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Autor Thema: wieder Halde Haniel - Ist das ein Fossil oder kann es weg?  (Gelesen 1506 mal)

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Offline Heureka

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Guten Abend und Glück auf,

ich bin aktuell noch beim Aussortieren der mir "seltsam" vorkommenden Sachen, wo ich also gar nicht allein weiterkomme und wieder keine Ahnung habe... Deshalb möchte ich möglichst nochmals die Hilfe der Experten hier erbitten :).

Mein Steinchen Nr. 5 hat oben eine sehr symmetrische Struktur, die für mich noch am ehesten aussieht, als wenn nebeneinander viele Kettenfahrzeuge drüber gefahren wären. Deshalb fiel der Stein mir überhaupt auf. Ansonsten ist er einfach unscheinbar grau, glänzt nicht.

Fundort: Halde Haniel, Bottrop
Dichte: 1,8
Lässt sich mit einer Nadel ritzen
Ritzt selber kein Glas
Ist meinem Gefühl nach eher weich. Durch festen Druck mit einem Stahlnagel an einer Ecke, brachen gleich 2 Stückchen heraus.
Der Bruch ist unregelmäßig und nicht sehr scharfkantig.
Strichfarbe ist grau.

Ich frage mich, ob das wieder etwas unnatürliches sein könnte und wie dieses Muster auf die Oberfläche gekommen sein könnte.
Es könnte sich ja auch einfach irgendetwas aus neuerer Zeit eingedrückt haben. Ich habe versucht, selber auf der Unterseite irgendeine Spur zu hinterlassen, aber das ging nicht.

Ich hoffe, dass hier jemand eine Idee hat und so etwas was schon einmal gesehen hat.
Jedenfalls bräuchte ich einen Rat, ob ich es vielleicht besser wegschmeißen sollte  ;)

Vielen Dank schon einmal.

Grüße aus dem Kohlenpott sendet
Christiane

 





Offline oliverOliver

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hallo,
sieht aus wie der Abdruck eines (Korb-?)Geflechts / einer geflochtenen Matte.
Und das "weiche" graue Material - irgendwas mörtelartiges ???
lg
oliver

p.s.:
Versuch mal mit Knetmasse / Plastilin etc. einen "Abdruck vom Abdruck" zu machen - dann hast du wieder ein Positiv, was bei der Beurteilung manchmal hilfreich sein kann.

Offline harzgeist

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Hallo,
Ich stimme Oliver zu, das sieht SEHR verdächig nach menschlichem Zutun aus. Für etwas Natürliches ist das Muster zu regelmäßig. Dichte und Weichheit lassen mich Gips vermuten.
Wie ist die Reaktion mit Salzsäure (auf Vorder- und Rückseite) und ist visuell im seitlichen Bruch eine Trennung zwischen Beiden Seiten sichbar, was die unterschiedliche Härte erklären würde ?
Abgebundener Gips bröselt übrigens auseinander, wenn er einige Zeit mäßig erhitzt wurde, 200° im Backofen reichen da aus, eigentlich schon um die 120° (hab den genauen Wert jetzt nicht im Kopf).

Thomas

Offline Heureka

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Hallo und Glück auf,

erst einmal vielen Dank dafür, dass ihr euch wegen meinem vermutlich künstlichen Steinchen überhaupt die Mühe einer Antwort macht! Ich denke, wir brauchen uns mit dieser "Kuriosität" auch nicht so ausführlich weiterbeschäftigen.

Optisch sieht der Stein auf den ersten Blick homogen aus. Nur an der frischen Bruchkante und anderen seitlichen wohl noch nicht so alten Bruchstellen, sieht er grauer aus. Die gesamte Oberfläche hat ansonsten zusätzlich einen gelbstich, der an den Bruchstellen nicht auftritt. Dann habe ich nochmals auf allen Flächen den Ritztest mit einer Nadel gemacht. Es geht an allen Stellen gleich und hinterlässt eine Kratzspur mit feinem, staubigen Abrieb. Nur an den grauen Bruchstellen, scheint er härter zu sein und macht auch keinen Abrieb. Daraus würde ich jetzt schließen, dass er innen härter ist, als außen. Eindrücken, um mit einem Stahlnagel ein Muster zu stanzen, lässt sich aber nirgendwo etwas.

Die beiden vorgeschlagenen Versuche habe ich soeben gemacht. Die hausgebrochenen Stückchen waren 15 Minuten bei 200C° im Backofen und sind nicht zerbröselt. Ich hatte sogar den subjektiven Eindruck, dass sie vielleicht härter als vorher wurden. Spröder vielleicht, aber wohl nicht weicher.

Der Salzsäuretest war auch seltsam. Es gab sofort eine sprudelnde kurze Reaktion, die aber schnell nachließ und anschließend bildeten sich noch einige ziemlich große Bläschen, die etwas länger an dem Stein hafteten, bevor sie aufstiegen. Das ging vielleicht 2 Minuten so und dann passierte mit dem Rest nichts mehr. Mein Gedanke war, dass der Stein innen eine andere Konsistenz haben müsste, als außen. Vielleicht hat sich äußerlich eine dünne Schicht gebildet, die auf die Salzsäure reagiert, aber das Darunterliegende nicht.

Ich hoffe, ich habe das einigermaßen nachvollziehbar erklären können  :).

Also, falls jemandem noch etwas dazu einfallen sollte, gerne her damit. Ich bin ja immer neugierig und freue mich über jede Erklärung... aber, wie schon gesagt, es ist mir nicht wirklich wichtig, das in diesem Fall noch tiefgehender zu ergründen. Eine Versteinerung kann man wohl ausschließen und damit bin ich schon zufrieden  :).

Herzlichen Dank und viele Grüße sendet
Christiane





Offline felsenmammut

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Glück Auf!

Bilder und Text lesen sich wie Beton mit Gewebeabdruck. Und um die Eingangsfrage zu beantworten: Ja, das kann weg, wenn man den geowissenschaftlichen Wert des Fundes zu Grunde legt.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Heureka

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Guten Abend,

und vielen Dank, auch noch einmal an das Felsenmammut  :).

Ich sehe es genauso und werfe es weg. Somit wäre das erledigt und ich möchte mich auch lieber den anderen Funden zuwenden, wo ich versuchen werde, weiter zu lernen...

Beste Grüße
Christiane

Offline Klinoklas

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Hallo Christiane,

ein wenig schmunzeln musste ich schon als ich deinen Fund gesehen habe.
Vor einigen Jahren habe ich auch auf der Halde Haniel gesammelt. Damals wurde noch regelmäßig neues Material dort abgekippt.
Es war wirklich einfach sehr gute Pflanzenabdrücke (Farne, Schachtelhalme usw.) und mit etwas Glück auch Minerale zu finden.

Bei meinem Besuch konnte ich ein optisch ähnliches Stück finden, allerdings war es ein Rindenabdruck im Schiefergestein.
Schon ein wenig schade, dass ich von dem wirklich guten Material überhaupt nichts behalten habe.

Gruß
René


Sigillaria sp.  ;)
https://www.thefossilforum.com/uploads/gallery/album_1390/gallery_2384_1390_531366.jpg

« Letzte Änderung: 24 Feb 22, 17:58 von Klinoklas »

Offline oliverOliver

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    • naja ....
hallo René,
gibt es auch "näher" - nämlich hier im Lexikon  ;):
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Fossilbilder%20nach%20Klassifikation?fossilid=1592
lg + ga
oliver

edit mod:
Fortsetzung als eigenes Thema abgetrennt
« Letzte Änderung: 24 Feb 22, 22:49 von oliverOliver »

Offline oliverOliver

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Zitat
vielen Dank Renè und Oliver :) und gut, dass ich es noch nicht weggeschmissen habe  ;D.
Ich bin jetzt echt beeindruckt, denn das trifft es jetzt fast haargenau. - Unglaublich - Ist dann wohl Sigillaria elegans.

nein, Mißverständnis -
dein Stück ist sicher keine Sigillaria! das ist was Anthropogenes ....
Sieht zwar auf den ersten Blick ähnlich aus, aber eben nur auf den ersten - beim zweiten Blick / vergrößerten Bild ist es klar, dass es eben keine Sigillaria ist.

Die neuen Fotos zeigen schon Pflanzenfossilien -
ich trenns daher mal vom "Mörtelthema" ab ... ;-)
« Letzte Änderung: 24 Feb 22, 22:53 von oliverOliver »

Offline Heureka

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Guten Abend zusammen und Glück auf,

ich möchte doch noch einmal auf das Mörtelthema zurückkommen, weil mir das keine Ruhe gelassen hat.

Zunächst einmal wollte ich jedoch ausschließen, dass bei mir eher der Wunsch der Vater des Gedankens ist; nämlich eine nette gut erhaltene Sigillaria gefunden zu haben.  :D

Daher hatte ich erst einmal kurz weiter recherchiert, weil ich im Netz via Google-Bildersuche weitere Sigillariaceae auf ähnlich aussehender "Mörtel-Matrix" gesehen hatte.
Zusätzlich brauchte ich auch dringend ein wenig Ablenkung wegen diesem unsäglichen Krieg und bin 6 Tage hintereinander auf der Halde rumgekrochen...  ::)

Unter anderem habe ich tatsächlich noch ein sehr ähnliches Stück, etwas größer und nur in etwas schlechterem Erhaltungszustand, gefunden. Das hat mich sehr erstaunt und hat nun einige neue Fragen aufgeworfen.

Für mich ist es nun doch sehr unwahrscheinlich, dass ich fast auf der anderen Seite der Halde, ein fast identisches aber unterschiedlich großes Stück, finde, was ebenfalls anthropogen sein sollte. Das macht keinen Sinn, zumal der neue Fund die gleiche Matrix hat. Es ist aber diesmal viel deutlicher ersichtlich, dass es ein gewachsenes natürliches Material und kein Mörtel ist. Auch wird es wohl kaum verschieden große (in diesem Fall winzige) aber identische menschengemachte Gewebe geben, die sich dazu noch gleich eingedrückt haben sollten.

Deshalb möchte ich die erfahrenen Fachleute hier nochmals bitten, sich das anzuschauen und nach ihrer geschätzte Meinung fragen  :).

Herzlichen Dank schon einmal!

Viele Grüße aus dem Kohlenpott sendet
Christiane






Offline Detlef

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Hallo Christiane,
es ist und bleibt Mörtel/Beton. Solche Abfälle kenne ich auch von anderen Halden, wie zB. im Aachener Steinkohlenrevier.
Liebe Grüsse Frank-Detlef Paul

Offline Heureka

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Glück auf und guten Abend zusammen,

zunächst einmal vielen Dank, für das nochmalige Ansehen und die eindeutigen Antworten :).

Wenn ich etwas nicht so recht verstehe, will ich`s meist ergründen, bis ich zufrieden bin und es dann abschließen kann.
Jetzt bin ich zufrieden und mir ziemlich sicher, dass ihr alle Recht habt und es etwas Anthropogenes ist. Zu gleichmäßig und mir kam es ja auch von Anfang an seltsam vor.
Außerdem hat Detlef vollkommen Recht, es liegen auch tatsächlich so einige "Abfälle" auf der Halde rum, die ich ja auch meist genauer ansehe...
Ich glaube jetzt sogar, dass ich den Übeltäter gefunden habe  ;D und wir können das Thema hier gern schließen.

Danke für eure Geduld mit einer Anfängerin wie mir, die es dann auch noch immer ganz genau wissen will  ;) ! Sorry dafür.

Ich habe aber auch noch echte und für mich tolle Fossilien gefunden, wo ich ebenfalls noch eure geschätzte Hilfe zur Bestimmung erbitte.

In diesem Sinne und allen eine friedvolle Zeit wünscht
Christiane


 

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