Gesteine / Rocks / Rocas > Österreich / Austria
Mineralienbestimmung_Fundort Hollenburg/NÖ / Radiolarit
Evita007:
Hallo an die Experten,
ich hoffe, dass es jemanden gibt, der mir sagen kann was hier gefunden wurde.
Kollegen meinten, dass es eine versteinerte Pflanze sein könnte. Auch,
dass in diesem Gebiet schon mal Chalzedon gefunden wurde.
Ich habe die Vermutung, dass es sich eventuell um Jaspis handeln könnte.. beschäftige
mich aber erst seit meinem Fund mit Gestein und Mineralien. Irgendwie bin
ich angefixt, noch mehr zu finden und sauge alle Infos auf wie ein Schwamm -
sagt, gibt es sowas wie Steinfieber?
Hier noch ein paar Infos für die Experten, damit ihr euch beim Bestimmen
leichter tut:
Fundort: Waldweg Hollenburg Richtung Wetterkreuz; ganzer Weg ist voll von Schotter; der
Bruchstein lag an einer ausgewaschenen Stelle im lehmigen Boden; konnte leicht
herausgelöst werden. Stein war in 2 Teile zersprungen; zu Hause hab ich versucht, den größeren
Teil in der Mitte zu spalten (was hab ich mir dabei nur gedacht!) - deswegen gibt es noch kleinere
Splitter. Aber wenigstens sieht man nun, wie der Stein "innen" aussieht ;) Durch den Stein verläuft
eine grüne Ader, der Rest ist dunkelbraun mit schwarzen Flecken.
-Stein ritzt Glas
-Bruch: eher glasartig; extrem scharfkantig!
-Glanz: eher wachsartig meiner Meinung..
-Kein Magnetismus vorhanden
-Dichte (hoffentlich richtig ausgerechnet): 2,47
-Strichfarbe: auf Papier ist nur der Abdruck zum Sehen, keine Strichfarbe...
(Salzsäure nicht in meinem Haushalt vorhanden)
Ich sag schon mal Danke im Voraus für eure Einschätzungen. Hoffe, dass die Fotos gut genug sind..
LG aus Krems, Eva
vandendrieschen:
Hallo Evita,
bei dem Stein handelt es sich um einen Feuerstein.
Das Grüne sind Störungen die mit Chalcedon oder ähnlichem verheilt sind.
--- Zitat von: Evita007 am 21 Feb 22, 13:15 ---sagt, gibt es sowas wie Steinfieber?
--- Ende Zitat ---
Ja.
Gruß
Jule
Axinit:
Servus Eva,
Steinfieber gibt es - nicht ansteckend, kann aber zur Leidenschaft werden :D.
Deine Vermutung geht in die richtige Richtung: die Eigenschaften Deines Fundes, insbesondere Ritz-Haerte, Dichte, Bruch (soweit auf dem Photo erkennbar) sprechen fuer das Vorliegen eines Minerals, das aus amorphem Siliciumdioxid besteht: Jaspis, Flint (Feuerstein), Hornstein oder aehnliches. Die gruene Ader kann ich auf den Photos nicht erkennen.
Leider habe ich von der regionalen Geologie NOesterreichs keinerlei Ahnung - hier muessen die Kollegen aus felix austria einspringen.
Weiterhin viel Freude beim Sammeln,
Harald
oliverOliver:
hallo Eva,
im beschriebenen Gebiet kommen Schotter der Traisen und der Paläotraisen vor (beide mit Liefergebiet Nördliche Kalkalpen), aber da wir da nahe an der Donau sind, könnten auch Reste von glazialen Donau-Terrassen dabeisein - so gut kenn ich mich dort jetzt auch wieder nicht aus.
Da die dicke "Kruste" eher nach Verwitterungsrinde als nach Sinterbedeckung aussieht (oder beides? wiederum: am Foto nicht wirklich zu entscheiden), tendiere ich eher zur Vermutung Paläotraisen (Hollenburg-Karlstetten-Fm aus dem Badenium).
Der Fund ist jedenfalls ein (kalk-)alpiner Hornstein (als Überbegriff), und konkret wohl ein Radiolarit/Radiolarienhornstein (auf den Fotos 2 und 3 recht eindeutig).
Entsprechende Gerölle weisen oft auch einen Anteil an Kieselkalk auf - ein solcher Bereich könnte eventuell am ersten Foto erkennbar sein (der hellere, +/- geschichtete Teil), ist aber nach Foto ohnehin nicht zu entscheiden.
Zusätzlich sind da noch Dendriten drauf (Mn- und/oder Fe-Oxide), die sich auf einer Kluftfläche gebildet haben (die dunklen "moosartigen Muster" auf Bild 2 + 3) - also kein Pflanzenfossil, sondern eine mineralische Bildung.
lg
oliver
p.s.:
Und Steinfieber - ja, das Thema hatten wir erst gestern in einem anderen Thread. Schwere Verläufe sind sozusagen vorprogrammiert .... ;D
p.p.s.:
"kalkalpin" war jetzt ein Bisschen allgemein bzw. ungenau gesagt - konkret könnte das Stück sowohl aus jurassischen Kalken der eigentlichen Kalkalpen stammen, als auch aus der "Klippenzone" (Ybbsitz-Klippenzone) - die wird von der Traisen (und Zuflüssen wie der Gölsen) südlich von St. Pölten, im Bereich Traisen (Ort)/Hainfeld durchschnitten. Letztere Möglichkeit ist vermutlich sogar wahrscheinlicher ...
stoanklopfer:
--- Zitat von: oliverOliver am 21 Feb 22, 14:53 ---...
Der Fund ist jedenfalls ein (kalk-)alpiner Hornstein (als Überbegriff), und konkret wohl ein Radiolarit/Radiolarienhornstein (auf den Fotos 2 und 3 recht eindeutig).
...
--- Ende Zitat ---
Das würde ich auch so sehen!
Volkmar
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