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Frage zu Magnetit
felsenmammut:
Glück Auf!
Nehmen wir an, dass einst ein Magnetitskarn vorlag. Ein Magnetitskarn stellt im regionalgeologischen Kontext ein beachtliches Potenzial zur Oxidation dar - sowohl vom chemischen Blickpunkt des Oxidationspotenzials her als auch der häufig großen Mengen an Magnetit in Skarnen. Die Oxidation von Magnetit verläuft letztlich exotherm, hat aber vorher eine stattliche Stabilitätsbarriere zu überwinden. Bei ausreichender Temperatur und natürlich ausreichender Zufuhr an zu reduzierendem Material (z.B. Sauerstoff) ist die Oxidation von Magnetit selbsterhaltend bis aller Magnetit umgesetzt ist. Organische Säuren (z.B. Oxalsäure) zersetzen Magnetit. Die Reaktion ist langsam genug, um für die Reinigung von Mineralien ohne Belang zu sein. Bei ausreichend großer spezifischer Oberfläche ist die Reaktion aber deutlich. (erhöhte Temperatur beschleunigt die Reaktion spürbar)
Einst massiger Magnetit in Skarnen kann daher sehr wohl und sehr umfassend zu anderen Eisenverbindungen umgebaut werden. Ein Hydrothermalsystem, das (häufig, aber nicht zwingend) durch die Ausbildung von Gangstrukturen seine Spuren hinterlässt, kann die Voraussetzungen schaffen, ist aber nicht zwinged nötig. Durch das Gestein migrierende Wässer reichen schon aus. Phasen der Druckentlastung (Heraushebung von Gesteinen in der Gebirgsbildung; retrograde Metamorphose) begünstigen die Magnetitzersetzung durch die Druckminderung und damit einhergehende Erleichterung zur Volumenzunahme. Hämatit ist dabei die trivialste Umwandlung, Stichwort Martit. Häufig sieht man aber auch Eisensilikate. Viele Eisensilikate (in diesem Zusammenhang häufig Amphibole, Pyroxene) sind deutlich weniger stabil und bilden bei Oxidation (Eiserner Hut) massig gammeligs Zeug.
Die kurze Darstellung ist keineswegs umfassend, geschweige denn vollständig.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
oliverOliver:
hallo Max,
besten Dank für die ausführliche und trotzdem (sogar für mich!) leicht verständliche Erklärung. Dass meine "vergammelten" Skarnbrocken (als Feldfunde) aus der Oxidationszone (also dem eisernen Hut) des Vorkommens stammen, hatte ich auch schon erwogen - und erscheint sehr plausibel. Und dass einiges von dem "Eisenschmodder" von Amphibolen etc. stammt, ebenso - denn auf den "limonitisch-bunt" verwitterten Stücken konnte ich kaum oder keine Amphibole mehr ausmachen, auf den etwas "frischer" wirkenden, aber offenbar ebenfalls alterierten/überprägten Stücken (von der selben Lagerstätte, aber aus einem anderen Fundzusammenhang - eventuell aus verlagertem Abraum des ehem. Bergbaus) hingegen schon - soweit man meinen dürftigen Bestimmungsfähigkeiten trauen kann (was ich selbst nur mit starkem Vorbehalt tue).
mit den besten Grüßen
oliver
edit:
habe heute mit dem Magneten weiter getestet - und siehe da, jetzt sind doch auch unter den "völlig vergammelten" einige (wenige) Stücke aufgetaucht, auf/in denen der Magnetit eindeutig noch "im Original" vorliegt, sowohl als kleine xx als auch als "derbe" Erzmasse (also zusammengewachsene bzw. "miteinander verschmolzene" xx). Ist also alles im grünen Bereich mit "meinem" Magnetitskarn .....
Schön langsam wird mir die Sache auch ein wenig klarer - was aber noch lange nicht heisst, dass ich da schon völlig durchblicke, zumal in dem Skarn anscheinend auch ursprünglich unterschiedliche Gesteine vorlagen (Kalksilikatfels, "Granat-Amphibol-Fels", etc.), die im verwitterten/zersetzten Zustand aber für mich eben nicht immer so eindeutig anzusprechen sind. Zudem vermute ich fast, dass - wiederum in Analogie zu Kottaun - vor einer etwaigen retrograden Überprägung auch ein Magnetit-Pyroxenit vorhanden gewesen sein sollte (bzw. reliktisch noch vorhanden sein könnte). Mal sehen, was die weitere Beschäftigung mit diesem "Kleinstvorkommen" noch ergibt - vielleicht kann ich ja in einem halben Jahr oder so hier schon einige Fakten reinschreiben, und nicht nur (wie derzeit) überwiegend Vermutungen.
oliverOliver:
update:
Also Hämatit ist eindeutig auch dabei (wohl der umgewandelte Magnetit) - ich bin heute endlich mal auf die gute Idee gekommen, nicht nur den Magnetismus zu prüfen, sondern auch die Strichfarbe ::) ::)
Und eine fein(st)körnig glänzend graue, homogen wirkende "Erzmasse" ergab einen schwach rötlich braunen Strich - zwar nicht so deutlich rotbraun, wie ich es für (reinen) Hämatit erwartet hätte, aber wahrscheinlich sind eben "Verunreingungen" bzw. schon nochmals weiter (in Limonit etc.) umgewandelte Anteile dabei, die in der vermeintlich homogenen Masse ansonsten nicht aufgefallen wären.
edit:
Und bei einem anderen Stück geht die Strichfarbe überhaupt mehr ins Bräunliche (mit einem nur minimalen Rotanteil) - da ist dann vermutlich mehr Goethit dabei, der ja angeblich auch bei der Verwitterung von Magnetit entstehen kann?
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