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Neid unter den Sammlern

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Stefan:
Ich starte diese Diskussion als "Verweis Ziel" für andere Diskussionen in denen dieses Thema auftaucht.

Immer wieder muss ich Anschuldigungen lesen wie

- Fundstellen werden verheimlicht bis sie erschöpft sind
- Fundstellen werden angeblich ausgebeutet bis nur noch Schutt übrig bleibt
- Es wird alles ausgebeutet und verkauft

diese Anschuldigungen beruhen in meinen Augen oft auf absoluter Unwissenheit und Neid.

Besagte Sammlungen werden oft über Jahre mit viel Schweiß zusammen getragen. Oft wird jede freie Minute zur Suche aufgewandt. Ständige Präsenz während des Abbaus ist das Mittel zum Erfolg. Und dann kommen die Neider, die einen Blick in solch eine Sammlung werfen dürfen, die Fundstelle aufsuchen und sich wundern, dass die interessanten Schichten verschwunden sind. Wären da nicht die Sammlerfreaks, die kontinuierlich ihre Freizeit opfern, wären die Funde für die Ewigkeit verloren - geschreddert und zerstückelt.

Warum werden Fundstellen verheimlicht? Oft steckt hinter der Suche monatelange und jahrelange Recherche und Mühe. Wenn dann mal der Fund der Funde gelingt, warum sollte ein Sammler fremde Leute an seiner Mühe teilhaben lassen. Um solche Informationen zu bekommen, da muss man sich mit dem Thema auseinander setzen und Kontakte knüpfen. Vertrauen bekommt man nicht geschenkt.

Sicher werden auch viele Funde verkauft. Es soll sogar Leute geben die davon Leben oder ihre zahlreichen Exkursionen damit finanzieren. Na und? Was ist daran verkehrt, es ist halt nicht nur ein Hobby. Wie finanziert ihr tausende von Kilometern um ständig an den Exkursionszielen präsent sein zu können?

Mit Neidgedanken kommt keiner weiter.

Meine Sammlung ist bescheiden und ich freue mich tolle Sammlungen anschauen zu dürfen und habe vollen Respekt vor der Arbeit die dahinter steckt.

Meinungen sind erwünscht!
Gruß Stefan ;D

michel:
...klingt ein wenig nach Rechtfertigung... ???

Stefan:
Ein wenig dünn die Antwort.

Rechtfertigung würde ich nicht sagen, dazu gibt es keine Notwendigkeit, es ist Aufklärung, es ist es ein Entegenkommen. Aufklärung hilft vielleicht manch engstirniges Denken zu korrigieren. Warum sollte ich mich rechtfertigen, ich habe keine solch umfangreiche Sammlung (leider *snief*).

Wo sind denn die Argumente der Neider und Nörgler? Wo sind denn die viel verkündeten Fundstellen die sie nun nicht mehr weiter geben wollen wenn sie keine Infos bekommen. Ich habe noch keine Fundstellenbeschreibung dieser Personen gelesen. Wo sind denn die tollen Funde die sie tätigen ohne dabei von einem anderen Sammler an der Hand geführt zu werden?

Ich werde diese Diskussion bewusst provokant durchführen, da ich es dick habe mich mind. ein mal die Woche mit diesen Kleinkindern auseinander setzen zu müssen, die in meinen Augen nie gelernt haben, dass Erfold nur von harter Arbeit (vielleicht auch ein wenig Glück) kommt.

Gruß Stefan

P.S Leider liegt es in der Natur der Neider und Nörgler unerkannt bleiben zu wollen, daher werden alle Gastbeiträge in diesem Thread ohne weitere Ankündigung gelöscht!!

Robin:
Hallo Stefan,


--- Zitat ---Besagte Sammlungen werden oft über Jahre mit viel Schweiß zusammen getragen. Oft wird jede freie Minute zur Suche aufgewandt. Ständige Präsenz während des Abbaus ist das Mittel zum Erfolg. Und dann kommen die Neider, die einen Blick in solch eine Sammlung werfen dürfen, die Fundstelle aufsuchen und sich wundern, dass die interessanten Schichten verschwunden sind. Wären da nicht die Sammlerfreaks, die kontinuierlich ihre Freizeit opfern, wären die Funde für die Ewigkeit verloren - geschreddert und zerstückelt.

Warum werden Fundstellen verheimlicht? Oft steckt hinter der Suche monatelange und jahrelange Recherche und Mühe. Wenn dann mal der Fund der Funde gelingt, warum sollte ein Sammler fremde Leute an seiner Mühe teilhaben lassen. Um solche Informationen zu bekommen, da muss man sich mit dem Thema auseinander setzen und Kontakte knüpfen. Vertrauen bekommt man nicht geschenkt.
--- Ende Zitat ---

Also für Steinbrüche trifft das alles ganz gut zu.. bei Halden liegt es m.E. anders. Ich kann durchaus verstehen daß wenn ein Sammler eine neue Fundstelle entdeckt er erst selbst (oder mit Freunde) dort suchen möchtet. Das ist aber nicht gleich zu setzen mit geheim halten für alle Zeit. Im letzten Fall, was wenn der Sammler stirbt? - Lage der Fundstelle nicht mehr bekannt, alle Funden vertauscht oder verkauft... ; da tut mein 'wissenschaftliches' Herz weh! Anderseits kann ich mich nicht wirklich darüber aufregen - ich werde mir halt mehr Mühe geben um die 'geheime Fundstellen' auch zu entdecken. Ist nur schade daß einige Leute nicht bereit sind Fundstellen mit anderen zu teilen.


--- Zitat ---Sicher werden auch viele Funde verkauft. Es soll sogar Leute geben die davon Leben oder ihre zahlreichen Exkursionen damit finanzieren. Na und? Was ist daran verkehrt, es ist halt nicht nur ein Hobby. Wie finanziert ihr tausende von Kilometern um ständig an den Exkursionszielen präsent sein zu können?
--- Ende Zitat ---

Wie ich in einem anderem Thread schon gesagt habe: ich habe prinzipiell nichts gegen verkaufen. Es gibt aber Ausnahmen. Für mich ist es immer ein Erlebnis wenn ich etwas finde, bei gekaufte Stücken habe ich das nicht. Außerdem macht es mir spaß um alles bis ins Detail zu beschreiben; so z.B. der Zusammenhang zwischen die verschiedene Mineralien, Gesteine und geologische Strukturen. Deswegen soll es nicht schwer zu verstehen sein, daß ich es ärgerlich finde wenn Fundstellen durch eine bestimmte Person oder Gruppe ausgebeutet werden und alles an Material verkauft wird (also nur kommerzielle Belangen - kein Dokumentation, kein Erlebnis - oder nur für ein paar Personen). Neid? - vielleicht. Ich denke es ist eher etwas wie: es könnte besser sein! Es gibt ja sehr sehr viele Sammler die selbst sammeln. Die wollen nicht nur kaufen, die wollen auch erleben. Naja so ist eben auf dieser Welt, alles dreht sich nur um Geld und Macht :P. Jedoch schade daß auch unseres schönes Hobby davon betroffen ist.

In diesem Sinne,

Gruß Robin (der sich nicht als Neider oder Nörgler bezeichnet ;D)

ceratit:
Hallo Stefan,

das sehe ich eigentlich ganz ähnlich, ich persönlich werde mich hüten, die wenigen guten Aufschlüsse, die ich kenne, an die grosse Glocke zu hängen. Zum einen, weil es mich gute 2 Jahre gekostet hat, die Aufschlüsse zu erkunden (Stratigraphie, fündige Horizonte und, und und...) und zum anderen, weil ich meine Sammelerlaubnis nicht aufs Spiel setzen will.
Das heisst aber nicht, dass ich niemanden teilhaben lasse, aber ich suche mir die Leute raus, die ich dorthin mitnehme!
Da gehört dann allerdings mehr als nur ne E-mail, mit der Frage nach Fundstellen dazu, das ist Vertauenssache.

Der Vorwurf das Fundstellen komplett "ausgebeutet" werden hat bei näherer Betrachtung keinerlei fundierte Grundlage.
Ich bin fast jedes Wochenende unterwegs, (wenn die richtige Schicht angeschnitten ist auch mehrmals die Woche), das ist aber noch lange keine Fundgarantiie. Die meiste Zeit finde ich sehr wenig, oft auch gar nix!

Die alles entscheidende Frage ist doch: wieviele Fossilien, die ich aus dem Gelände mitnehme, kommen am Ende in die Sammlung? Als Muschelkalksammler mache ich persönlich die Erfahrung, dass vielleicht EIN fertig präparierter Ceratit von anfänglich 10 gefundenen Stücken, auch tatsächlich so gut ist, dass er in der Sammlung landet - und dieser Schnitt ist schon das Optimum!

Wie blöd müsste ich dann sein, wenn es mal "rappelt", nur einen Teil der möglichen Funde mit nach Hause zu nehmen und den Rest der Fossilien liegenzulassen, nur damit nachfolgende Sammler auch noch was finden können! In der Regel wird das Zeug sowieso verschottert!

Ich sammel jetzt seit 3 Jahren recht manisch, und habe eine kleine Sammlung zusammengetragen, mit der ich sehr zufrieden bin. Neben vielen Eigenfunden ist auch einiges gekauft oder getauscht -  das meiste allerdings selbst  präpariert. Als Sammler muss man sich den örtlichen Gegebenheiten anpassen, ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr viel fruchtbarer ist die Aufschlüsse, die man in der näheren Umgebung hat permanent heimzusuchen, anstatt quer durch die Republik zu reisen um vermeintlich spektaküläre Fundstellen abzuklappern.
Fundlücken kann ich immer noch über Tausch, oder Kauf schliessen.
Nurch durch Hartnäckigkeit und Mühe sind schöne Sammlungen aufgebaut worden
(oder mit nem grossen Geldbeutel :) )

Bin ich neidisch?? - sehr oft! :) :) - Das sehe ich aber eher als Ansporn!

Oliver

PS: Abschliessend wäre vielleich noch anzumerken, dass jeder Sammler nur das mitnehmen sollte, was seinem persönlichen Niveau entspricht :)
 

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