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Autor Thema: Etwas Neues von der Halde Haniel in Bottrop, wovon ich gern wüsste, was es ist. / Steinkohle u. Neb  (Gelesen 3116 mal)

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Offline ruebezahl

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Glück auf zusammen,


Streitet Euch doch bitte nicht um Formulierungen...

... und Danke für die Erläuterungen zur Dichtebestimmung.

Ganz friedlich gebe ich noch meinen Senf dazu:

Die Waage wiegt die der Auftriebskraft entsprechende Masse. Bei reinem Wasser unter Normalbedingungen ist der Umrechnungsfakor für deren Volumen 1 ml/g.

Und ich sehe ebenfalls in der fraglichen Probe Fettkohleflözchen in Kohlenkalk. Die irisierenden Partien an der Fettkohle können feinste Sulfidlagen aber auch Kohlenwasserstoff-Beläge sein, das ist mit einfachen Mitteln nicht feststellbar.

MfG
ruebezahl
« Letzte Änderung: 18 Feb 22, 15:35 von ruebezahl »

Offline ruebezahl

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Glück auf,


Auch wenn ich mich mit Steinkohlevorkommen gar nicht auskenne, möchte ich mich mal ganz weit aus dem Fenster lehnen und sagen, das metallisch Glänzende ist Steinkohle/Anthrazit.

Thomas

Anthrazit auf Haniel eher nicht. Auch Anwesenheit von Gips ist unwahrscheinlich. Ansonsten Zustimmung.

MfG
Rübezahl

Offline Heureka

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Guten Tag,

vielen Dank für die rege Teilnahme und Hilfe.

harzgeist, ich werde das Volumen zukünftig so berechnen, weil es deutlich einfacher und sicherer ist. Die Erklärungen hinsichtlich der Volumenberechnung finde ich super! Ebenso wie der an dieser Stelle so passende, überaus geistreiche Verweis auf meinen Namensgeber. Sehr, sehr schön und hat mich auf eine lehrreiche Art, ziemlich zum Schmunzeln gebracht :-). Das hatte schon eine gewisse Situationskomik. Wenn Archimedes sich seinerzeit in der Badewanne so dämlich angestellt hätte wie ich beim Steinetauchen, wär`s wohl niemals zu dem Ausruf gekommen… Ich fand, “Ich hab`s gefunden“, einen einfach für mich so passenden Namen für dieses Forum.

Vielen Dank an alle hilfreichen Kundigen für die eindeutige Bestimmung als Steinkohle, die nach nichts schmeckt, was ich vandendrieschen noch kurz bestätigen möchte.

Auch wenn es `nur` ein Mini-Kohleflözchen ist, begeistert es mich trotzdem. Mir geht es ja nicht darum, etwas `Wertvolles` zu finden, sondern darum, meine Neugier zu befriedigen.

Vor allem diese sehr klaren und durchsichtigen Fensterchen oder Spiegel, je nach Lichteinfall, interessieren mich. Ich kann nur leider nicht einschätzen, wie dick das ist. Es könnte sowohl nur eine dünne Schicht sein und nur spiegeln oder auch etwas dicker sein.
Meine optische Recherche hat ergeben, dass es vielleicht mit dem Kalk doch hinhauen könnte. Ich habe Fotos gefunden, die dem sehr nahekommen. Demnach könnte es Selenit (Marienglas oder Spiegelstein) sein. Sieht ein Kohlenwasserstoff-Belag auch so aus und wie dick könnte der in etwa maximal sein?
Wenn Kalk/Selenit hier für ausgeschlossen gehalten würde, höre ich auf und wir belassen es dabei :-). Ich möchte hier nicht noch Eure Kapazitäten für andere Hilfsbedürftige wegen einem Stück Kohle binden...
Ansonsten könnte ich versuchen, solch ein Stückchen rauszubrechen, um es einmal genauer zu untersuchen.

Viele Grüße aus dem Kohlenpott sendet
Christiane

Offline harzgeist

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Hallo Christiane,
Freut mich, dass wir wieder ein Stück zur Erkenntnis beitragen konnten.
Was die Kohlenwasserstoffe betrifft, so liegt die Schichtdicke im Bereich einiger Mikrometer und damit im Bereich der Wellenlänge des Lichtes, was dann zu Interferenzerscheinungen führt (Seifenblasen, Ölfilm auf Pfützen).
Ich denke bei dir liegt solch ein Belag von Kohlenwasserstoffen vor, Pyrit würde m.M.n. deutlich 'metallischer' aussehen und deine Beschreibung wäre anders ausgefallen (aber das ist nur ein Gefühl).
Selenit und Marienglas ist identisch/synonym mit Gips und dieser ist laut Ruebezahl am Fundort unwahrscheinlich. Deshalb denke ich, dass deine Fensterchen (Spaltflächen von) Calcit sind. Dieser schäumt mit Salzsäure sofort und heftig auf. Ein Tropfen ist im Prinzip schon zu viel. Am besten feuchtest du ein Hölzchen (Zahnstocher) mit Säure an und bringst so eine winzige Menge auf die zu testende Partie. So lässt sich auch (meist) feststellen, welche Gesteinskomponente genau zur Reaktion führt.
Kannst du evtl. Linien/Risse in diesen durchsichtigen Bereichen erkennen, die sich unter bestimmten Winkeln schneiden?

@Rübezahl: Ein Film von Kohlenwasserstoffen sollte sich doch mit Aceton entfernen lassen, oder ?
Und wäre die Bezeichnung Letten für das kalkig-tonige Gestein in diesem Fall angebracht ?

Thomas

Offline ruebezahl

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Glück auf Christiane,

Diese Kohlenwasserstoffschichten sind äußerst dünn, also im Bereich der Wellenlängen sichtbaren Lichts, deswegen auch irisierend. Dass es welche sind, ist nicht sicher, es können auch sehr dünne Pyrit/Markasit-Abscheidungen sein, die haben ebenfalls irisierende Anlauffarben infolge von Oxidhaeutchen in etwa so "dick" wie die Kohlenwasserstoff- Häutchen  es wären. Das alles kann nur ein fachlich ausgerüstetes Labor bestimmen.

Alternativ kannst Du  Fachliteratur über Steinkohle konsultieren, da ist ja eine umfangreiche Forschung vorhanden, vielleicht lässt sich Dein Fund dann besser eingrenzen.

Zielführende Literatur müsste ich inzwischen selber erst recherchieren, aber die wirst Du ja bestimmt bei der Beschäftigung mit dem neuen Hobby ohnehin finden.

Zum Gips/Selenit:
Wenn ich schrieb "unwahrscheinlich", dann meinte ich damit das primäre Auftreten im Kohleflöz. Auf der Halde kann er sich natürlich später bilden.

MfG
ruebezahl

Offline ruebezahl

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Glück auf,

Zitat
author=harzgeist

@Rübezahl: Ein Film von Kohlenwasserstoffen sollte sich doch mit Aceton entfernen lassen, oder ?
Und wäre die Bezeichnung Letten für das kalkig-tonige Gestein in diesem Fall angebracht ?

Thomas

a) Im Prinzip ja, aber Aceton wird auch gleichzeitig Bestandteile der Kohle angreifen, dann ist das Ergebnisbild wieder unklar.
b) Es ist eher ein Kalk(-Mergel/Schiefer), da definitiv flöznah, tonige Konsistenz ist da unten nicht mehr. Verfestigung und Inkohlung sind im Steinkohlerevier viel stärker als in der Braunkohle.

MfG
ruebezahl
« Letzte Änderung: 18 Feb 22, 22:31 von ruebezahl »

Offline ruebezahl

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Glück auf,

zu Oxidhäutchen: die entstehen erst Übertage oder durch Wettereinfluss im Streb, im Flöz selbst sind die noch nicht da.

MfG
ruebezahl

Offline Heureka

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Guten Abend,

nachdem ich mich noch einmal mit meinem Stein Nr. 3 beschäftigt habe, kann ich vermelden, dass diese `Fensterchen` kein Gips oder etwas Massives sind. Es ist genau so, wie hier gesagt wurde. Es ist nur eine oberflächliche Schicht. Ging ganz einfach per Kratztest festzustellen. Zusätzlich habe ich noch ein winziges Stückchen mit einer Zeckenzange rausgebrochen und untersucht.

Fazit: Für mich ist es nun ein Steinkohle-Mini-Flözchen aus dem Ruhrkarbon mit teils irrisierenden Oxidhäutchen.

Falls kein Widerspruch kommen sollte, wäre Stein Nr. 3 also auch geklärt :-)

ruebezahl, nochmals Danke für die immer sehr geschätzten und treffsicheren Äußerungen und wenn ich Zeit habe, lese ich z.Zt. einiges über den Ruhrkarbon und immer wieder tauchen neue Sachen / Fragen auf. Da bin ich sicher eine Weile mit beschäftigt...

Danke auch für den Tip hinsichtlich des Säure-Zahnstocher-Tests, den ich mir für die Zukunft merken werde.

Ich trau mich kaum, meinen Stein Nr. 4 zu präsentieren, weil ich fürchte, dass es vielleicht gar kein Stein / Mineral sein könnte.
Aber die Neugier wird siegen und auch auf die Gefahr hin, mich hier komplett lächerlich zu machen, wird es wohl dazu kommen ;-).

Allen einen schönen Abend noch, möglichst ohne Sturmschäden, wünscht
Christiane






Offline oliverOliver

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Zitat
Ich trau mich kaum, meinen Stein Nr. 4 zu präsentieren, weil ich fürchte, dass es vielleicht gar kein Stein / Mineral sein könnte.
Aber die Neugier wird siegen und auch auf die Gefahr hin, mich hier komplett lächerlich zu machen, wird es wohl dazu kommen

Nur zu! Mit ernsthaftem Interesse machst du dich hier nie lächerlich - ganz im Gegenteil!

lg + ga
oliver

Offline ruebezahl

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Glück auf Christiane,

die jüngste Publikation zu Prosper Haniel, die ich bieten kann

https://duepublico2.uni-due.de/receive/duepublico_mods_00070254

Der Autor ist Biologe und übergeht den Kohlenkalk, ok, aber er gibt in seiner Dissertation eine gute geologische Übersicht, und es geht auch recht aktuell um die Zeche.

Und:

denke daran, dass Politik und Bürokratie mit die Hauptfeinde der Mineraliensammler sind. Sammle daher emsig die Halde ab solange Du kannst und darfst.

MfG
ruebezahl

Offline Heureka

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Glück auf und Hallo,

vielen Dank Oliver für die ermunternden Worte und an ruebezahl für das Raussuchen der Publikation, die ich soeben runtergeladen habe. Ich habe nur kurz das Verzeichnis angeschaut und weil das für mich schon ziemlich anspruchsvoll aussieht, muss ich mir mich da nach und nach reinfinden. Den mathematischen Teil werde ich weglassen, weil der mich definitiv überfordern wird... Aber alles andere scheint interessant zu sein :-).

Überbürokratisierung und teils auch nicht logisch nachvollziehbare Gesetzgebungen erschweren generell vieles in den verschiedensten Bereichen, denke ich. Da kann ich mich schon vorstellen, dass dies für Mineraliensammler ebenfalls zutrifft.

Ich mach mich jetzt an "Stein 4", den ich als bisher seltsamsten Fund ansehe und hoffe, dass mir die Fachleute da wieder eine Erklärung liefern können.

Herzliche Grüße sendet
Christiane


Offline oliverOliver

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Zitat
den ich als bisher seltsamsten Fund ansehe

hallo Christiane,
bin schon sehr neugierig!  :D
lg + ga
oliver

p.s.:
dort müssten doch Pflanzenfossilien auch "rumliegen", oder nicht?

Offline Heureka

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Hallo Oliver,

ja, da liegen wohl wirklich Pflanzenfossilien rum. Meine Freundin hat welche gefunden, sie hat anscheinend ein besseres Auge für sowas... Ich finde eher die seltsamen und auffälligeren Sachen  ;).

Wenn ich einmal Glück habe und so etwas finde, melde ich mich!

Lieben Dank, gute Nacht und einen schönen Sonntag
Christiane

 

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