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Autor Thema: Bitte um Bestimmung  (Gelesen 4261 mal)

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Offline Gordon 108

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Bitte um Bestimmung
« am: 13 May 22, 09:03 »
Kann das ein Faustkeil oder ähnliches Werkzeug sein?

Offline heli

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Re: Bitte um Bestimmung
« Antwort #1 am: 14 May 22, 11:45 »
Sicher keiner.
Versuch mal, mit dem Stein irgendwas zu schneiden. Viel zu wenig scharf.

Grüße

Offline Gordon 108

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Re: Bitte um Bestimmung
« Antwort #2 am: 14 May 22, 13:00 »
Moin moin heli. Er ist tatsächlich recht scharf.
Ich habe morgen ein Termin im Naturhistorischen Museum, mal sehen.

Online oliverOliver

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Re: Bitte um Bestimmung
« Antwort #3 am: 14 May 22, 14:29 »
Ich habe morgen ein Termin im Naturhistorischen Museum, mal sehen.

das ist gut - nach Foto ist es oft recht schwer zu entscheiden, ob Artefakt oder natürlich. Mit dem fraglichen Stück in der Hand geht das meist deutlich leichter ....

Offline Gordon 108

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Re: Bitte um Bestimmung
« Antwort #4 am: 16 May 22, 19:50 »
Sooooo.
Museum Magdeburg sagt es ist weder ein Werkzeug noch altsteinzeitlich.
Museum Halle ist vom Gegenteil überzeugt.
Jetzt steht es wieder 50 zu 50 ???

Online oliverOliver

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Re: Bitte um Bestimmung
« Antwort #5 am: 16 May 22, 20:39 »
tja, Wissenschafter im Allgemeinen und Prähistoriker im Speziellen sind eben auch nur Menschen - und haben demzufolge unterschiedliche Sichtweisen auf ein- und dasselbe Objekt .....   ;)

Hebs jedenfalls mal auf, auch wenn die Meinungen darüber auseinandergehen ....

Nachfrage: das Museum selbst hat ja vmtl nix gesagt  ;D - Frage ist immer, wem im Museum mans zeigt. Waren das beide Prähistoriker/innen ?

p.s.:
und selbst wenn, ists immer noch ein Unterschied (zumindest meist), ob da z.B. ein/e Eisenzeitler/in eine Expertise abgibt, oder ein/e dezidierte/r Lithiker/in.
(ich weiß wovon ich rede -  ;D)
« Letzte Änderung: 16 May 22, 22:15 von oliverOliver »

Offline jlies

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Re: Bitte um Bestimmung
« Antwort #6 am: 16 May 22, 22:16 »
ich verfolge das hier mit spannung …

wo bzw. was waren das denn für fundumstände? das könnt doch eventuell schon zur einordnung beitragen, oder?

Online oliverOliver

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Re: Bitte um Bestimmung
« Antwort #7 am: 16 May 22, 22:25 »
wo bzw. was waren das denn für fundumstände? das könnt doch eventuell schon zur einordnung beitragen, oder?

Bei Oberflächenfunden (bzw. allgemein bei Stücken ohne stratigrafischen Kontext) leider nur recht selten .....

Offline Gordon 108

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Re: Bitte um Bestimmung
« Antwort #8 am: 17 May 22, 07:11 »
Guten Morgen. Der aus Magdeburg ist für Gesteine und Mineralien zuständig und bei dem guten Herrn aus dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, bin ich mir leider nicht sicher.

Gefunden habe ich das Objekt knöcheltief in der Elbe  zwischen Magdeburg/ Herrenkrug und Hohenwarthe.

Offline jlies

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Re: Bitte um Bestimmung
« Antwort #9 am: 17 May 22, 08:51 »
Guten Morgen. Der aus Magdeburg ist für Gesteine und Mineralien zuständig und bei dem guten Herrn aus dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, bin ich mir leider nicht sicher.

Gefunden habe ich das Objekt knöcheltief in der Elbe  zwischen Magdeburg/ Herrenkrug und Hohenwarthe.

das sind doch jeweils wenigstens vage indizien: bei der interpretation würde ich mich eher auf ur- und frühgeschichtler als auf einen mineralogen verlassen (und das museum in halle ist ja durchaus keine kleinigkeit.
und der fundpunkt elbe (die schon seit ewigkeiten auch großräumig besiedelt ist) ist auch etwas anderes, als wenn das teil irgendwo aus eher unbesiedeltem raum kommt.
zumimdest die flake-haftigkeit des stücks in kombination mit den vielen unterschiedlichen bruchkanten spräche m.m.n. doch eher für menschengemacht. besonders für den grundsätzlich langen runden bruch im ersten bild (im uhrzeiger von 0-5 uhr) mit den von unten nach oben von grob zu fein kleiner werden „nachbearbeitungen“ braucht es doch schon arg viele zufälle!
aber das sind alles nur meine gedanken und ideen zu dem stück.

Offline Gordon 108

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Re: Bitte um Bestimmung
« Antwort #10 am: 17 May 22, 12:41 »
Ich lass mich da nicht so schnell unterkriegen.
Ich/ wir bekommen das raus.  ;)

Offline Kupperdroll

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Re: Bitte um Bestimmung
« Antwort #11 am: 17 May 22, 17:01 »
Hallo,

Bleib mal am Ball ! Ist sehr spannend !

Offline Gordon 108

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Re: Bitte um Bestimmung
« Antwort #12 am: 17 May 22, 19:52 »
Also ich habe vorhin eine Mail aus Halle bekommen.
Es meldet sich demnächst die Expertin für Altsteinzeit bei mir. Sie ist der Annahme es ist ein Werkzeug.
Bis her hat sie allerdings auch nur die Bilder gesehen.
Vielleicht bietet es sich an und ich gondel da mal rüber. 

Offline Quarzsammler

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Re: Bitte um Bestimmung
« Antwort #13 am: 17 May 22, 20:35 »
Ich bin zwar kein Experte, habe aber mal für die untere Denkmalschutzbehörde gearbeitet. Auf einer Grabung haben wir auch Feuersteingeräte gefunden (im Bild von links nach rechts: Kern, Flake, Klinge) ;D. Die lagen in den "braunen Flecken" auf der Grabungsfläche, die früher einmal zu Lagergruben gehört haben könnten (für Getreide o.Ä.). Trotz des doch recht fortgeschrittenen Alter (~2000 v.Chr.), sind sie noch äußerst scharfkantig. Allerdings handelt es sich hier um Bodenfunde ;). Dein Exemplar müsste einen kleinen Transportweg hinter sich haben oder durch die Sedimentfracht der Elbe ordentlich geschliffen worden sein. Bei einem Stück anthropogenen Ursprungs kann man eine Ventralfläche, welche vom Kern gelöst wurde, von einer Dorsalfläche, die die ehemalige Außenseite des Kerns darstellte, unterscheiden. Indizien für eine Bearbeitung sind sog. Wallner-Linien auf der Ventralfläche bzw. Dorsalfläche von zuvor abgeschlagenen Flakes (im Detailbild blau markiert). Diese entstehen beim Abschlagen durch Bruchausbreitung. Am Auftreffpunkt eines Schlages sollte ein Bulbus (ähnlich einem Nabel) erkennbar sein. Typisch wären auch Dorsal-Grate (rot markiert) der vorherhigen Abschläge. Ich habe auch einige Museumsstücke als Vergleich angehängt.
Nach den Bildern zu urteilen ist die anthropogene Bearbeitung hier vielleicht weniger wahrscheinlich. Aber ich bin ebenfalls gespannt auf die Fachmeinung.

Viele Grüße
« Letzte Änderung: 17 May 22, 22:29 von Quarzsammler »

Offline Gordon 108

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Re: Bitte um Bestimmung
« Antwort #14 am: 17 May 22, 23:50 »
Es kann tatsächlich sein, dass der Stein eine weitere Strecke hinter sich  hat. Nach dem Winter haben wir natürlicherweise immer erstmal ordentlich Wasser, aber wenn das weg ist, kann man Glück haben.

Mehrere Kilometer oberhalb meiner Fundstelle, befindet sich allerdings eine künstlicher Wasserfall ( eine Art Damm aus Beton). Keine Ahnung ob es von so  "weit" oben kommt oder nicht.
Als ich den Stein entdeckte, dachte ich mit keiner Silbe an ein steinaltes Werkzeug, ich geh an sich eher auf Mineralien und Gesteine.
Als ich den Stein in der Hand hielt,  dachte ich mir: irgendwie voll ergonomisch  wie ein Playstation- Controller ( mal flapsig gesagt).
Betrachtung der Kanten, sowas kannte ich aus Dokus    ;D
 ......und nun warten wir es ab. Danke für eure Teilnahme

 

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