Glück Auf!
Wie schon erwähnt, ist Antlerit eine Alternative und Zustimmung auch meinerseits, dass die Kupfersulfate durch ihre Vielfalt und chemische Ähnlichkeit einige Schwierigkeiten in der Analyse mit sich ziehen. Gemenge verschiedener Kupfersulfate können auftreten.
Neben den schon erwähnten Mineralien können auch Wroewolfeit, Redgillit und Kobyashevit in kräftigem Grün auftreten. Zahlreiche weitere Cu-Sulfate sollten ein auffälliges Blau oder Blaugrün zeigen. Das Cu:S-Verhältnis aus den Messungen liegt jetzt auch nicht so super bei 4:1 für Brochantit, sondern eher bei rund 4.5:1, zumindest für 4 der 5 Messungen. Die 2. Messung liegt auffällig niedriger bei rund 4:1. Man könnte das als Hinweis für eine heterogene Zusammensetzung nehmen. Die Mehrfachmessung lässt eine Aussage zur Streuung (Chemie am Messpunkt + Gerät) zu, bei der Genauigkeit muss man wohl etwas Großzügigkeit dazurechnen. Auffällig ist auch der Kohlenstoffpeak. Das kann nun oberflächige Verunreinigung sein oder auf die Anwesenheit von Malachit oder eines anderen Karbonates hinweisen.
Letztlich würde ich der Häufigkeit der Minerale eine ausschlaggebende Gewichtung einräumen bei der Benennung von Mineralfunden , wenn keine anderen triftigen Gründe dagegen sprechen. Je seltener das Mineral, um so umfassender sollten die Analysen sein, um die Benennung zu rechtfertigen. Dem Bild nach zu urteilen, könnte man die schwarzgrünen Aggregate auch als grüne Aggregate mit einem schwarzen Überzug deuten. Wenn man da auf einer frischen Bruchfläche misst, erhält man natürlich keine Information zu dem Überzug.
Letztlich würde ich mit der Interpretation Brochantit mitgehen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut