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Autor Thema: Stromatoporen-Kolonie aus der Kiesgrube Rehbach  (Gelesen 1239 mal)

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Offline jlies

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hallo leute,

folgendes fundstück habe ich in einer kiesgrube westlich von leipzig gefunden, in der auch schichten von tonigem muschelkalk angeschnitten sind.

handelt es sich um eine koralle? kann mir jemand mehr informationen dazu liefern?

danke und grüße,
jörn.
« Letzte Änderung: 10 Apr 22, 17:37 von jlies »

Offline oliverOliver

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Re: Koralle zw. Korallenstock aus dem Muschelkalk
« Antwort #1 am: 10 Apr 22, 13:19 »
hallo,
der konzentrisch-lagige Aufbau spricht eher gegen Koralle.
Ich würde da mal in Richtung Kalkalgen (die gibts öfters so knollig) od. evtl. Stromatolith (erscheint mir aber im konkreten Fall weniger wahrscheinlich) recherchieren.
Schwämme gibts allerdings manchmal auch in den "seltsamsten" Formen - da sollten aber an der Oberfläche Poren erkennbar sein, zumindest unter der Lupe.
ga
oliver

Offline stoanklopfer

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Re: Koralle zw. Korallenstock aus dem Muschelkalk
« Antwort #2 am: 10 Apr 22, 14:21 »
Ein Speläothem - ein Bruchstück eines Sinterkalkes bzw. Tropfsteines - käme m.E. auch noch in Frage.

Volkmar

Offline Sargentodoxa

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Re: Koralle zw. Korallenstock aus dem Muschelkalk
« Antwort #3 am: 10 Apr 22, 15:06 »
Hallo
Die Ansprache bzw. Zuordnung dieser tonigen Schichten in den Muschelkalk halte ich für falsch bzw. irreführend. In einer Kiesgrube im Leipziger Raum unwahrscheinlich. Es werden tonige bzw. Mergel-Sedimente der Elsterkaltzeit sein. Es handelt sich, soweit man es vom Bild beurteilen kann, um eine Stromatoporen-Kolonie aus dem Silur (evtl. auch Ordovicium). Die grünlichen Mergelreste haften auch noch daran.
Anbei eine aufgeschnittenen Kolonie von der Insel Rügen. Funde waren/sind auch in der Lausitz möglich. Werner aus der Lausitz

Offline jlies

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Re: Koralle zw. Korallenstock aus dem Muschelkalk
« Antwort #4 am: 10 Apr 22, 17:25 »
danke für eure antworten! ich schaue mir das noch genauer an.

wie würdet ihr das folgende material denn ansprechen? das stammt alles vom selben fundort, an dem tonige sedimente zu finden sind, allerdings auch wirklich feste schwere steine, die nicht so leicht schab- oder kratzbar sind wie mergel.

danke und grüße!

Online nwsachse

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Re: Koralle zw. Korallenstock aus dem Muschelkalk
« Antwort #5 am: 10 Apr 22, 17:35 »
Hallo,

wie unten schon geschrieben dürfte es sich um fossilhaltige nordische Geschiebe aus einer eiszeitlichen Grundmoräne handeln.

Bitte mal im Internet unter "Beyrichienkalk" suchen.

Jörg N.


Offline jlies

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Re: Stromatoporen-Kolonie aus der Kiesgrube Rehbach
« Antwort #6 am: 10 Apr 22, 18:06 »
vielen dank — ich habe den betreff oben mal geändert. und nebenbei habe ich jetzt auch eine ahnung davon, was muschelkalk ist! :)

Offline Sargentodoxa

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Re: Stromatoporen-Kolonie aus der Kiesgrube Rehbach
« Antwort #7 am: 11 Apr 22, 11:02 »
Hallo Jörn
Ich hoffe du verwechselst da nicht etwas. Die Stücke die du hier zeigst, ist kein Muschelkalk. der Begriff Muschelkalk im geologischen Sinne wird für Gesteine der Trias - Formation Muschelkalk verwendet. Diese kommt in einer Leipziger Kiesgrube nicht vor. Wenn du den Begriff auf deine Funde anwenden willst, da du meinst es sind Muschelsteinkerne auf Kalk, muss ich dich enttäuschen, es sind Steinkerne u.a. der Brachiopoden - Gattung Microsphaeridiorhynchus. Wie schon Jörg richtig schreibt, es sind silurische "Beyrichienkalke". Auf den ersten Blick kann ich noch Crinoiden-Stielglieder, Muschelkrebse ( beyrichiomorphe Ostracoden) etc. ausmachen, kräftig abbürsten, da kommt bestimmt noch mehr zum Vorschein. Werner aus der Lausitz

Offline jlies

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Re: Stromatoporen-Kolonie aus der Kiesgrube Rehbach
« Antwort #8 am: 11 Apr 22, 16:17 »
hallo werner,

danke für deine nochmalige nachricht und bitte entschuldige, wenn ich mich mißverständlich ausgedrückt habe. du hast mich zuletzt mißverstanden. ursprünglich hatte ich den begriff muschelkalk falsch verwendet, aber dank deiner ausführungen und dem hinweis von jörg zum beyrichienkalk habe ich eben auch den begriff muschelkalk nochmals gegoogelt und meinte diesbezüglich, daß mir der begriff jetzt etwas klarer ist. alle meine hier gezeigten funde rechne ich jetzt unter „beyrichienkalk“ ab.

viele grüße, jörn.

 

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