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Wir brauchen eine Mineraliensammler-Gewerkschaft!
Ralf:
Hallo Carsten,
Dein Gedanke ist im Grunde nicht verkehrt. Eine Gewerkschaft ist aber sicher nicht der richtige Weg, was wir brauchen ist eine stärkere Lobby. Über unser Hobby ist in der Öffentlichkeit kaum etwas bekannt. Für die meissten Leute sind wir in gewissem Sinne Spinner, bestenfalls Sonderlinge. Für Förster und viele Steinbruchbesitzer sind wir Störenfriede und " unbefugte ". Die Fossiliensammler habens vielleicht noch schwerer, denn die gelten oft ( ähnlich den Hobbyarchäologen ) als Raubgräber, die wertvolle Naturschätze zerstören. Einzelne Sammler können kaum etwas daran ändern, außer diesen Vorurteilen durch vorbildliches Verhalten und Aufklärung im kleinen entgegenzuwirken. Vereine haben meist andere Probleme oder Interessen und sind auch nur lokal wirksam.
Bleibt noch die VfmG, die in meinen Augen aber das Klassenziel auch verfehlt hat ( damit will ich die z.T. aufwändige Arbeit vieler VfmG-Mitglieder innerhalb der Gruppen in keinem Falle schmälern, sondern beziehe mich lediglich auf die Außenwirksamkeit ).
Ich glaube auch nicht daß es uns in absehbarer Zeit gelingen wird, daran etwas zu ändern. Ich denke, der einzige Weg, nachhaltig Fundstellen zu sichern geht über die Lokale Zusammenarbeit zwischen Sammlern und Fundstellenbesitzern oder evtl. Behörden. Aber selbst dazu sind wir nicht in der Lage, weil es ein gewisses Maß an Einigkeit und auch Selbstlosigkeit bedarf. Wenn sich heute eine lokale Gruppe mit dem Eigentümer einer Fundstelle einigt, wird diese von vielen anderen Sammlern sofort angegriffen und der Habsucht bezichtigt. Eben weil diese nicht oder nur sehr schwer dort sammeln kann.
Eine Lobby zu bilden bedeutet auch, ja vor allem, Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehört insbesondere das Bekanntmachen von Funden oder Fundstellen, der Hinweis auf die Einzigartigkeit eines Vorkommens und die Bedeutung für die Wissenschaft. Aber auch das kann uns, zumindest mittelfristig, nicht gelingen. Sobald etwas veröffentlicht wird, strömen Sammler von überall her dorthin und viele scheren sich keinen Deut um Regeln oder Verbote und zerstören so das zarte Pflänzchen der Vertrauensarbeit. Es ist ein Teufelskreis.
Unser Land ist einfach zu klein und zu dicht besiedelt um der Vielzahl der Sammler ausreichende Fundmöglichkeiten zu bieten. " Biologisch " gesehen haben wir in Deutschland eine Überpopulation an Sammlern. Und wie Überall in der Natur führt das zu einer Zerstörung des Lebensraumes. Denkt mal 20 Jahre zurück, als es noch nicht so viele Sammler gab. Da war das Sammeln, mit Ausnahme einiger sensibler Fundstellen doch noch viel einfacher. Wenn man sich z.B. die USA anschaut, so findet man dort ein wahres Paradies für Sammler. Natürlich gibt es auch dort Verbote und Regeln, aber die weitläufigkeit des Landes erlaubt es jedem, irgendwo ungestört zu sammeln.
@ Harjo
Zu den geschlossenen Steinbrüchen und alten Halden habe ich eine etwas andere Meinung. Solche Gebiete bilden sehr oft ökölogische Nischen für viele seltene Pflanzen und Tiere. Ich finde es richtig, diese unter Schutz zu stellen. Das kann man nicht mit einem verwilderten Garten oder einer Baugrube vergleichen. Die ( ehemalige ) Vielfalt unserer Natur basiert auf einer Jahrhundertealten Kulturlandschaft, geformt durch verträgliche Land- und Forstwirtschaft. Sie ist, wenn man so will, ebenfalls " künstlich " erschaffen. Erst durch die intensive und zerstörerische Nutzung der letzten Jahrzehnte hat sie sich zum Negativen entwickelt.
Ralf
uwe:
Natürlich erlöschen Fundstellen und sind dann entweder jahrzehnte lang oder für immer vergessen. Das bedeutet allerdings nicht, daß damit für immer Schluß ist. Ein gutes Beispiel ist Bräunsdorf im Freiberger Revier (Sachsen). Diese Fundstelle galt als absolut erloschen, bis dann das Hochwasser kam und für hervorragende Fundmöglichkeiten sorgte. Auch die Axinitfundstelle bei Thum im Erzgebirge war vergessen und nicht mehr bekannt, bis jemand diese wiedser aufgespürt hat.
Es gibt also auch in Deutschland immer wieder Überraschungen. Es erfordert jedoch umfangreiche Recherchen und zahlreiche oft erfolglose Geländeinspektionen, bis man wieder mal was aufgespürt hat. Sehr alte erloschene Fundstellen haben den Vorteil, daß niemand aus dem Umfeld mehr auf mögliche Sammler achtet und auch die Wachsamkeit der Forstbehörten nachläßt.
Also frisch auf ins Gelände und suchen. Jeder auffällige Vegetationswechsel in Wald und Feld können anzeichen von Bergbau sein.
Gruß
Uwe
Trüffelschwein:
;D Tach Carsten
und natürlich auch den Rest der Bande 8),
Wie Carsten schon sagte; Z“Wir brauchen eine stärkere Lobby!“ZE . Wir Sammler stellen bereits die größte Lobby dar – nämlich für die Steinbruchbetreiber!. Wer, bitteschön, bricht denn in Tränen :'( aus, wenn ein fündiger Abbau geschlossen wird? Die Grünen und der BUND sicherlich nicht...Wir brauchen neben der bereits geforderten Öffentlichkeitsarbheit eine notwendige und funktionierende Zusammenarbeit. Im letztgenannten Punkt sehe ich jedoch den größten Hinderungsgrund. Nur die wenigsten Mineraliensammler sind zu einer Zusammenarbeit bereit. Die wenigen hier und in anderen Foren, wobei die hier im Mineralienatlas-Forum anwesenden die gleichen sind wie auf anderen Mineralienforen, sind, ohne zu strunzen, die „Creme de la Creme“ der Mineraliensammler Deutschlands und BeNeLux......und....wir stehen hier im Internet unter ständiger Beobachtung – von Gönnern wie von Neidern, auch von anderen lieben (Gast-)Kollegen, welche hier nur die Infos abgreifen und selbst nichts beisteuern. :P
Eine Gewerkschaft ist nicht das was wir brauchen, sondern eine „vertrauensbildende Maßnahme“ zumindest gegenüber den Liegenschaftseigentümern. Wir betreten immerhin fremden Grund und Boden. :o Was würdet ihr denn sagen, wenn jemand bei Euch im Garten Fallobst aufliest mit der Begründung, er sammele Obst? ;) Es geht hier um Eigentum und um Besitzrechte, aber in erster Linie um die Haftung bei Schäden.
Bestehende Sammelverbote resultieren aus dem Fehlverhalten :-\ von Personen aus eigenen Reihen. Die UVV „Steinbrüche, Gräberein und Halden“ und die daraus resultierenden versicherungsseitigen Forderungen lassen den Betreibern keine andere Wahl, als Sammelverbote auszusprechen. Die Vorschriften sind so formuliert, das in jedem, aber auch wirklich jedem Falle der Betreiber bzw. Liegenschaftseigentümer bei einem Unfall eines Sammlers haftbar ist. Die Wirksamkeit von Enthaftungserklärungen lasse ich mal aussen vor.
Hier ist etwas ganz anderes gefragt, nämlich die Anerkennung des Mineraliensammeln ansich. Hierzu sollte sich der Sammler einer Kenntnisprüfung, zumindest der sicherheitsrelevanten Seite, unterziehen müssen und eine Art „Lizens“ erwerben können. In Verbindung mit einer privaten „Unfall- und Mineralienhaftpflichtversicherung“, müsste sichergestellt werden, das die Betreiber von Aufschlüssen bei Unfällen nicht haftbar gemacht werden und Schäden, welche durch das sammeln entstehen können, vom verursachenden Sammler getragen werden.
(Ich habe übrigens eine derartige Unfallversicherung mit Bestätigungsschreiben des Versicherungsträgers, das auch Unfälle in Steinbrüchen und auf Halden durch sie getragen wird. Das hat mir schon manche Tür geöffnet...)
Jeder Jäger, Angler, Autofahrer, Freizeitskipper und -pilot muss eine Kenntnisprüfung ablegen, damit er jagen, angeln, Auto fahren, schippern oder fliegen darf. Warum nicht einen „Strahlschein“ einführen ?? Eine Vereinigung der Mineralien-und Fossisammler, der VMFG, besteht doch schon. Sollen sich die Herren und Damen doch mal wat einfallen lassen. In der Schweiz gibt es doch auch Strahlerpatente. Es ist ein langer Weg, der nur gemeinsam und mit nötiger Initiative zum Erfolg führt. Es ist daher müssig, sich weitere Gedanken zu machen.
Bleibt noch, den Betreiber eines zu besuchenden Aufschlusses jeweils persönlich zu überzeugen :-* .. klappt manchmal – aber nicht immer, und das muss man dann eben akzeptieren. Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er anderen das auflesen von Fallobst auf seinem Grundstück gestattet oder nicht – das geht meistens solange gut, bis derjenige von einem Ast erschlagen wird....... :D
trüff, trüff
Charly
Ralf:
Hallo Charlie,
grundsätzlich ist das mit dem " Patent " keine schlechte Idee. Aber da sehe ich dann doch einige Probleme. Das fängt damit an, daß irgendjemand eine Prüfungsordnung aufstellen und die Prüfung dann auch abnehmen muß. Dann muß es natürlich auch Kontrollen geben, denn sonst ist die " Lizenz " nur ein Fetzen Papier. Aber nehmen wir an, das würde irgendwie klappen. Das heißt dann, daß niemand ohne diese Lizenz buddeln darf. Wonach ?? Nach Mineralien, nach Fossilien, nach Trüffeln :)
Also muß es eine Lizenz zum suchen und bergen jedweder Dinge im Gestein oder Erdreich sein. Ganz abgesehen davon, daß eine solche Lizenz, sollte sie denn funktionieren, es Neueinsteigern ziemlich schwer macht mit dem Hobby in Kontakt zu kommen.
Was die Seite der Versicherung angeht, glaube ich nicht das im Ernstfall eine Haftungsübernahmeerklärung der Versicherung ausreicht. Sobald es um viel Geld geht ( und das ist bei Veerletzungen schnell der Fall ) wird jede Versicherung prüfen, ob es sich hierbei nicht um Fahrlässigkeit seitens des Betreibers handelt. Dann ist natürlich eine Haftung der Versicherung ausgeschlossen, bzw. die Versicherung wird zwar zunächst zahlen, aber sich das Geld über den Rechtsweg vom Betreiber zurückholen wollen. Darauf hat der Versicherte keinerlei Einfluß.
Allerdings gebe ich Dir vollkommen Recht, was die Parallelen zu Jägern und Anglern angeht. Ungeachtet der Prüfung unterliegen alle Gewässer und Jagdreviere entweder dem Nutzungsrecht eines oder mehreren Pächtern, Besitzern, oder aber dem Staat. Heißt im Klartext, eine Person, Gemeinschaft oder Institution hat das alleinige Nutzungsrecht in einem Revier. Damit untrennbar verbunden ist die Pflicht zur Hege und Pflege nicht nur des Wild- und Fischbestandes, sondern auch der Umwelt. Nun können diese Personen frei oder mit Einschränkungen Dritten ebenfalls die Nutzung dieses Reviers erlauben. Das kann kostenlos sein, oder es darf eine Gebühr erhoben werden, und es können auch Einschränkungen auferlegt werden. Verstöße gegen diese Einschränkungen können zum Entzug der Berechtigung führen und können oder müssen ins schweren Fällen zur Anzeige gebracht werden. So etwas stelle ich mir als sinnvolle und nachhaltige Sicherung von Fundstellen vor. Wenn bei Jägern und Anglern die gleichen Zustände herrschen würden wie bei den Mineraliensammlern, wären die Wälder leergeschossen und die Gewässer leergefischt. Es gäbe nicht wenige " versehentlich " erschossene Jogger und Spaziergänger, vermüllte Ufer, kurz Anarchie.
Das Problem bei der Sache ist, daß es dann wahrscheinlich oft so sein wird, daß die Nutzungsberechtigten an einer Fundstelle ein alleiniges Buddelrecht beanspruchen und keine oder nur sehr wenige Fremde dort akzeptieren.
Ich glaube, eine ideale Lösung kann es hier nicht geben und so wird sich der Schwerpunkt unseres Hobbys mittelfristig und unweigerlich auf den Kauf ausländischer Stücke und gelegentliche Urlaubsreisen verlagern.
Gruß
Ralf
Bernd G:
der ansatz ist ja ganz gut ,nur mineralien und fossilien wachsen ja nicht nach .wenn eine fundstelle leer ist ist sie leer.
da sind wir wieder gefragt als sammler , sollen wir auf teufel komm raus alle funde mitnehmen ? oder sollen wir was für künftige sammler übrig lassen ?
ich denke da ist jeder gefragt und muß selber entscheiden was er macht.wir sind halt jäger und sammler geblieben.
da hilft auch kein patent für sammler .
wenn ein stbr.betreiber eine genehmigung gibt und die leute führen sich ordentlich auf ist das doch ok,wenn nicht wird er sie schon zum gehen bewegen und die genehmigung entziehen.da hlift auch keine bescheinigung oder patent das du oder ich ein guter sammler bist.
natürlich wäre eine große lobby für unser hobby sehr gut ,wäre auch klasse wenn sich jeder so benimmt das er oder andere wieder kommen können und in guter erinnerung bleiben. das würde für uns alle gut sein.
schaun wir mal gruß bernd
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