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Blaugrauer Stein

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Chrisch:
Manchmal frage ich mich (als Chemiker und Geologe) schon, was diese Grundsatzdiskussionen bei vielen Strandfunden bringen sollen außer sinnlosen Streitereien. Wer wirklich Interesse an Mineralen und Sammeln hat, wird sich irgendwann seine 10%ige Salzsäure zulegen.
Für die "was ist das für ein Stein" - Fragen, bei denen es im Zweifelsfall meist nur um den Test auf Kalkspat (und nicht andere Karbonate) geht, tut es als billigste Variante die in jedem Supermarkt für < 2 € erhältliche Essigessenz allemal, von der man nach dem Test die 99,99 % Rest in der Küche auch anderweitig verwenden kann. Halt die alte Frage nach Aufwand und Nutzen...

Gruß Chrisch

Anfängerin:
Hallo ihr!

Also, vielleicht kann ich etwas zu eurer Diskussion aus dem Blickwinkel eines Anfängers beitragen, vor allem bezüglich des Einsteiger-Guides und der Tabelle die mir verlinkt wurde:


Bezüglich der (Salz)säure geht es mir hauptsächlich nicht um den Preis, sondern vor allem darum, dass sie bei mir ungenutzt rumstehen wird, wenn sich heraus stellen sollte, dass ich das Hobby nicht längerfristig betreiben werde. Da ist es schade drum. Hätte sie noch einen anderen Nutzen (z.B. kann man damit putzen?) dann würde ich darüber noch einmal nachdenken. Als Beispiel: Als ich entschieden habe, Kakteen aus Samen zu ziehen, war die, für mich, simpelste Methode die Fleischer-Methode, bei der die Samen feucht und steril auf Bims und anderen (Wasser aufnehmenden) Gesteinen in Gefrierbeutel gepackt und luftdicht monatelang auf der Fensterbank stehen. Da vor allem Schimmelpilze diese Methode torpedieren können, musste 3% Wasserstoffperoxid angeschafft werden, um alles zu sterilisieren. Nun kann man das Zeug aber auch zur Wunddesinfektion nutzen, also habe ich es mir gekauft, weil es jetzt nicht nur rumsteht, sondern auch genutzt wird. Da ich wie gesagt keine Ahnung von Säuren habe, weiß ich auch nicht, ob und wie man sie im Haushalt nutzen kann. Säure klingt ja erst einmal gefährlich und man will als Laie nicht unbedingt damit herumhantieren.


Zu dem Einsteigerguide und der Tabelle: Beides ist an sich gut, nur wird davon ausgegangen, dass wir mehr wissen, als wir tun. Ja, uns wird im Guide erklärt, was für Tests es gibt, nur habe ich dann kein Resumé gefunden, was denn nun die Ergebnisse heißen. Ich kann sie lediglich hier posten, weil ich selber nicht weiß, was für Gesteine denn nun so eine Kratzspur haben und nicht durchscheinen (als Beispiel). Ein anderes Beispiel: Beim Feuerstein wird 'muscheliger Bruch' angegeben, aber an dieser Stelle kein Beispielfoto aufgeführt, wie so etwas aussieht. Als Laie muss man eventuell raten, was damit gemeint ist und hat keine Rückversicherung, ob man denn nun einen muscheligen Bruch sieht, oder das ein anderes Bruchverhalten ist, das man nur dafür hält. Das führt eventuell zu Unsicherheiten bezüglich der Bestimmung.

Ein anderes Beispiel ist der Sandkasten-Link: Mein Stein hat eine weiße Linie. Laut Beschreibung "Deformierte, länglich verformte Minerale und eine erkennbare Richtung bzw. Streifen im Gestein sind wichtige Hinweise" könnte mein Stein also metamorph sein, denn er hat ja einen Streifen! Als Anfänger weiß ich ja nicht, wie diese Streifen aussehen müssen, damit der Stein metamorph ist. Dann gibt es aber auch noch das magmatische Gestein "In magmatischen Gesteinen sind alle Minerale eng miteinander verzahnt und bilden ein lückenloses Gefüge", was bei meinem Stein ja optisch ebenfalls zutrifft. Er hat ja keine sichtbaren Körner. Ist mein Stein jetzt metamorphisch, oder magmatisch? Als Anfänger hab ich keine Ahnung. Oder ist es vielleicht doch ein Sedimentgestein und ich habe die Beschreibung falsch verstanden, oder muss genauer hingucken?

Beispielfotos würden auch hier ungemein helfen. Auch gibt es bei der Tabelle ein weiteres Problem: Nur wenige Gesteine sind hier als Ergebnis aufgelistet, allerdings gibt es ja offenbar auch noch viele andere Gesteinsarten, die infrage kommen können. Wenn mein Stein nun nicht so aussieht wie das, was sich aus der Tabelle ergibt, bin ich immer noch nicht weiter gekommen. Hilfreicher wäre zum Beispiel vielleicht eine Tabelle mit Nummern zu unterschiedlichen Gesteinsgruppen. Säurereaktion, die und die Härte, erkennbare Körnung: Gruppe A. Dann klickt man drauf und wird zu einer Liste weiter geleitet mit Gesteinen auf die diese Eigenschaften zutreffen und man kann dann vielleicht anhand von Bildern vergleichen, wo der Stein denn nun hingehört.


LG

vandendrieschen:
Hallo Lea,

danke für dein Feedback. Alle deine Punkte hatte ich schon vorher im Hinterkopf, wie man Laien noch verständlicher und selbsterklärend heranführten könnte und genau das was du ansprichst, ploppt immer wieder bei Laien auf und darum bin ich in dem Sandkasten aus Sicht eines totalen Laien rangegangen. Die Tabellen sind vorerst nur ein Prototyp, den ich über Nacht zusammen gescribbelt habe, um zu sehen, wie ihr damit zurecht kommt und wo die Wissenslücken auftreten. Ich hatte auch schon all deine Ideen wie in die Tabellen Fotos oder die Texte zumindest auf die jeweiligen Steine zu verlinken. Das ist aber alles mit hohen Zeitwaufwand verbunden. Die Steine sind Beispiele der häufigsten Gesteine die gefunden werden, um eine grobe Richtung zu anzubieten. Alles werden wir nicht abnehmen können, dazu sind die Gemischearten zu unterschiedlich um alle metamorphen Gesteine und alle ihre Untervarietäten abzubilden. Das sprengt auch den  Rahmen eines verständlichen Einsteigerguide. Darum mein Eingangstext  "Über Ja-Nein Antworten kann auch der interessierte Laie die Bestimmung des Gesteins erreichen.  Allerdings gibt es keinen pauschalen Ja-Nein-Test, der mit ein paar Fragen zum Ziel führt."

Zu sagen, wer sich wirklich für Steine interessiert, wird die nötige Eigeninitative ergreifen oder lässt es, halte ich für nicht richtig. dDas hält die Einsteiger erst recht davon ab, Fragen zu stellen.


Der Guide muss einfach, kurz und selbsterklärend sein, ohne großes dumrumgerede, wie hübsch und toll Steine bzw. Mineralien sind.  Das hat der Laie schon selbst kapiert, sonst würde er keinen aufheben.
Also so: Einsteiger kommt hier her,

was brauche ich um etwas zu bestimmen? Lupe (Mikroskop), Salzsäure, Bestimmungsbuch mit Fotos etc. für den schnellen Einsteig, bam bam bam. Angeschafft. Haken dahinter
Dann zum nächsten Schritt. Tabelle: Metamorph, magmatisch oder Sedimentär? bam bam grobe Richtung was passt? Ah magmatisch kommt nahe. Haken dahinter

Stein als magmatisch kennzeichnen. Der erste Schritt ist schon mal getan und man hat schon mal einen Namen für den Stein. Haken dahinter
Dann zu den weiteren Schritten, Details. feinkörnig? Bruch? Ist der Stein in der Tabelle? Ja? Nein?
Wenn Nein, dann bieten sich die Links an, die zu der Übersicht metamorphober Gesteine führt.

In den einzelnen Steckbriefen stehen dann das Chemisches Verhalten, die Härte und die Oberflächenbeschaffenheit. Haken dahinter.

Nun knnen in der Feinauswahl die Steine, die mit dem gefunden Objekt übereinstimmen, hier zur Diskussion gestellt werden.

Das entledigt schon mal all die Fragen (auf beiden Seiten), Hast du Salzsäure probiert?, Wie sieht denn der Stein von unten aus? usw.

Das Bruchverhalten ist tatsächlich ein Problem womit Laien nicht viel anzufangen zu wissen. Auch in den Büchern wird es sehr stiefmütterlich beschrieben.
Der Laie kann schlecht zwischen muschelig und spröde oder splittrig zur Längsachse unterscheiden. Mir klingt s noch in den Ohren, Muscheliger Bruch sieht wie bei einer Muschel aus, wenn du die Schale zerschlägst. Im aktuellen Einsteigerguide gibt es aber Beispielbilder in einer Unterrubrik, soweit ich mich erinnere. Also ebenfalls wie für den Glanz.

Die übreflüssige Salzsäure kannst du zum WC entkalken nutzen. Wobei so 200- 500 ml Fläschen auch nicht den Reiser briingen werden. ;)

Viele Grüße
Juliane

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