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Autor Thema: Malachit, Brochantit, ...?  (Gelesen 3138 mal)

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Nadjalein

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Malachit, Brochantit, ...?
« am: 22 Jun 23, 01:53 »
Hallo ihr Lieben,

Diesen Stein habe ich vor drei Jahren gefunden, gerade wiederentdeckt und würde mich sehr freuen, wenn mir hier jemand weiterhelfen könnte.

Fundort: ca. 10 km entfernt von Kell am See (RLP, Grenze Saarland), direkt auf einem Waldweg, Einzelfund mit kleineren Bruchstücken in der Nähe, umliegendes Gebiet eher gräulich dunkles Gestein und quarzhaltig, die anderen Steinchen, die zur Wegbefestigung dienten, waren ebenfalls eher gräulich dunkel mit Quarz. Das finde ich verwunderlich, weil ich das Muttergestein meines Steins für roten Sandstein(?) halte.

Gewicht: 13,42 Gramm (einer meiner Bergkristalle, der etwa genau so viel wiegt, ist ein knappes Drittel größer)

Größe: (etwas rautenförmig, an den längsten Stellen gemessen) L: 2,5cm, B: 1,8cm, T: 1,3cm

Strichfarbe: Ich habe kein Gerät dafür, mit einem Messer gekratzt - wirkt weiß bis leicht bläulich (für Chrysokoll zu schwer!?)

Magnetisch: Nein

Eine Besonderheit, die man auf den Bildern evtl nicht so gut sieht: Er glitzert mäßig stark im Licht.

Ich bedanke mich :)
Lieben Gruß,
Nadja

Offline Lynx

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Re: Malachit, Brochantit, ...?
« Antwort #1 am: 22 Jun 23, 07:56 »
Hallo Nadja,

sei so nett und häng das Bild/die Bilder nochmals an....

Danke und Gruß, Martin

P.S. Auf der Hilfeseite gibts eine Beschreibung, wie das geht, falls Du da Probleme hast.
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Hilfe%20und%20Information/BilderUploadHilfeForum

Nadjalein

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Re: Malachit, Brochantit, ...?
« Antwort #2 am: 22 Jun 23, 12:04 »
Oh, danke für den Hinweis. Ich versuche es am Computer noch einmal.
LG, Nadja

Offline vandendrieschen

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Re: Malachit, Brochantit, ...?
« Antwort #3 am: 22 Jun 23, 21:33 »
Hallo,
Brochantit löst sich in verdünnter Salzsäure im Gegensatz zum Malachit langsam und nicht unter Aufbrausen auf. (Geht auch mit reiner Zitronensäure)

Viele Grüße.

Offline Lynx

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Re: Malachit, Brochantit, ...?
« Antwort #4 am: 22 Jun 23, 21:43 »
Hallo Nadja

ergänzend zu Jules Antwort:
- Essigessenz geht auch. Allgemein ist der Test aber mit (rund 5-10%iger) Salzsäure am aussagekräftigsten.
- Um den Test durchzuführen bitte nicht die Säure auf den Stein kippen. Stattdessen einen Kristall (oder allgemein: etwas Material) ablösen und auf eine inerte Oberfläche (Glas ist da gut geeignet, z.B. Objektträger) legen, dazu die Säure tropfen und unter einer Lupe schauen, ob sich das Material auflöst und ob sich dabei Blasen bilden, es wild schäumt etc.

Hier gibt es auch einen kurzen Text dazu
Säuretest

Aber vielleicht weisst Du das eh.... ;-)

Gruß, Martin

Nadjalein

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Re: Malachit, Brochantit, ...?
« Antwort #5 am: 22 Jun 23, 22:15 »
Danke für eure Antworten. :)

Warum überrascht mich die Aufforderung zum Säuretest jetzt nicht.. ;D

Ich war mir aber auch nicht sicher, ob es sich bei meinem Objekt wirklich um Kupfer und evtl. Malachit handelt. Hätte auch was ganz anderes sein können. Es gibt ja so viele Mineralien, Nicht-Mineralien usw.

Dann werde ich mal sehen, ob ich mit meinen gegebenen Mitteln etwas Brauchbares zustande bringe. Handy als Lupe müsste doch machbar sein. ;)

Ich habe 25%ige Essigessenz und 59%ige Phosphorsäure. Funktioniert die vielleicht auch?

Danke nochmal!  :) :)

Liebe Grüße,
Nadja

Offline Lynx

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Re: Malachit, Brochantit, ...?
« Antwort #6 am: 22 Jun 23, 22:23 »
Hoi Nadja

Na dann :-)

Tendenziell würde ich erst mal die Essigessenz verwenden. Wenn es Malachit ist, sollte das ganz gut klappen. Du kannst auch Entkalker ausprobieren, das ist häufig Zitronensäure oder Amidosulfonsäure... INteressant wird es, wenn Du zwei Carbonate unterscheiden willst - da macht es einen Unterschied, mit welcher Säure Du arbeitest (oder falls Du etwas ausätzen willst - da ist es auch relevant).

Gruß, Martin

Nadjalein

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Re: Malachit, Brochantit, ...?
« Antwort #7 am: 22 Jun 23, 23:14 »
Soo.. das war interessant. Ich bin jedoch ratloser als vorher. :D
Ich habe also eins der beiden anderen kleinen Bruchstücke in 3 Teile geteilt. Von außen dachte ich, wie bei dem Stein oben auf den Bildern, das besteht zum Großteil aus Sandstein, jedoch ist dem offenbar nicht so. Es ist eher rot bis rot/violett/braun mit kristalliner Struktur.
Dazu gleich das erste Foto. Die anderen kommen im nächsten Post.
« Letzte Änderung: 10 Mar 24, 20:09 von oliverOliver »

Nadjalein

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Re: Malachit, Brochantit, ...?
« Antwort #8 am: 22 Jun 23, 23:29 »
Als nächstes habe ich einen Tropfen Essigessenz auf die Probe gegeben. Geschäumt hat da nichts. Siehe erstes Bild in diesem Post.

Dann habe ich etwa zwei Minuten später zwei weitere Tropfen dazugegeben, was dazu führte, dass sich die Essenz langsam anfing, blau zu färben und sich kleine Partikel des Steins lösten. Siehe zweites Bild.

Etwa 10 Minuten später ist das dritte Bild entstanden, man sieht hier eine deutliche Blaufärbung der Essenz.

Daraufhin habe ich den Stein herumgedreht, um zu sehen, ob mit dem roten Teil etwas passiert ist. Allerdings scheint dieser sich nicht wirklich verändert zu haben, außer dass er jetzt nass ist. Siehe viertes Bild.

Offline vandendrieschen

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Re: Malachit, Brochantit, ...?
« Antwort #9 am: 23 Jun 23, 09:19 »
Das sieht dann so aus, wenn sich der Kupferspat in zuviel Essigessenz auflöst. Das rotebraune ist Hämatit (Eisenglanz).
Viele Grüße.

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Malachit, Brochantit, ...?
« Antwort #10 am: 23 Jun 23, 11:32 »
Könnte das Verwitterungsprodukt eines ehemaligen Siderits oder Fe-haltigem Dolomit mit Chalkopyrit- oder Kupfersulfid-Einschlüssen sein.

Nadjalein

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Re: Malachit, Brochantit, ...?
« Antwort #11 am: 23 Jun 23, 13:31 »
Das sieht dann so aus, wenn sich der Kupferspat in zuviel Essigessenz auflöst. Das rotebraune ist Hämatit (Eisenglanz).
Viele Grüße.

Hallo und lieben Dank für Deine Antwort. :)

Mit "Kupferspat" meinst Du Malachit, oder? Ich habe halt nach zwei Minuten gedacht, es sei kein Malachit, weil sich das nicht sogleich "schäumend" aufgelöst hat. Aber ich weiß ja auch nicht, wie das auszusehen hat. Reicht eine 5-fache Vergrößerung, um das zu sehen? Ich ziehe aus deiner Antwort, dass sie Kupferspat/Malachit(?) blau auflöst. Interessant :)
Hämatit kann sicher sein. Hatte aufgrund des Kupfers an Cuprit gedacht. Ist der auszuschließen?

Einen lieben Gruß und einen schönen Tag,
Nadja

Nadjalein

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Re: Malachit, Brochantit, ...?
« Antwort #12 am: 23 Jun 23, 13:55 »
Könnte das Verwitterungsprodukt eines ehemaligen Siderits oder Fe-haltigem Dolomit mit Chalkopyrit- oder Kupfersulfid-Einschlüssen sein.

Hallo, ich danke Dir für Deine Antwort. :)

Kommt Dolomit auch in Verbindung mit Sandstein vor? Siderit ist eine Möglichkeit. Ich habe gelesen, das Chalkopyrit und andere Kupfersulfide durch Verwitterung in Malachit, Azurit, etc. übergehen können. Ist es also doch möglich, dass es sich um eine Malachitkruste oder ähnliches handelt?

Danke Dir! Einen hübschen Tag wünsche ich. :)
Liebe Grüße,
Nadja

Offline vandendrieschen

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Re: Malachit, Brochantit, ...?
« Antwort #13 am: 23 Jun 23, 23:48 »
Hallo und lieben Dank für Deine Antwort. :)

Mit "Kupferspat" meinst Du Malachit, oder? Ich habe halt nach zwei Minuten gedacht, es sei kein Malachit, weil sich das nicht sogleich "schäumend" aufgelöst hat. Aber ich weiß ja auch nicht, wie das auszusehen hat. Reicht eine 5-fache Vergrößerung, um das zu sehen? Ich ziehe aus deiner Antwort, dass sie Kupferspat/Malachit(?) blau auflöst. Interessant :)
Hämatit kann sicher sein. Hatte aufgrund des Kupfers an Cuprit gedacht. Ist der auszuschließen?

Einen lieben Gruß und einen schönen Tag,
Nadja
Hallo,
ja, ich mag die alten bergmänischen Bezeichnungen lieber.
Wenn Malachit sich auflöst, geht er ins grünbläuliche über. Bei dem Prozess fällt türkisblaues, basisches Kupfercarbonat aus. Dieses enthält ein Gemisch aus Azurit und Malachit.
Ob es Cuprit oder Hämatit ist, kann ich auf dem Foto nicht sagen, das musst du dir unterm Mikroskop angucken. Möglich. Wenn es Cuprit ist, wird Malachit wahrscheinlicher sein.
Brochantit unterscheidet sich noch vom Malachit auf der Oberfläche durch einen leichten Glasglanz, auf Bruchflächen dagegen Perlmutterglanz. Das ist aber nur schwer unterm Mikroskop und bei guten Kristallen zu erkennen.
Der Säuretest ist eindeutiger. Eigentlich reicht ein Stückchen und ein Tropfen und es bilden sich kleine Bläschen oder eben keine.
Brochantit tritt pseudomorph nach Azurit, Bornit oder Malachit auf.
Ich habe ähnliche Stücke, worauf beide Mineralien (zusammen) vorkommen. Ich habe meine Stücke, bei denen es unklar ist, deshalb mit Brochantit/Malachit beschriftet.


Viele Grüße

Offline vandendrieschen

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Re: Malachit, Brochantit, ...?
« Antwort #14 am: 23 Jun 23, 23:51 »
Kann das sein, dass die Steine kein Sandstein sind, sondern Porphyr?

 

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