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Autor Thema: Bitte um Hilfe: Mineral schwarz, hart(ca.5-6), dicht(ca4,3). Wer weiß weiter.  (Gelesen 16666 mal)

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Offline Robert

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Hallo,

Schon so lange versuche ich herauszufinden um was es sich hier handelt.
Wäre toll, wenn mir hier jemand weiterhelfen könnte:

Farbe: schwarz
Strichfarbe: grau
Glanz: an Schnittstelle halbmetallisch, an Bruchflächen der Oberfläche teils glasig, Oberfläche leicht fettig,
Dichte: ca 4,3
Härte: 5-6 (geschätzt), ist geringer Quarz
Magnetismus: sehr sehr leicht

chem. Zusammensetzung
Fe: 44,92 %
Si: 20,96 %
O: 18,69 %
Al: 6,61 %
Ca: 5,22 %
Na: 1,97 %
S: 0,94 %
Ti: 0,69 %

Ich würde mich ja tierisch freuen, wenn jemand einen Treffer mit der Bestimmung landen würde. Ich habe schon Bücher, Internetseiten usw. durch.
Hier noch die Fotos: Hoffentlich klappts mit den Bildern

Offline Methakos

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Anhand der 3 Fotos wuerde ich sagen, dass das eher ein Erz als ein Mineral ist. Der Klumpen dort schaut mir sehr nach Eisenerz aus. Ich vermute mal da ist Haematit und wenig Magnetit enthalten, was den leichten Magnetismus erklaeren wuerde. Magnetit enthaelt auch haeufig auch Spuren von Ti und Al.

Wo ist das Teil her? Kann man irgendwelche Kristalle erkennen?
« Letzte Änderung: 11 Aug 05, 12:00 von Methakos »

Offline Collector

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Hi Robert

da ja schon Analysen vorliegen (?) - vergleiche doch mal Dein Stück mit Chamosit oder Hisingerit.

Ist sehr schwer zu sagen, da aus der Formel nicht heRvorgeht, ob Fe und oder Si, Al, Ti etc als Oxide bestimmt wurden.
Chamosit ist i.ü. auch sehr leicht magnetisch.
WAs stört, ist die relativ große Härte, die weder auf Chamosit noch Hisingerit zutrifft

Sind nicht al winzigste Kristalle erkennbar ? wenn nein - tippe ich auf Hisingerit.
Wenn winzigste radialstr. x,  dann Chamosit.

Fundort wäre sehr wichtig.

gruß
collector

Offline Methakos

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Stimme collector zu. Ohne genauen Fundort - mit vielleicht noch paar Infos zum Umgebungsgestein -wird das ziemlich schwer es mit Sicherheit zu bestimmen. Ich halte es weiterhin fuer einem Erzbrocken. Meiner Meinung nach sprechen Dichte und Haerte eher fuer sowas. Kann mich aber auch irren. Bin nicht so gut in Ferndiagnose. :)

Offline Robert

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Hallo. Vielen Dank für die ersten Antworten.

Hämatit: daran habe ich auch erst gedacht. Doch die Zusammensetzung unterscheidet sich sehr stark. Ausserdem ergab die Strichprobe keinen rötlichen Strich, welcher bei Hämatit meiner Meinung nach immer rötlich ist, egal wie der Stein aussieht.
Bei den beiden anderen Vorschlägen stimmen leider weder die hohe Dichte noch die Härte überein. Das Zeug hat ein sauteures Diamantsägeblatt beim Schnitt gekillt.
Die Kristalle verlaufen strahlenförmig, vielleicht ein wenig aufgefächert und sind einigermaßen deutlich an einigen Bruchflächen zu erkennen. Ich werde versuchen bessere Fotos davon zu machen.
Fe Al usw. liegen meiner Meinung nach alles als Oxide vor. Was für Oxide weiß ich leider nicht.
Fundort war Ostsee - ist also keine große Hilfe zur Bestimmung.

Ich bin für weitere Hilfe äußerst dankbar und freue mich darüber wie schnell man hier antwortet.

Viele Grüße und vielen Dank

Robert
« Letzte Änderung: 11 Aug 05, 15:11 von Robert »

Offline Krizu

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Hallo,

ich halte es für eine Schlacke  :-\

MfG

Frank

Offline Krizu

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Ist sehr schwer zu sagen, da aus der Formel nicht heRvorgeht, ob Fe und oder Si, Al, Ti etc als Oxide bestimmt wurden.

Hallo,

meine Meinung:
Es sind Gewichtsprozent der Elemente. Sauerstoff ist aufgeführt, Fe2O3 hätte 70% Fe ein 30% Sauerstoff, SiO2 etwa 50:50.

Die Frage ist nur nach der Art der Messung und ob Sauerstoff gerechnet oder gemessen wurde!

MfG

Frank

Offline Robert

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Hallo Frank,

Ich habe auch schon über Schlacke nachgedacht, allerdings ist die Kristallbildung und die hohe Dichte und Härte untypisch. Auch glaube ich, dass kaum Schlacke mit so hohem Si - Gehalt existiert, aber da bin ich mir garnicht sicher.
Zu der Messung: Ich habe sie nicht durchgeführt. es war eine Messung mit einem Elektronenmikroskop. Ich habe letzendlich die Spektren nach dem Flächenverhältnis zusammengefasst und so den absoluten Durchschnitt berechnet.

Viele Grüße

Robert

Offline KOstMineral

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Über den Fundort wissen wir aber immer noch nichts ??? ??? ???!

Offline Krizu

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Hallo Frank,

Ich habe auch schon über Schlacke nachgedacht, allerdings ist die Kristallbildung und die hohe Dichte und Härte untypisch. Auch glaube ich, dass kaum Schlacke mit so hohem Si - Gehalt existiert, aber da bin ich mir garnicht sicher.

Hallo Robert

zum Thema Schlacke + EDX:

http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,5351.0.html
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,5090.15.html

Ansonsten war hier ein Thread zum Thema Eisensilicid an der Nordsee in Schlacke. Ich finde ihn nur nicht  ???

MfG

Frank

Offline uwe

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Hallo Robert,

kannst Du  den Fundort Ostsee etwas spezifizieren ? War es am Starnd bzw. irgendwo eindeutig zwischen nordischem Geschiebe. Oder war es in der Nähe ehemaliger Gefechtsstände bzw in der Nähe einer ehemaligen Heeresversuchsanstalt ? Ich tippe auf ein Kunstprodukt mit Verbindung zur Waffentechnik. Sowas is an der Ostsee nicht selten.

Gruß
Uwe

Offline Robert

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Hallo,

Der Fundort war in Dahme am Strand (gelegen bei Grömitz, Neustadt, Heiligenhafen, Oldenburg).
Der Stein selbst ließe sich sicherlich hervorragend als Waffe verwenden, mit der Härte und Dichte. :) :)
Ich weiß leider fast nicht wie diese Kunstprodukte aus der Waffentechnik aussehen.
Ein mal habe ich ein solches Produkt gefunden - ist mir leider verloren gegangen.
War höllisch schwer und schwarz - und leicht zu identifizieren.
Mir ist aufgefallen, dass ein Größenvergleich auf den Bildern fehlt: Länge ca 8 - 9 cm

Danke für die Links. Aber ich glaube nicht, dass es Schlacke ist.
Leider gibt es sehr wenig Infos über Eisensilicid. Ist aber eine gute Idee.
Ich werde die elektrische Leitfähigkeit überprüfen.

Hier noch ein Bild aus dem Mikroskop:
Vielleicht kennt sich jemand mit solchen Bildern aus.

Viele Grüße

Robert
« Letzte Änderung: 12 Aug 05, 11:09 von Robert »

Offline Krizu

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Hier noch ein Bild aus dem Mikroskop:
Vielleicht kennt sich jemand mit solchen Bildern aus.


Hallo Robert,

jetzt mal wirklich:
du hat ein schönes REM-Bild. Es sind deutlich kristalline Strukturen zu erkennen, es handelt sich um zwei krístalline Strukturebn, eine mit einer hohen Dichte und kleinen Kristallen und eine andere mit einer kleineren Dichte und großen Kristallen.

Eine EDX der einzelnen Phasen ist interessant! Nicht die umgrechnete Gesamtmischung!!!

Wenn das Schwarze eine Kohlenstoffkontamination ist kann es alles sein - wenn es Blasen sind schrei ich Schlacke  ;)

MFG

Frank

Offline Robert

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Danke! Sehr schnell, Ich habe gerade noch den anderen Beitrag editiert.
Ich weiß leider nicht, was das schwarze ist. Ich habe natürlich die einzelnen Phasen, wobei ich sie dem Bild nicht direkt zuordnen kann, höchstens ungefähr:
So das dauert jetzt:

          O       Na       Al       Si       S       Ca      Ti       Fe
S1      21,4  2,66  14,19  28,15   0,97  11,89   0,5   20,25
S2     17,63 1,44    0,44  18,44  -0,01    0,62  0,41  61,33
S3     13,59 0,94   7,34    0,46     0,44  -0,12  4,01  73,34
S5     1,67   17,16 0,26    0         39,51 -0,09 -0,22  41,71

S4 ist S3 sehr ähnlich - praktisch gleich
Die negativen Werte sind Kalibrierungstoleranzen.

Viele Grüße

Robert
« Letzte Änderung: 12 Aug 05, 12:12 von Robert »

Offline Methakos

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    • The Lost Geologist
So langsam Neige ich auch zur Schlacke oder so'n Zeug.

Der Hohe Eisengehalt in S3 wuerde ja fuer Magnetit sprechen, aber ob der dann gute 7% Al aufnehmen kann. Keine Ahnung. :o
Wenn in S5 nicht so viel Na drinnen waere, wuerde ich auf Markasit tippen. Aber...naja...

Ich weiss net weiter.

 

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