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Wer kann mir sagen was das für ein Gestein ist?

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Tantallo:
Hallo Liebe Mineralienfreunde/Sammler.

Ich bin ganz neu hier im Forum.
Das sammeln von Mineralien, Edelsteinen und Fossilien ist mein größtes Hobby.
Seit kurzem suche ich interessante Kieselsteine an Iller und Donau hier bei mir in Ulm.
Ich war überrascht was da alles zum Vorschein kommen kann.
Nun habe ich hier ein wie ich finde ungewöhnliches Stück gefunden und natürlich beschäftigt mich die Frage um was es sich hierbei handeln könnte.
Er hat die Dichte und Härte von Quarz, es ist eine Form von Quarz.
Wie auf den Bildern zusehen ist bricht das Gestein splittrig mit einem muscheligen Bruch.
Ich habe in auch schon in verdünnte Salzsäure gelegt, es hat die helleren Bereiche nicht angriffen, also kein Calcit.
Ich vermute das es sich bei dem Stein entweder um Lydit/Radiolarit aus Franken oder Feuerstein aus Norddeutschland handelt.
Die hellen Bänderungen sind entweder freigelegte Quarzadern, könnten aber auch eine Patina von schwarzem Feuerstein sein.
Außerdem hat er nur dünne wenige Quarzrisse/Spalten die auf Lydit hindeuten.
Interessant ist das er ungewöhnlich dunkel fast tiefschwarz ist, alle anderen Kieslschiefer die ich bisher gefunden habe waren mehr oder weniger dunkelgrau.
Mit der Lupe kann ich keine Radiolarienpünktchen erkennen.
Wie kann ich Lydit von Feuerstein unterscheiden, wenn ich nur ein vom Fluß getrommeltes Bruchstück habe.
Ich würde mich freuen wenn mir jemand sagen kann um was es sich hier für eine Gesteinsart handelt.

Viele Grüße
Nicolai
 

oliverOliver:
hallo,
ich würde das mal allgemein als mesozoischen alpinen Hornstein (Chert) ansprechen, da gibt es auch sehr dunkle bzw. "schwarze".
lg
oliver

Tantallo:
@oliverOliver, danke für deine Antwort.

Ich hatte vergessen zu sagen das ich diesen Stein hier aus dem Kiesbett von der Donau gefunden habe, zwischen Gögglingen und Erbach, also noch einige Kilometer bevor die Iller in die Donau fließt.
Deshalb denke ich das man ein mesozoischen Hornstein/Radiolarit ausschließen kann, denn die bringt doch nur die Iller aus den Kalkalpen.

Hab gelesen das im Unter bis Mittelmiozän (vor 15-18 Mio.Jahren) die Urdonau inklusive Ur-Main und Ur-Naab die von Norden her in die Urdonau geflossen sind und diese dann über die sogenannte "Graupensandrinne" floß, welche am Nordrand der Alpen nach südwesten entwässert hat und Gesteinsmaterial aus Thüringisch-Fränkisch-Vogtländisches Schiefergebirge hergebracht hatte.
Darum hatte ich vermutet das es ein fränkischer Lydit sein könnte.

Aber ich habe eben auch schon eindeutig identifizierbare dunkle Feuersteine aus Norddeutschland gefunden.

Gruß
Nicolai

oliverOliver:
hallo Nicolai,
danke für die Zusatzinfo - so gesehen ist eine alpine Herkunft natürlich eher unwahrscheinlich (ich sage bewusst eher, weil bei den widerstandsfähigen Krypto-/microkristallinen Quarzvarietäten aus dem Schotter immer auch mit z.T. mehrfachen Umlagerungen gerechnet werden muss).
Die fränkischen Lydite kenne ich nicht aus eigener Anschauung, aber die Lydite, die ich kenne, sind meist homogener und haben als Schotterstein eine glattere Oberfläche (was aber auch nix heißen muss).
Möglich wäre natürlich auch noch ein mesozoischer Chert aus einem nördlicheren Einzugsgebiet. Dunkler Muschelkalkhornstein (Trias) kann z.B. sehr ähnlich aussehen, und ist auch gerne stark tektonisch zerklüftet. Konkret wird sich das aber wohl nur unterm Bino anhand eventueller Mikrofossileinschlüsse feststellen lassen.
lg + ga
oliver

ruebezahl:
Glück auf,

vorbehaltlich eines validen Vergleichs mit gesicherten entsprechenden Vergleichsproben:

Man findet bei uns im Rhein-Main-Gebiet in den Kiesgruben und auf Mainschotter-Bänken zahlreich optisch gleichartige Gerölle, hier zweifelsfrei fränkische Lydite, pleistozän Richtung Oberrhein transportiert.

Wenn ein analoger Transport nach S sicher rekonstruiert ist, kann man von fränkischem Lydit ausgehen, aber nicht 100%ig, und auch nicht vom Fundpunkt vor der Illermündung her, da die rezenten Flussverläufe nicht die pleistozänen sind. Man sollte hier auch die Vergletscherungssituation von den Alpen her beachten.

MfG
ruebezahl

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