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Leica FusionOptics Technologie

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Klinoklas:
Hallo,

danke für die Antworten.

Wenn das Stereomikroskop nur der Begutachtung dient und mit dem Gerät nicht fotografiert werden soll wäre es schonmal kein Ausschlusskriterium.
Externe Lösungen (Balgen) oder ein spezielles Fotomakroskop liefern hier sicher bessere Ergebnisse.

Dass die wahrgenommene Tiefenschärfe höher als die tatsächliche ist gilt für alle Stereomikroskope.
Der Effekt hat auch einen Namen, leider komme ich da jetzt nicht drauf.Von Betrug oder Vortäuschung falscher Tatsachen würde ich da garnicht reden wollen.


Leica stattet wissenschaftliche Einrichtungen genau wie Zeiss mit Hochleistungsoptiken aus.
Die FusionOptics Technologie wird mittlerweile in fast jedes Stereomikroskop aus dem Hause Leica eingebaut.
Auch in Highendgeräten für viele tausende Euros, die laut Dokumentation schon für Messungen geeignet sind. 
Würden die das wirklich machen, wenn die Technik nicht ausgereift wäre?

Schade dass hier niemand mal durch so ein Gerät geschaut hat um etwas zu dem tatsächlichen Effekt sagen zu können. 
Ich hätte schwören können, dass das S9 oder S9 Apo hier von manchem Micromounter genutzt wird. 
Vielleicht fällt die Wirkung mit der "deutlich höheren Tiefenschärfe" ja auch geringer aus als gedacht.

Bei Modellen mit eingebauter Irisblende wird die Auflösung (numerische Apertur) reduziert wodurch die Tiefenschärfe vergrößert wird. 
Das hier erwähnte Nikon SMZ-U hat so eine Blende daneben noch z.B. die Geräte Nikon SMZ-1500, Olympus SZX-7 (nachrüstbar), Askania GSZ 2T und Zeiss SV 11.

Das Leica Ivesta 3 ist vielleicht auch deswegen interessant, weil es wie das Stemi 508 (Nachfolger des beliebten Stemi 2000), über apochromatisch korrigierte Optiken verfügt. 
Preislich ist es aber etwas günstiger als das Stemi 508, hat aber ggf. den Vorteil einer höheren Schärfentiefe dank der FusionOptics Technologie.

Gruß
René

vandendrieschen:

--- Zitat von: Lynx am 04 Oct 23, 21:58 ---Nun. Für normalsichtige Nutzer mag das funktionieren. Aber Personen mit Sehfehler (z.B. jene, die nicht dreidimensional sehen können, weil das Gehirn die Bilder der beiden Augen nicht triangulierend überlagern kann) haben davon nichts.

--- Ende Zitat ---
Mir wurde vom Optiker eine räumliche Sehschwäche diagnostiziert, obwohl ich immer der Meinung war, 3 dimensional zu sehen wie alle anderen auch. Meine Umwelt sieht jedenfalls nicht wie in einem 2D Trickfilm aus.
Heißt das aber nun, dass ich bei meinem Binokular gar nicht so den Vorteil des 3D Effekts habe? Oder sehen andere Menschen mit keiner räumlichen Sehschwäche 3D anders als ich?
Erstmals ist mir das auch aufgefallen und brachte mich zum grübeln, ob ich das gleiche sehe, als die ersten 3D Kinofilme raus kamen und alle Leute hellauf begeistert waren, dass alles ganz nah real vor ihnen abläuft und der T-Rex durch den Kinosaal laufen täte. Ich habe mich immer gewundert, denn mehr als ein bisschen vom Hintergrund, wie man es mit den rot grün Brillen in Comicheften kennt, hat sich da auf der Leinwand auch nicht viel abgehoben.

VG.

Lynx:
Hallo René

nicht, dass wir uns falsch verstehen - Leica macht tolle Mikroskope auf sehr hohem Niveau, ganz bestimmt.

Meine Aussage zu optischen Täuschungen meint genau dies: unser Gehirn ist sehr leistungsfähig, was Bildverarbeitung angeht. Nun wird ein Auge mit einer bestimmten Information versorgt, das andere nicht. So ein Ungleichgewicht kann dann tatsächlich zu Fehlinterpretationen führen. Wenn man sich dessen bewusst ist und gewöhnt, immer auf den Fokus "durchzustimmen", wenn man bestimmte Teilbereiche des Bildes genauer sehen will, dann ist das kein Problem.

Aber zurück zur Frage mit der Tiefenschärfe. Unser Mikroskop hat eine Irisblende, um die Tiefenschärfe abzustimmen. Das wird aber bei uns von niemandem genutzt. Nicht von denen, die irreguläre Strukturen und Partikel untersuchen und auch nicht von den Leuten, die Platinen anschauen. Am Ende zählt immer das Foto bzw. der Stack.... Der persönliche Eindruck bei Durchschauen wurde oft als zu subjetiv identifiziert. Oft hat sich eine Beobachtung "in Luft" aufgelöst, als das Objekt korrekt in die Fokusebene ausgerichtet und nicht mehr "schief" angeschaut wurde...

Tatsächlich hatte ich auch Leica da, bevor wir unser Gerät ausgewählt haben. Das Argument mit der größeren Tiefenschärfe konnte ich damals tatsächlich nicht nachvollziehen, weil ich eben nicht räumlich sehen kann. Deshalb war es ein Nicht-Argument und die Auswahl erfolgte aufgrund anderer Kriterien.

Gruß, Martin

Lynx:
Hallo Jule

insbesondere bei weitsichtigen Menschen funktioniert die Verknüpfung/Überlagerung der beiden Bilder im Gehirn nicht gut. Meist dominiert das stärkere Auge und das andere läuft mit. Bis zue einem Alter von etwa 3Jahren wird wohl eben die Augensynchronisierung incl räumliches Sehen im Gehirn ausgebildet. Bei Normalsichtigen funktioniert das über Triangulation, d.h. die Position eines Punktes in den Bildern der beiden Augen ist gegeneinander etwas verschoben, weil die Augen den Punkt unter verschiedenen Winkel sehen. Der Augenabstand ist immer gleich und dadurch läßt sich Tiefeninformation berechnen. Im fehlsichtigen Fall sind die Augen nicht synchronisiert und dadurch, dass die Augen oftmals unterschiedlich stark sind, kann auch nicht immer gleichzeitig ein scharfes Bild von dem Punkt erzeugt werden und vorallem erkennt das Gehirn nicht, wie die Bilder genau zusammengehören. Deshalb bildet das Gehirn eine andere Strategie aus, um Tiefe wahrzunehmen. Das funktioniert z.B. über Größe, Flugbahnabschätzungen, Schärfe im Bild etc. Auswirkungen können sein dass
-  jemand der nicht räumlich sieht ein guter Schutze ist. Weil die Information aus einem Auge ausreicht....
- jemand der nicht räumlich sieht, einen ihm unbekannten Gegenstand nicht sicher fangen kann, aber mit Übung ein sicherer Ballspieler (für genau die eine, eingeübte Ballgröße und Ballform) ist
- jemand, der räumlich sieht, andere Arbeitsabläufe nutzt (z.B. um Dinge unter dem Stereomikroskop zu manipulieren), als jemand, der nicht räumlich sieht.

Dennoch ist auch in dieser Art Wahrnehmung immernoch ein Tiefeneindruck vorhanden (der eben anders erzeugt wird) und ein Bino hilft trotzdem besser und entspannter zu arbeiten. Das schreibe ich hier aus eigener Erfahrung :-)

Gruß, Martin

Josef 84,55:
Hallo René,

ich habe vorhin eine Blende vom SMZ-U ausgehängt und den Effekt testen können, zumindest mit der maximalen Öffnung des vor über 30 Jahren entwickelten Mikroskops (das dennoch besser ist als das SV11 und das Stemi 2000, welche ich auch habe).

Wie erwartet waren die beiden Strahlengänge sehr unterschiedlich hell, was ich als sehr störend empfand. Mit einem ND9 Graufilter vor dem einem Okular und nicht ganz geschlossener Blende wahr der Effekt gut bemerkbar. Vor allem bei bedrucktem Papier, also gekippte ebene Flächen war es besonders deutlich, bei unebenen Oberflächen wie Mineralien eher weniger.
Durch das Abblenden und dem notwendigem abdunkeln verliert man einiges an Helligkeit, warum ich auch mein SMZ-U wieder zurückgebaut habe. Ich denke mit einer lichtstärkeren Optik (daher mit höherer Auflösung und NA) und einem Graukeil im einen, Blende im anderen Strahlengang, ist das sicher eine Technik an die man sich gewöhnen könnte, Helligkeit verliert man aber dennoch zwangsläufig.

Das man mit einem Stereo-Bild viel mehr Details wahrnimmt kann ich nur bestätigen. Ich bin immer wieder begeistert, wenn ich ein Bildpaar mit so ca. 0,5 mm Bildbreite rechne und mit der Spiegelbrille und einem 3D Programm noch reinzoome.

Viele Grüße, Josef

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