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Autor Thema: Prosopit ? Altenberg Erzgebirge  (Gelesen 1958 mal)

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Offline geomueller

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Prosopit ? Altenberg Erzgebirge
« am: 08 Jan 22, 12:46 »
Hallo alle,

habe kürzlich eine eine rare und sehr schöne Fluoritstufe aus Altenberg Erzgebirge bekommen, 10 x 9 x 5 cm, Kristalle bis 3 cm. Auf der Rückseite der Stufe befinden sich etwas Pyrit und Kassiterit sowie weiße bis gelbliche teils strahlige durchscheinende bis undurchsichtige Kristalle. Erst habe ich es für Gips oder vielleicht Baryt gehalten, scheide ich aber jetzt aus.

Nun gab es ja im Zinnbergbaugebiet Altenberg Erzgebirge als Seltenheit Prosopit (TL). Der Prosopit von dort ist in Paragenese mit Hämatit, Siderit, Pyknit, aber auch mit Fluorit beschrieben. Was haltet ihr davon, könnte das Prosonit sein (siehe Bilder)? Das wäre natürlich ein Knaller ;)

MfG und Glück Auf, Jürgen

Offline Pcheloyad

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Re: Prosopit ? Altenberg Erzgebirge
« Antwort #1 am: 08 Jan 22, 18:18 »
"Glück Auf" Jürgen,

Hätte jetzt auch Baryt oder "weißer Beryll" geschätzt. Strahliger Prosopit ?

Ich wünsche es Dir. Gib bitte Bescheid, wenn Du ein genaues Ergebnis vorliegen hast.

VG

Marcus

Offline felsenmammut

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Re: Prosopit ? Altenberg Erzgebirge
« Antwort #2 am: 09 Jan 22, 04:45 »
Glück Auf!

Interessante Stufe.

Warum scheidest Du Baryt und Gips aus?

Die Stufe zeigt nicht die typische Mineralgemeinschaft, für die Prosopit meist beschrieben und abgebildet ist. Es ist daher mehr als nur gewagt, rein vom Anblick auf ein so seltenes Mineral zu schließen. Als Arbeitshypothese kann man das zwar annehmen, sollte diese Vermutung aber durch weitere Tests bestätigen oder wiederlegen. Aber selbst wenn alle Feldmethoden die Arbeitshypothese bekräftigen, würde man letztlich nicht um eine saubere Analyse herumkommen. Reaktion bei UV kurz und lang? Härte? Radioaktivität? Bruch, Spaltbarkeit? Parageneseabfolge? Sind der Pyrit und Kassiterit auf der Matrix aufgewachsen oder auf den fraglichen, säuligen Kristallen?

Als Alternativen kann ich vorschlagen: Apatit, Li-Minerale, Pyromorphit/Mimetesit, Kaolin-Fluorit-Gemenge als Pseudomorphose, Zeolithe, Selten-Erden-Arsenate/Phosphate. Die Nachbarlagerstätte Zinnwald/Cinovec liefert auch einige Ansätze, um was es sich handeln könnte.

Ist das Dunkelrotbraune wirklich Kassiterit? Oder Sphalerit?
Wie groß sind die Stengel/Rosetten?

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut



Offline uwe

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Re: Prosopit ? Altenberg Erzgebirge
« Antwort #3 am: 09 Jan 22, 08:37 »
Ich denke hier lohnt sich eine EDX-Analyse. Ist zwar erst mal etwas Geld, aber wenn es wirklich Prosopit ist (was man nicht generell auschließen kann) wäre das ein Superstück von der Typlokalität.

Gruß
Uwe

Online Axinit

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Re: Prosopit ? Altenberg Erzgebirge
« Antwort #4 am: 09 Jan 22, 09:46 »
Servus,

ein wirklich tolles und interessantes Stueck !

Falls eine nicht zerstoerungsfreie Analysen-Methode zum Einsatz kommen kann bzw. falls die Entnahme bzw. das Abloesen einer geringen Probemenge moeglich ist, waere vermutlich die Aufnahme eines IR-Spektrums evtl. in Kombination mit EDX am sinnvollsten.

Prosopit und Fluorit unterscheiden sich zwar in der Zusammensetzung aber enthalten beide Ca und F.

Das IR-Spektrum weist direkt die Anwesenheit der OH-Gruppen nach und erlaubt auch Gips, Apatit oder Baryt auszugrenzen oder nachzuweisen

GA,

Harald

Offline Sebastian

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Re: Prosopit ? Altenberg Erzgebirge
« Antwort #5 am: 09 Jan 22, 11:47 »
Hallo,
Ich denke zerstörungsfrei kommt man mit Raman schon ausreichend weit.
Gruss Sebastian

Online Axinit

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Re: Prosopit ? Altenberg Erzgebirge
« Antwort #6 am: 09 Jan 22, 12:13 »
Servus,

dies musste ja kommen.

Tatsaechlich ist IR-Spekroskopie aus naheliegenden Gruenden DIE METHODE der Wahl um die Anwesenheit bzw. die Natur von O-H-Schwingungen zu untersuchen und nachzuweisen. Dies gilt auch fuer die Untersuchung von Mineralen.

Abgesehen davon fuehrt in der Analytik der Einsatz lediglich einer Methode nur selten zu belastbaren Aussagen.

Wie wir schon oft sahen, ist Raten ein schoener Zeitvertreib fuer einen winterlichen Sonntag und Glauben kann sowieso Berge versetzen !

GA

Harald

Offline guefz

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Re: Prosopit ? Altenberg Erzgebirge
« Antwort #7 am: 09 Jan 22, 12:56 »
Nichts desto trotz wäre ein Ramanspektrum der erste (meist) zerstörungsfreie Ansatz. Danach kann man schauen, was noch weiter nötig ist. Diverse der hier bereits ins Spiel gebrachten Alternativen könnte man im Ramanspektrum problemlos erkennen. Erst wenn dabei nichts plausibles herauskommt, ist die nächste Methode an der Reihe.

Günter

Offline geomueller

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Re: Prosopit ? Altenberg Erzgebirge
« Antwort #8 am: 09 Jan 22, 15:28 »
Hallo alle,
ich freue mich sehr über die rege Beteiligung und die Anregungen. Natürlich war mir klar, dass die Vermutung auf Prosopit sehr ins Blaue gegriffen war, sicher ist hier auch mehr der Wunsch der Vater des Gedanken. Es ist aber immerhin ein von mehreren Möglichkeiten die für die Lagerstätte in Frage kommen, andere Möglichkeiten wurden hier ja auch schon genannt. Auch war mir klar, dass man wohl um eine Analyse nicht herum kommt wenn man Sicherheit haben will. Um so mehr freut es mich das mir per Mail zwei Angebote für Analysen gemacht wurden, die ich natürlich sehr gern annehmen werde.

Ich muss jetzt erst einmal sehen wie ich für eine Analyse geeignetes Material von der Stufe isoliert bekomme, ohne die schöne Stufe zu sehr zu beschädigen.

Soweit erst einmal für heute.

Gruß und Glück Auf, Jürgen

Offline vandendrieschen

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Re: Prosopit ? Altenberg Erzgebirge
« Antwort #9 am: 09 Jan 22, 22:00 »
Warum nicht die ganze Stufe zur Analyse schicken?

Offline Sebastian

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Re: Prosopit ? Altenberg Erzgebirge
« Antwort #10 am: 10 Jan 22, 08:24 »
Ginge auch, ist aber umständlicher.
Die Geometrie der ganzen Stufe kann einfach zu groß oder schlecht ausrichtbar unter dem Laser sein (Die meisten Ramanspektrometer sind mit einem Mikroskop gekoppelt). Es ist einfach einfacher, bzw. Gerätabhängig wie viel Platz und Arbeitsabstand da ist.

Gruß Sebastian


Online Axinit

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Re: Prosopit ? Altenberg Erzgebirge
« Antwort #11 am: 10 Jan 22, 10:08 »
Servus,

Hallo,
Ich denke zerstörungsfrei kommt man mit Raman schon ausreichend weit.
Gruss Sebastian

War nicht die Rede von zerstoerungsfrei ?

Fuer mich heisst dies immer noch, dass die Integritaet einer zu untersuchenden Probe nicht durch die durchzufuehrende Messung beeintraechtigt wird und somit keine mechanische Probenentnahme notwendig wird. Die Gruende hierfuer sind irrelevant (Groesse, Geometrie etc.). Sobald eine Manipulation stattfinden muss, kann von zerstoerungsfrei nicht mehr die Rede sein.

Offensichtlich ist auch die Bedeutung dieses Wortes in der ueblichen begrifflichen Inflation untergegangen.

GA

Harald

 

Offline Sebastian

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Re: Prosopit ? Altenberg Erzgebirge
« Antwort #12 am: 10 Jan 22, 11:53 »
Wie gesagt, ist möglich, aber nicht immer
ist möglich sinnvoll.

Gruß Sebastian

Offline geomueller

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Re: Prosopit ? Altenberg Erzgebirge
« Antwort #13 am: 11 Jan 22, 20:22 »
Hallo alle,

das Rätsel ist geklärt, es ist nun doch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nur Gips. Ein Mitglied des Atlas war so nett eine Analyse des fraglichen Materials mittels Raman-Spektroskopie durchzuführen, vielen Dank nochmals dafür. Mein Optimismus bzw. meine Hoffnung auf Proposit ist durch die Analyse natürlich gedämpft. Ehrlich gesagt hatte ich aber auch so etwas erwartet, da ich bei der Probeentnahme von der Stufe schon gemerkt habe wie weich das Material ist und der Verdacht auf Gips natürlich realistischer weise auch im Raum stand.

Also dann, Glück Auf, Jürgen
« Letzte Änderung: 11 Jan 22, 21:38 von geomueller »

 

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[erledigte Bestimmungen / completed determinations] Re: Koslenz ??? / FO nicht zuordenbar von Bruno80090 07 Feb 26, 18:29