Hallo
Es liegt mir fern jemand unbedingt überzeugen zu wollen. Aber wenn man sich ernsthaft mit der Bestimmung von Fossilien befasst, wird man schnell merken, das man mit nur einem vermeintlichen Bestimmungsmerkmal oft falsch liegt. Die Form erinnert zwar an einem Zapfen, aber das ist schon alles! Es sind keine Zapfenschuppen zu sehen. Diese müssten halbrund sich dachziegelartig deckend zu erkennen sein. Du führst nun einen unreifen Tannenzapfen ins Feld, da es ein ausgereifter schon wegen seiner botanischen Eigenart des Zerfalls nicht sein kann, aber an einem jungen Exemplar müssten sie erst recht deutlich in Erscheinung treten. Anbei mal ein Foto eines Picea-(Fichte)-Zapfen aus dem Pliozän. Hier kann man das gesagte deutlich nachvollziehen. Das zweite Bild zeigt einen rezenten Holz/Rinden-Ast, der eben diesen Trocknungsprozess und Zerfall in Riss-Block-Struktur zeigt. Fossil sind dann diese Risse ausmineralisiert und zeigen dann dein Bild. Auch wenn man sich mit guter wissenschaftlicher Literatur von Steinhardt / Neubamberg beschäftigt, wird man in der Fossilliste keinen Hinweis auf die Gattung Abies finden. Picea nur in Anführungszeichen und somit auch nicht eindeutig nachgewiesen. Somit bleiben für längliche Zapfen nur Pinus (Kiefer) der Sektion Strobus, welcher hier aber nicht vorliegt. Entweder ist das Stück so abgeplatzt, das es eben diese Form vorkaugelt und der Rest ist noch im Gestein, oder ein Stück Holz ist im Rupel-Meer so spintelförmig abgerollt worden. Solche Spinteln findet man in Braunkohletagebaue oft. Werner aus der Lausitz
Hallo Werner,
was mich an deiner Argumentation irritiert ist folgendes:
Hölzer, wie das rezente in deinem Foto, kenne ich nur vom feuchten Boden.
Holz, das lange Zeit im Wasser gelegen hat, sieht anders aus. Es hat meist keine Rinde mehr und das Holz ist nicht vermodert.
Die Hölzer in den Steinhardter Erbsen sind in einem oxidierenden Milieu, abgeschlossen von der Außenluft. Dabei bildet sich Schwefelwasserstoff, der mit Bariumchlorid zu Schwerspat (Baryt) reagiert und die Hölzer werden zu Baryt umgewandelt.
Ich habe auch noch kein Holz aus einer Steinhardter Erbse gesehen, das eine solche Oberflächenstruktur hat, wie das rezente deines Fotos, wenn man mal von dem auf meinem Foto absieht. Bei den Hölzern, die sich so sauber aus der Matrix herauslösen wie es bei diesem Objekt der Fall ist, ist die Oberfläche immer glatt.
VG Klaus
Nachtrag:
Bei dem im Bild gezeigten rezenten Holz scheint es sich um Birke zu handeln. Birke ist eine Holzart, die sich sehr schnell zersetzt.
Birkenbrennholz, das ohne Abdeckung im Freien gelagert wird, ist nach 2 Jahren nicht mehr verfeuerbar, da es, möglicherweise bedingt durch Pilze, schwammartig weich wird und sich mit Wasser vollsaugt. Ich habe das mehrfach beim Brennholzeinschlag erlebt.
Nadelholz dagegen wird durch Wässern haltbar gemacht und hat deshalb eine völlig andere Struktur.
Mir ist nicht bekannt, ob unter den in Steinhardt gefundenen Hölzern auch Betula waren, ich kann es mir aber nicht vorstellen. Dazu verwittert die Birke zu schnell.