Glück Auf!
Kieselschiefer kommen in vielen Farben und Farbtönen vor. Eigentlich ist der Name Schiefer auch falsch weil irreführend, da es nie ein Schiefer war, sondern irgendwann im Zustand des Tonsteins verkieselte. Das zur Uni Hamburg verlinkte Beispiel eines roten Kieselschiefers ist kein astreines Beispiel eines Kieselschiefers, weil es schon sehr deutlich eine Brekzie darstellt, aber wohl ausschließlich mit Kieselschieferklasten, die in eine Quarzmatrix eingebettet sind.
Viele Mitglieder der massigen krypto- und makrokristallinen Quarzgesteine werden nach ihrer Entstehung und ihrem geologischen Zusammenhang der Entstehung unterschieden und entsprechend unterschiedlich benamt. Die makroskopisch erkennbaren Strukturmerkmale zeigen oft deutliche Überlappung trotz unterschiedlicher Entstehungsgeschichte. Und auch die mikroskopischen Strukturemerkmale haben Grenzen bei der Eineindeutigkeit. Entnimmt man solch ein Quarzgestein am Ort der Entstehung und berücksichtigt diesen Entstehungskontext, ist die richtige Benamung oft vergleichsweise einfach. Versucht man umgekehrt von einem Geröllfund auf den ursprünglichen geologischen Kontext der Entstehung zu schließen, muss man sich an die mikro- und makroskpoischen Merkmale halten, kann aber eine Eingrenzung durch das Einzugsgebiet des Fundortes vornehmen. Es gibt also eindeutige Fälle ebenso wie mehrdeutige Fälle.
Kieselschiefer zeigen oft noch relikthaft eine Streifung oder Bänderung, die vom ursprünglichen Sedimentationsgefüge herrührt. Die Bänderung kann gleichmäßig planar lagig ausfallen bis stark gefaltet, verworfen und regellos daherkommen. Bei Kieselschiefern ohne Bänderung und andere Hinweise auf ihren marin sedimentären Ursprung müssen andere Argumente verfügbar sein, um solche Geröllfunde als Kieselschiefer zu benamen.
Hornsteine und Jaspise als Bildungen in Gangsystemen zeigen völlig fließende Übergänge und die Abgrenzung wird sehr individuell gezogen. Die Individualität ist weniger auf die ohnehin schwammige Definition beider Gesteine zurückzufähren als vielmehr auf den Umstand, dass einer unglaublichen Vielfalt an makroskopischen Erscheinungsbildern eine sehr begrenzte Zahl an Fachbegriffen gegenübersteht. Harte Fakten wie chemische Zusammensetzung und Kristallstruktur sind hier nur begrenzt einsetzbar zur Definition und Abgrenzung. Diesem Mangel entspringt die blumige Vielfalt an Phantasienamen, die bei diesen und anderen Gesteinen sich großer Beliebtheit erfreuen. Hornsteine und Jaspise sind zudem als Voraussetzung für ihre Bildung keineswegs auf Gangsysteme beschränkt und arrangieren sich im Weiteren gerne mit makrokristallinem Quarz, Chalcedon, Achat und Opal. Tendenziell neigt man bei Geröllfunden aus massigem, mikrokristalinem, undurchsichtig und kräftig gefärbte Quarzgestein zu Jaspis, während die Hornsteine eher mit einem durchscheinenden Eindruck daherkommen.
Bei dem Bild Achat_Quarz würde ich vom Bild her eher zu Hornstein tendieren.
Bei den Bildern Stein1 und Stein1_1 gehe ich mit der Einstufung als Kieselschiefer mit.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut