Hallo zusammen,
warum alles "verkomplizieren", wo es relativ so einfach ist:
da die meisten, die mit dem, bzw. durch das Mikroskop fotografieren, weniger die möglichkeit haben, irgendwo an einer Blende zu manipulieren, erübrigt sich in den meisten Fällen unnötiges herum- experimentieren. An der Camera mit den Blenden zu arbeiten, bedeutet nicht, dass die Tiefenschärfe wesentlich verbessert wird, da am Mikroskop ja ein auf das Okular (oder den Adapter) projeziertes Bild abfotografiert wird. Dass ein gewissermaßen zweidimensionales Bild, wie wir es letztendes am Okular betrachten, nicht mehr durch eine nachgeschaltete Camera wesentlich "geschärft" werden kann, - versteht sich von selbst. Ich will mich nun nicht als denjenigen bezeichnen, der mit seinem Eigenbau die "eierlegende Wollmilchsau" erfunden hat, aber wenn ich nicht günstig an ein Repro-Ststiv gekommen wäre, hätte ich es einfach mit zwei Rohren versucht, die innen schwarz
matt sind und die man ohne zu grosses Spiel ineineinander schieben kann. So hätte ich gewissermaßen auf die aus alten den Piratenfilmen bekannten, zusammenschiebbaren Fernrohre zurückgegriffen und an das Ende des einen Rohres die Camera gesetzt und an das andere Ende ein Objektiv von irgend einem Fotoapparat. Irgendwie bekommt man es hin, dass das komplette System in einer Flucht zu liegen kommt, selbst wenn man das Okular oder den Adapter mittels Klebeband oder Papier so lange umwickeln muss, bis ein spielfreies ineinanderschieben möglich ist. Da die Aufnahme des Objektivs in eine Camera grösser ist, kann man, um den Durchmesser vom kleinen zum grösseren Rohr zu überbrücken, mit zwischenstücken arbeiten, bis ein Durchmesser des grösseren Rohres erreicht wird, in dem man wie beim Okular das Objektiv einklemmen kann.
Man muss lediglich darauf achten, dass das Objektiv senkrecht in das zweite Rohr eingeschoben wird, damit es später nicht zu optischen Verzerrungen kommt, d.h. die optischen Achsen der Camera,des Okulars (Adapters) und des Objektives müssen auf einer Linie liegen. Es gibt im Kunststoffhandel genormte, klebbare Rohre, die man so ineinander schieben kann, und wenn es nicht genau passt, kann man immer noch ein Stück Klebeband darum wickeln, bis es passt. Es sollte halt so sein, dass man einigermassen spielfrei, jedoch nicht mit zu grossem Kraftaufwand beide Rohre ineinander schieben kann. Dieses" Ersatz-Balgen-Gerät" wird liegend eingesetzt, man sollte es entsprechend unterlegen, oder das Rohr, in welchem das Objektiv steckt, fixieren, jedoch so, dass vorne auch nach unten genügend Platz für die Stufen ist. Dann kann man das andere Rohr an welchem der Camera-Adapter ist, oder das Okular des Mikroskps stufenlos einschieben und die Vergrösserung bestimmen. Die Höhenunterschiede an der Camera kann man durch entsprechende Unterlagen ausgleichen.
Somit hat man ein einfaches, billiges Hilfsmittel zum Mikrofotografieren, an dem man je nach verwendetem Objektiv mehr oder weniger auf,- bzw. abblenden kann. Welche Blende nun die beste ist, liegt im Auge des Fotografen, wobei ich auf einer Skala von ca. 2,8 bis 18 meist mit der Blende 11 arbeite. Wichtig ist nur, dass wenn ich einen bestimmten Punkt scharf haben will, dass ich diesen bei der grössten Blende, also z.B. 2,8 scharfstelle und dann soweit abblende, bis mir der Gesamtbild- Eindruck am Cameradisplay gefällt. Umgekehrt bringt es nichts, da das Display an der Camera leider zu klein und nicht so hochauflösend ist, als dass man damit das fertige Bild schon vorher bewerten kann. Und dann natürlich mehrere Bilder vom selben Objekt mit verschiedenen Einstellungen/ Beleuchtung machen. Die Länge der Rohre bzw. die Gesamtlänge bei maximalem und minimalem Auszug ermittelt man einfach mit Versuchen. Man kann auch für bestimmte Vergrösserungen, seien es nun für kleinere oder grössere Abbildungsmasstäbe, mehrere verschieden lange Rohre benutzen, z.B die kleineren, einschiebbaren Rohre für das Objektiv (od. Adapter) in zwei od. drei verschiedenen längen bereitstellen, falls eine Mineralien-Stufe zu klein oder zu gross ist.
Der Camera ist es egal, wie das Bild entstanden ist, das aufgenommen wird, ob es nun durch ein teures Mikroskop oder durch einen (in diesem Falle) sehr günstigen Eigenbau aufgenommen wird. Wichtig ist, dass man vernünftig abblenden kann, eine stufenlose Vergrösserung möglich ist, dass die Beleuchtung passt und die optischen Achsen der verwendeten Optik samt Camera auf einer Linie liegen, sowohl horizontal auch als vertikal.
So, das wäre es, wenn auch nicht in Kürze.
Grüsse,
Bernd
