 9 cm großes Handstück von dort.
Gruß und Glück auf!

Uwe

Steinjäger:
... hier noch ein Detail (Brachiopode) aus dem oben gezeigten Handstück.

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