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Mineralienbestimmung_Fundort Hollenburg/NÖ / Radiolarit
ruebezahl:
Glück auf,
--- Zitat von: Axinit am 21 Feb 22, 13:55 --- amorphem Siliciumdioxid besteht: Jaspis, Flint (Feuerstein), Hornstein oder aehnliches.
--- Ende Zitat ---
kleiner Einwand: die meisten davon sind nicht amorph, sondern kryptokristallin. Radiolarien besitzen zwar ein Skelett aus amorpher Kieselsäure, aber nicht alle Cherts sind aus Radiolarien hervorgegangen (z.B. Jaspis, auch mancher Hornstein), und wenn, kann nur (Polarisations)mikroskopie klären ob ober wie weit sie noch amorph sind.
Wie das bei Radiolarienhornsteinen im alpinen und perialpinen Raum aussieht weiß ich allerdings nicht, da habe ich nicht so den Wissensstand drauf.
MfG
ruebezahl
oliverOliver:
hallo Uwe,
danke für den Einwand - ist mir eh auch schon aufgefallen.
Radiolarit: meines Wissens nach nicht amorph, sondern krypto-/microkristallin.
Wobei ich kürzlich mal gehört habe, dass der Terminus "kryptokristallin" angeblich nicht mehr aktuell sein soll, und das jetzt alles unter "mikrokristallin" läuft - wobei ich das aber ad hoc nicht durch Literaturstellen belegen kann, müsste da nochmal nachfragen ...
lg + ga
oliver
Axinit:
Servus,
[/quote]
kleiner Einwand: die meisten davon sind nicht amorph, sondern kryptokristallin.
[/quote]
... ein korrekter und auch berechtigter Einwand.
Falls ich Eva's urspruenglichen Beitrag zu Grunde lege, ging es um eine versuchsweise Bestimmung einer Mineralprobe nach auesseren Kennzeichen. Eva hat offensichtlich die Ratschlaege, die der MA fuer den interessierten Leser bereithaelt, beherzigt und sich wacker geschlagen.
Ich habe gezoegert an Stelle von amorph das Adjektiv kryptokristallin zu verwenden, mich dann aber dagegen entschieden.
Amorph im Sinne einer nicht erkennbaren Ausbildung kristalliner Formen trifft das Aussehen der abgebildeten Bruchstuecke gut - insbesondere wenn man diesen gut kristallisierte Varietaeten von Siliciumdioxid gegenueber stellt.
Die Unterscheidung ob mikro- oder kryptokristallin oder teilweise amorph, ob Hornstein, Chalcedon oder doch Radiolarit oder moegliche Uebergaenge lassen sich mit haeuslichen Mitteln nicht wirklich bewerkstelligen, genauso wie sich Genese und Ursprung des Fundes (Wegeschotter) nicht mehr mit Sicherheit rekonstruieren lassen werden. Ich bin mir auch nicht sicher, ob derartige Details fuer eine Novizin wirklich von Belang sind.
GA Harald
Uwe Kolitsch:
> Wie das bei Radiolarienhornsteinen im alpinen und perialpinen Raum aussieht weiß ich allerdings nicht
Bei deutlich metamorphen Radiolariten spricht man von Metaradiolariten.
Je nach Metamorphosegrad sind nur noch Relikte der Radiolarien vorhanden oder gar keine mehr (dann kann man oft nur noch indirekt aus der Stratigraphie ableiten, dass der jetzt vorliegende Quarzit mal ein Radiolarit gewesen sein muss).
Evita007:
Guten Morgen Zusammen,
ich bin überwältigt ;D Vielen Dank für die tollen Erklärungen zu meinem Fund!
Zusammengefasst als Novizin (danke dafür - klingt viel schöner als Lehrling ;) )
kann ich also mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich um einen Radiolarit handelt? Schon
interessant, dass er so einen weiten Weg hinter sich hatte, und dann mir beim Spazierengehen
in die Hände fällt. Da es mein erster Fund (von einigen ebenso interessanten/ unbekannten im letzten Monat) ist, ist
der Stein etwas ganz besonderes für mich. Ich denke, ich werde versuchen ihn einseitig zu schleifen und
zu polieren - damit er im Wohnzimmer glänzen kann.
Ist mein Fund für diese Gegend eher etwas ungewöhnliches oder kommt Radiolarit hier öfter vor?
Wäre mein Fund es wert, in den Mineralienatlas aufgenommen zu werden?
Ich schicke euch viele Grüße und wünsche euch einen schönen Tag!
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