Hi Oliver,
Augengneis ist das wirklich nicht, da liegst Du richtig.
Das gezeigte Gefüge geht meiner Meinung nach in Richtung Pinch-and-Swell-Struktur, die dadurch entsteht, dass ähnlich wie bei der klassischen "Boudinage" einzelne kompetente Schichten durch plastische Verformungsmechanismen in mehr oder weniger separate Stücke ausgelängt werden. Im vorliegenden Fall ähnelt sich das Verformungsverhalten der hellen leukokraten und dunkleren melanokraten Gneislagen, d.h. der Kompetenzkontrast der beiden ist niedrig, so dass es zu keinem klassischen Boudinage-Gefüge kommt sondern es zu einem rhythmischen Wechsel von stärker ausgedünnten und weniger stark ausgedünnten Bereichen kommt ("pinch-and-swell-structure"). Einflussfaktoren für die Art des Verformungsverhaltens sind neben dem Chemismus des Ausgangsgesteins Dehnungsrate, Viskositätskontrast und die Druck/Temperatur-Bedingungen. z.B. hohe Temperatur führt zu plastischen Verformungsmechanismen auch in der kompetentesten Schicht.
So seh ich das.
Grüßle und Glück Auf!
GEOMAXX