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Leica FusionOptics Technologie
Klinoklas:
Hallo,
danke für den spannenden Versuch mit dem "Nikon SMZ-U", es ist denke ich trotz des Alters immer noch ein sehr gutes Gerät.
Es ist in gutem Zustand aber auch nur noch schwer zu bekommen, die meisten Exemplare in der Bucht sehen ziemlich "gequält" aus oder dienen bestenfalls nur noch als Ersatzteillager.
Das Leica hat tatsächlich an der Unterseite zwei unterschiedlich große Öffnungen was sich logischerweise auf die eingefangene Lichtmenge und damit auf die Helligkeit auswirkt.
In einem englischsprachigen Video (ich finde es leider im Moment nicht wieder) beschreibt jemand genau diesen Effekt. Er sagt, dass das Bild auf einer Seite heller ist als auf der Anderen.
Würde mich auch total stören, kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass Leica das so in alle Geräte einbaut. Auch Highendgeräte zum Preis eines Autos.
In einem Internetforum schreibt ein User der ein altes "Citoval2" für Mineralien benutzt folgendes.
"Mein Vater hat sich ein Leica S9 gegönnt, und ich muss neidvoll anerkennen, dass dieses Mikroskop so ziemlich allen Anforderungen gerecht wird. Knackscharfe Bilder auch bei hoher Vergrößerung,
Planapochramtisches Linsensystem, Feintrieb/Grobtrieb und eine brutale Tiefenschärfe dank Fusion Optik ( ein Strahlengang bringt eine hohe Auflösung, der andere eine hohe Tiefenschärfe,
der Kopf macht dann ein Bild draus)"
Auch was Martin schreibt hat ein User angemerkt der Probleme damit hat sich auf einen scharfen Punkt zu konzentrieren.
Was doch recht aberwitzig klingt bei einer Technologie die eigentlich MEHR Schärfe verspricht.
Immerhin soll man laut Leica dadurch viel weniger über den Stereomikroskoptrieb nachjustieren müssen
Auf der Webseite von Leica gibt es zum Produkt "Ivesta 3" eine Bildsimulation der den OpticsFusion Effekt verdeutlicht.
Unter dem Punkt "Erkennen Sie relevante Details schneller" kann man einem Schieberegler in horizontaler Richtung über das Foto bewegen.
https://www.leica-microsystems.com/de/produkte/lichtmikroskope/stereomikroskope/p/ivesta-3/
Gruß
René
Josef 84,55:
Hallo,
wenn man die volle Auflösung des lichtstärkeren Strahlengang zum Betrachten von Details nutzen will, muss man natürlich auch auf diesen fokussieren, aber man findet ihn vielleicht schneller, weil man mit dem anderen viel stärker beugungsbegrenzten Strahlengang mehr Überblick in der Tiefe hat.
Auf jedem Fall eine interessante Entwicklung, mit der aber wahrscheinlich nicht jeder zurechtkommt, daher würde ich auf jedem Fall nur mit Rückgaberecht kaufen und es ein paar Tage testen vor der Entscheidung.
Das Nikon SMZ-U hat ein paar Schwächen wie die Gummierung auf dem Grobtriebknöpfen die jetzt nur mehr klebrig ist und schwarz abfärbt, aber schon nach nur wegen Stunden intensiven Putzen runter ist und die Zoomknöpfe aus Kunststoff die beim Versand gerne brechen und noch erstaunlicher weise vor 5 Jahren bei Nikon bestellbar waren, heute aber leider nicht mehr. Ich würde gerne mal bei Zeiss oder Leica nachfragen, ob sie ein Ersatzteil eines 25 Jahre alten Mikroskops hätten...
Die Stereomikroskope nach dem Fernrohrprinzip die ich kenne (Zeiss SV11, Nikon SMZ-U und SMZ1500) haben einen wahrscheinlich systembedingten Effekt, dass parallele Linien, wenn man sie kippt, scheinbar nach hinten auseinander fluchten anstatt wie normal zu einem Fluchtpunkt. Bei Mineralien fällt mir dies aber gar nicht mehr auf, was wieder zeigt, an was sich unser Gehirn so alles gewöhnen kann.
Viele Grüße, Josef
namuwit:
Hallo Rene,
Ich besitze seit ca. Jahr das Leica S9
Mich hat die FusionOptics Technologie 100%ig überzeugt.
Ich hatte vorher ein Leica MZ9.5, ebenfalls ein sehr gutes Mikroskop, da konnte ich gut vergleichen welches der Mikroskope das bessere Bild lieferte.
Ich war am Anfang auch etwas skeptisch bezüglich der FusionOptics Technologie.
Aber der direkte Vergleich hat mich überzeugt.
LG Robert
weirdo:
--- Zitat von: Lynx am 05 Oct 23, 21:03 ---Hallo Jule
insbesondere bei weitsichtigen Menschen funktioniert die Verknüpfung/Überlagerung der beiden Bilder im Gehirn nicht gut. Meist dominiert das stärkere Auge und das andere läuft mit. Bis zue einem Alter von etwa 3Jahren wird wohl eben die Augensynchronisierung incl räumliches Sehen im Gehirn ausgebildet. Bei Normalsichtigen funktioniert das über Triangulation, d.h. die Position eines Punktes in den Bildern der beiden Augen ist gegeneinander etwas verschoben, weil die Augen den Punkt unter verschiedenen Winkel sehen. Der Augenabstand ist immer gleich und dadurch läßt sich Tiefeninformation berechnen. Im fehlsichtigen Fall sind die Augen nicht synchronisiert und dadurch, dass die Augen oftmals unterschiedlich stark sind, kann auch nicht immer gleichzeitig ein scharfes Bild von dem Punkt erzeugt werden und vorallem erkennt das Gehirn nicht, wie die Bilder genau zusammengehören. Deshalb bildet das Gehirn eine andere Strategie aus, um Tiefe wahrzunehmen. Das funktioniert z.B. über Größe, Flugbahnabschätzungen, Schärfe im Bild etc. Auswirkungen können sein dass
- jemand der nicht räumlich sieht ein guter Schutze ist. Weil die Information aus einem Auge ausreicht....
- jemand der nicht räumlich sieht, einen ihm unbekannten Gegenstand nicht sicher fangen kann, aber mit Übung ein sicherer Ballspieler (für genau die eine, eingeübte Ballgröße und Ballform) ist
- jemand, der räumlich sieht, andere Arbeitsabläufe nutzt (z.B. um Dinge unter dem Stereomikroskop zu manipulieren), als jemand, der nicht räumlich sieht.
Dennoch ist auch in dieser Art Wahrnehmung immernoch ein Tiefeneindruck vorhanden (der eben anders erzeugt wird) und ein Bino hilft trotzdem besser und entspannter zu arbeiten. Das schreibe ich hier aus eigener Erfahrung :-)
Gruß, Martin
--- Ende Zitat ---
Was du da beschreibst ist Fusion, unterteilt in motorische und Sensorische Fusion mit dem Ziel korrespondierender Netzhautbilder + Konvergenz. In der Fovea, Punkt des schärfsten Sehens möchte man auch viele Linienpaare/mm abbilden, ein paar Bogenminuten daneben nimmt das rapide ab,dh da muss es gar nicht so hoch auflösen weil die Netzhaut das nicht auflösen kann, wenn der zweite Strahlengang dafür ein höheres FOV bietet,baut das Gehirn daraus SUBJEKTIV ein "schöneres" Seherlebnis.
Welches Auge dominiert (Führungsauge) kann man nicht von "stärker" (der höhere=bessere Visus) abhängig machen, das spielt auch eher bei multifokallinsen eine Rolle,da bekommt das Führungsauge die bessere Fernzone und das andere die grössere Nahzone was ja unterschiedliche Korrektionswerte ergibt die aber hier im Mikroskop ja nicht gegeben sind. Ausser Stereosehen kommt noch dazu ob das Pupillenspiel des Anwenders regelrecht ist (bei Akkommodation sollten sich die Pupillen bei jedem von uns zusammenziehen wo ein helles Bild im Okular unterstützend wirkt, manche sind noch anfällig für Intrumentenmyopie was bei einigen Binos unterdrueckt wird durch eine Vergenz auf grösser 5m. Also vor dem Kauf testen ;)
Lynx:
Danke Tobias für die Erläuterungen :-)
Gruß, Martin
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