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Röhrchen
grauerstar:
Ich habe hier ein Foto einer Stufe mit Malachitlocken (ich weiß, keine Röhrchen im eigentlichen Sinne) auf Dolomit aus Brixlegg in Tirol beizusteuern. Der Bildausschnitt ist ca. 2 cm breit.
Viele Grüße,
Robert
rapplerEx:
Hallo an alle,
zum wissenschaftlichen Aspekt der "Röhrchen" habe ich als Sammel-Anfänger mangels Erfahrung nix
beizutragen...
Aber nicht nur dieser thread sind Sachen, die die vielen mitlesenden Laien faszinieren und als "nur Leser"
bei der Stange halten.
Ich guck jeden Tag gerne ins Forum...............
gruss aus de palz
Robert
Stronkolo:
Hallo,
anbei mal eine Aufnahme (BB 5mm) von einem Merelaniit 'Röhrchen'
Josef 84,55:
Hallo,
ich denke der Bildungsmechanismus bei den Silber- und Malachit-"Locken" ist ein anderer. Beim Silber stelle ich es mir so vor, dass ein silberhaltiges Mineral z.B. Akantit (nach Argentit) in seiner Umgebung nicht mehr stabil ist, das Silber an die Oberfläche diffundiert und sich dort elementar abscheidet. Das Gebilde schiebt sich dann wie aus einem Fleischwolf aus der Grenzfläche. Durch örtliche Geschwindigkeitsunterschiede bildet sich die Krümmung der entstehenden Locke, und wenn Radius und Torsion gut zusammen passen, entsteht eine Spirale.
Bei den nadeligen Mineralien, die auch unsere Röhrchen bilden, ist dies anders. Nadeln wachsen am anderen Ende, an der Spitze und ich meine fast ausschließlich dort.
Wenn sich nun eine Nadel beim wachsen auch nur an der Spitze krümmt, muss dieser Prozess lange gleich bleiben, dass sich ein geschlossener Ring bilden kann, und die Radien der beobachteten Ringe und Röhrchen sind außerdem noch sehr unterschiedlich. Wie kann es also sein, dass die Krümmung dennoch jeweils den Kreis schließen kann? Die einzige Theorie, die mir dazu bisher eingefallen ist, bestehet aus einem zweischichtigem System, dass pro Fläche immer die selbe Kraft einer Verspannung ausübt und gleichzeitig je nach Dicke unterschiedliche stabile Kristalle die sich elastisch krümmen. Je Dicker das System je größer der Radius.
Wenn sich der Ring geschlossen hat, wächst der nadelige Kristall auf der Oberfläche der letzen Windung, und je nach dem ob er seitlich, leicht schräg versetzt oder außen aufwächst, gibt es einen unterschiedlichen Habitus wie Ringe oder Röhrchen.
Aber wie ich schon oben schrieb, in diesen Kristallen wurde noch keine Zweischichtstruktur gefunden. Wie es zu dieser Verspannung kam, ist also noch unklar in meiner Theorie.
Da ich keine Möglichkeiten zum Untersuchen dieser Bildungen habe, bleibt mir nur der genaue visuelle Beobachtung der fertigen Gebilde. Grenzformen wie der unfertige fransige Ring aus unserem Bildtechnik-Vergleich finde ich besonders interessant.
Glück Auf, Josef
Klaus Schäfer:
Hallo Josef,
Vielen Dank für deinen Beitrag in diesem außerordentlich spannenden Thread.
Du solltest aber bei deiner Erklärung nicht das Phänomen alleinstehend betrachten und dabei die Umgebung des Phänomenes vernachlässigen. Beispiel: Auf einer Boulangeritstufe aus Rumänien finden sich meiner Erfahrung nach die Ringbildungen um ein Vielfaches (grob geschätzt hunderttausendfaches) seltener als die ungeordneten, wirrstrahligen Boulangeritkristalle. Warum wachsen diese nicht in Ringen ?
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