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Autor Thema: Achat mit Quarz-Adern ? und schwarzer Stein mit hellen feinen Quarzadern  (Gelesen 873 mal)

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Offline -MartinS-

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Ich habe heute wieder ein paar Steinchen aus einem kleinen Bach gesammelt, nahe Bergfreiheit/Nordhessen.
Unter anderem diesen rötliche Stein mit hellen Quarzadern (ca.3cm lang). Ritzt Glas, ist nicht magnetisch. Ich vermute es ist ein Achat mit Quarz ?


Zum anderen habe ich große Mengen dieser fast schwarzen, "seidenmatt" glänzenden Steine gefunden. Sie haben sehr ebenmäßige Bruchflächen, meist liegen 2 Flächen parallel zueinander. Sie sind von feinen hellen (Quarz)adern durchzogen. Sie erinnern etwas an Flint sind aber nicht ganz so glatt und glänzend. Sie ritzen Glas.
In dem rot markierten Bereich kann man eine flache kristalliene Struktur erkennen, deren Sichtbarkeit vom Lichteinfallwinkel abhängig ist.


freundliche Grüße, Martin

 
« Letzte Änderung: 09 Jul 22, 22:58 von -MartinS- »

Online oliverOliver

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    • naja ....
hallo Martin,
das erste würde ich als Jaspis bezeichnen, das zweite ist wohl Kieselschiefer/Lydit.
ga
oliver

Offline -MartinS-

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Hallo Oliver
Ich habe beim durchschauen der "Kieselschiefer", im Netz, gerade auch einen Roten entdeckt.
Dann könnte vielleicht sogar der Jaspis ein Kieselschiefer sein. Wobei der viel kleinflächiger und unregelmäßiger gebrochen ist als die Schwarzen.
https://www.fundus.uni-hamburg.de/de/collection_records/28943#pfad

Auch Glück Auf (mein Rücken freut sich immer über soviel Zuspruch ;)
« Letzte Änderung: 10 Jul 22, 09:19 von -MartinS- »

Offline felsenmammut

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Glück Auf!

Kieselschiefer kommen in vielen Farben und Farbtönen vor. Eigentlich ist der Name Schiefer auch falsch weil irreführend, da es nie ein Schiefer war, sondern irgendwann im Zustand des Tonsteins verkieselte. Das zur Uni Hamburg verlinkte Beispiel eines roten Kieselschiefers ist kein astreines Beispiel eines Kieselschiefers, weil es schon sehr deutlich eine Brekzie darstellt, aber wohl ausschließlich mit Kieselschieferklasten, die in eine Quarzmatrix eingebettet sind.
Viele Mitglieder der massigen krypto- und makrokristallinen Quarzgesteine werden nach ihrer Entstehung und ihrem geologischen Zusammenhang der Entstehung unterschieden und entsprechend unterschiedlich benamt. Die makroskopisch erkennbaren Strukturmerkmale zeigen oft deutliche Überlappung trotz unterschiedlicher Entstehungsgeschichte. Und auch die mikroskopischen Strukturemerkmale haben Grenzen bei der Eineindeutigkeit. Entnimmt man solch ein Quarzgestein am Ort der Entstehung und berücksichtigt diesen Entstehungskontext, ist die richtige Benamung oft vergleichsweise einfach. Versucht man umgekehrt von einem Geröllfund auf den ursprünglichen geologischen Kontext der Entstehung zu schließen, muss man sich an die mikro- und makroskpoischen Merkmale halten, kann aber eine Eingrenzung durch das Einzugsgebiet des Fundortes vornehmen. Es gibt also eindeutige Fälle ebenso wie mehrdeutige Fälle.
Kieselschiefer zeigen oft noch relikthaft eine Streifung oder Bänderung, die vom ursprünglichen Sedimentationsgefüge herrührt. Die Bänderung kann gleichmäßig planar lagig ausfallen bis stark gefaltet, verworfen und regellos daherkommen. Bei Kieselschiefern ohne Bänderung und andere Hinweise auf ihren marin sedimentären Ursprung müssen andere Argumente verfügbar sein, um solche Geröllfunde als Kieselschiefer zu benamen.
Hornsteine und Jaspise als Bildungen in Gangsystemen zeigen völlig fließende Übergänge und die Abgrenzung wird sehr individuell gezogen. Die Individualität ist weniger auf die ohnehin schwammige Definition beider Gesteine zurückzufähren als vielmehr auf den Umstand, dass einer unglaublichen Vielfalt an makroskopischen Erscheinungsbildern eine sehr begrenzte Zahl an Fachbegriffen gegenübersteht. Harte Fakten wie chemische Zusammensetzung und Kristallstruktur sind hier nur begrenzt einsetzbar zur Definition und Abgrenzung. Diesem Mangel entspringt die blumige Vielfalt an Phantasienamen, die bei diesen und anderen Gesteinen sich großer Beliebtheit erfreuen. Hornsteine und Jaspise sind zudem als Voraussetzung für ihre Bildung keineswegs auf Gangsysteme beschränkt und arrangieren sich im Weiteren gerne mit makrokristallinem Quarz, Chalcedon, Achat und Opal. Tendenziell neigt man bei Geröllfunden aus massigem, mikrokristalinem, undurchsichtig und kräftig gefärbte Quarzgestein zu Jaspis, während die Hornsteine eher mit einem durchscheinenden Eindruck daherkommen.

Bei dem Bild Achat_Quarz würde ich vom Bild her eher zu Hornstein tendieren.
Bei den Bildern Stein1 und Stein1_1 gehe ich mit der Einstufung als Kieselschiefer mit.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut
« Letzte Änderung: 10 Jul 22, 08:36 von felsenmammut »

Offline -MartinS-

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Vielen Dank für eure Bestimmungshilfe.
Ich bin mit der Thematik, aber auch mit Struktur und dem Umfang des Mineralienatlas, immer noch etwas überfordert.

Ich habe in Olivers Berichten über den neolithischer Hornsteinabbau in Ostösterreich gelesen.
An den Fundorten um Bergfreiheit/Nordhessen sieht man auch häufig Löcher, Mulden, Gräben und Abraumhalden die vermutlich vom historischen Bergbau stammen. Bekannt war mir bislang nur der Kupferbergbau, der hier seit dem Mittelalter betrieben wurde, aber vielleicht gab es hier auch schon weitaus früher Bergbau.

Glückauf und freundliche, Grüße Martin