Hallo zusammen,
weil in letzter Zeit mehrere Leute bei mir wegen der Möglichkeit angefragt haben, Analysen durchführen zu lassen, habe ich folgende Hinweise zu den Modalitäten etc. zusammengestellt:
Mineralienbestimmung durch Priv.-Doz. Dr. Uwe Kolitsch - allgemeine Hinweise
Analysen sind grundsätzlich kostenlos, ABER grundsätzlich entscheide deshalb ich, ob ich etwas analysiere oder nicht (vorherige Anfrage per e-mail oder PM!). Derzeit bearbeite ich wegem chronischem Zeitmangel nur die Gr. Clara.
ALLERDINGS kann ich auch Ausnahmen machen, wenn bestimmte Proben aus anderen Fundorten, z.B. Australien, Binntal/CH, Aris/Namibia, Schwarzwald, Deutschland allgemein, Österreich allgemein (aber insbesondere Pauliberg und Loja und Erzlagerstätten), Italien und Laurion aufgrund bereits vorliegender(!) chemischer oder röntgenographischer Analysen sehr interessant sind, oder es sich um sehr seltene, ungewöhnliche und potentiell neue Minerale handelt. Generell liegt mein Hauptinteresse bei Sekundärmineralen und SEE-Mineralen.
In jedem Fall wäre es sehr wünschenswert, wenn sich Spezialisten für die jeweilige Fundstelle oder zumindest fortgeschrittene Sammler das Material vorher ansehen und ebenfalls der Meinung sind, daß das Material untersuchungswürdig ist. Zur Not kann man das auch mit per e-mail verschickten Digifotos oder eingescannten Dias bewerkstelligen. Für die Grube Clara ist hier Richard Bayerl zuständig (rbmineral@aol.com;
http://www.RBmineral.de/).
In vielen Fällen wird es nötig sein, daß zuerst eine halbquantitative REM-EDS-Analyse gemacht werden muß, um zu erkennen, ob sich eine weitere Analyse lohnt. Kontakte kann ich dann in den meisten Fällen vermitteln.
Ich mache grundsätzlich nur Röntgenbeugungsanalytik an
1) Einkristallen (Proben mit gut ausgebildeten XX oder Fragmente von Einkristallen oder zur Not phasenreine xenomorphe Körner; die mittlere Mindest-Kristallgröße sollte ca. 0,03 mm betragen; nicht-meroedrische Zwillinge sind nur selten ein Problem)
und
2) an Pulvern (je mehr phasenreines(!) Probenmaterial, desto besser, aber mindestens soviel Material, daß man aus dem zerpulverten Material eine Kugel mit einem Durchmesser von 0,1 mm anfertigen kann; Methodik: digitale Gandolfi-Pulveraufnahmen)
Zusätzlich mache ich evtl. auch Polarisationsoptik, IR- und Raman-Spektroskopie, falls die Probe für mich sehr interessant ist oder falls es für die Bestimmung unabdingbar ist.
Wenn zusätzliche REM-EDS- oder quantitative EPMA-Analysen (Elektronenmikrosondenanalysen) nötig sein sollten, arbeite ich aus Zeitgründen meist mit diversen Fachkollegen zusammen.
Was ich immer benötige an zusätzlichen Infos:
- genauer Fundort (Geheimhaltung ist möglich, falls plausible Gründe vorliegen)
- kurze Beschreibung der Probe/des Minerals (Pfeil auf der Stufe bzw. den Stufen ist/sind sehr hilfreich!!)
- vermutete Identität(en)
- warum interessant (bisherige chem. Analysen oder Tests? etc.)
Literaturrecherchen in den großen Datenbanken kann ich selbst durchführen.
Falls z.B. ein analysiertes Mineral einen Neufund für Deutschland/Österreich oder für einen bestimmten Fundort darstellt, dann würde ich es sehr begrüßen, wenn das auch veröffentlicht wird, z.B. in Lapis, Aufschluss, Mineralien-Welt, etc. (mit mir als Koautor oder Erstautor, oder vom Finder alleine - dann sollte ich aber den Manuskripttext vorher sehen und kommentieren können).
Analysen können dauern! Im Idealfall (gut ausgebildeter, großer X, eindeutige Röntgenaufnahme zur Bestimmung der Zellparameter und des Bravais-Gittertyps) dauert es inkl. Probenvorbereitung, Messung und Auswertung 5-10 min, aber in schwierigen Fällen kann es Wochen, Monate und Jahre dauern...
Die analysierte Probe verbleibt für Dokumentationszwecke grundsätzlich bei mir, es sei denn (vorherige Absprache nötig):
1) die Probe ist ein Einzelfund und stammt von der Grube Clara; dann gibt es die Möglichkeit, die Probe entweder zu teilen, oder sie komplett dem Museum in Oberwolfach zu vermachen, oder ich gebe sie komplett zurück (nur wenn es unbedingt sein muß).
2) es ist ein heißgeliebter Einzelfund.
Idealerweise brauche ich für eine exakte Bestimmung 1-3 TYPISCHE Proben (kein Ramsch-Material), von denen ich eine auswähle und untersuche; die restlichen 0-2 gehen dann an den Finder zurück.
(Falls z.B. 3 oder mehrere Proben existieren, von denen 1 die bei weitem schönste bzw. aussagekräftigste ist, dann kann ich diese natürlich gerne heil lassen (ich sollte sie aber sehen!), und für die Analysen eine oder beide der 2 anderen Proben verwenden.)
GA, Uwe Kolitsch
Institut für Mineralogie und Kristallographie, Universität Wien, Geozentrum
Althanstr. 14
A-1090 Wien
Austria
http://www.univie.ac.at/mineralogie/kolitsch.htm (dort e-mail-Adresse)