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Autor Thema: Paragenese-Frage an die Erzgebirgskenner  (Gelesen 1611 mal)

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Offline oliverOliver

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Paragenese-Frage an die Erzgebirgskenner
« am: 24 Dec 23, 15:33 »
Frage an die Erzgebirgskenner, speziell zu Breitenbrunn:

Ich habe kürzlich eine kleine Stufe aus dem Skarn von Breitenbrunn erhalten – leider ohne genauere FO-Angabe. Anhand der Paragenese und der Mineralauflistungen im Lexikon glaube ich, dass ich den Fundbereich auf entweder Grube Margarethe/Otto-Stolln oder Grube St. Christoph einengen kann – die beiden Gruben liegen ja auch nahe beieinander. Daher meine Fragen: gibt es in der Paragenese/Mineralisation überhaupt (prinzipielle) Unterschiede zwischen Margarethe und Christoph, oder ist das in beiden eh der selbe, gleich zusammengesetzte Skarn? Und gibt es diese typische Zusammensetzung wirklich nur in diesen beiden Gruben, oder kämen da (falls evt. Minerallisten im MA unvollständig sein sollten) auch noch andere Fundstellen in Betracht?

Auf der Stufe sind m.E. (unter Berücksichtigung meiner geringen mineralogischen Kentnisse!) gesichert Andradit, Arsenopyrit, Galenit und Calcit; kleine dunkelgrüne/graugrüne „Säulen“ habe ich anhand eines Fotos im Lexikon (Bild 1196189685) mal als Hedenbergit angesprochen, sehr kleine intensiv grüne Körner dürften/könnten Diopsid sein. Mit Fotos bin ich bisher trotz mehrerer Versuche gescheitert – keines wird der Stufe gerecht bzw. bildet das charakteristische Erscheinungsbild naturgetreu ab, und die winzigen „Grünlinge“ liegen ohnehin jenseits meiner fototechnischen Möglichkeiten.

Glück auf, und besten Dank im Voraus
oliver

edit:
Beim Galenit bin ich mir inzwischen schon wieder gar nicht mehr so sicher - am Nachmittag bei Tageslicht/Sonnenschein glaubte ich unter der Lupe typische bleigraue "gestaffelte" Spaltflächen zu erkennen - jetzt mit Kunstlicht muss ich das eher als zweifelhaft einschätzen.
Dafür würde ich jetzt, nach nochmaliger Nachkontrolle, den Hedenbergit als gesichert einstufen - was ja aber bei einem Hedenbergitskarn nicht wirklich weiterhilft .....
« Letzte Änderung: 24 Dec 23, 17:46 von oliverOliver »

Offline nwsachse

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Re: Paragenese-Frage an die Erzgebirgskenner
« Antwort #1 am: 25 Dec 23, 10:44 »
Hallo,

beide Gruben bauten auf dem gleichen vererztem Skarnlager. In St. Christoph erfolgte letztmalig in den 1930er-1940er Jahren Erkundung und Abbau. Im Bereich St. Margarethe und im Zwischenbereich in Richtung St. Christoph wurde das Skarnlager in den 1960er Jahren intensiv auf Eisenerz (Magnetit) und Begleitkomponenten erkundet. Voher gab es im Bereich St. Margarethe Bergarbeiten der SDAG Wismut auf durchsetzenden hydrothermalen Gängen. Ebenfalls erfolgte in den 1930er und 1940er Jahren Erkundung und Abbau auf Magnetit und Fluorit im Bereich St. Fortuna (gleicher Skarnhorizont wie St. Margarethe und St. Christoph). Davon gab es noch bis in die 1980er Jahre eine Halde mit guten Fundmöglichkeiten für Skarnminerale. Der Skarnhorizont setzt sich, mit abnehmender Erzführung, nach Nordost weiter fort (St. Richard). Da die Mineralisation in allen drei Bereichen durchaus ähnlich ist, wird eine Beurteilung woher die Stufe genau stammt schwierig. Galenit würde m. E. aber eher auf St. Christoph deuten. Im Zweifelsfall sollte man es bei "Breitenbrunn" belassen.

Jörg N.

Offline oliverOliver

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Re: Paragenese-Frage an die Erzgebirgskenner
« Antwort #2 am: 25 Dec 23, 12:56 »
hallo Jörg,

herzlichen Dank für die ausführliche Erläuterung. Dass Fortuna auch auf den gleichen Horizont baute, war mir aus den Angaben im Lexikon bisher nicht klar. Also lassen wirs bei BB ....

beste Grüße
oliver

Offline limestone

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Re: Paragenese-Frage an die Erzgebirgskenner
« Antwort #3 am: 25 Dec 23, 19:29 »
Könnte auch sein, dass die Stufe vom Oberen Ottostolln kommt der unterhalb der Margarethe liegt.
Hier mal ein Vergleichsstück
Glück Auf
Ralf

Offline oliverOliver

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Re: Paragenese-Frage an die Erzgebirgskenner
« Antwort #4 am: 25 Dec 23, 19:49 »
hallo Ralf,
jup - den Otto-Stolln und die Margarethe seh ich nach der Beschreibung hier im Atlas ohnehin als Einheit, oder zumindest als +/- zusammenhängend an.
Danke fürs Vergleichsbild!
ga
oliver

Offline nwsachse

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Re: Paragenese-Frage an die Erzgebirgskenner
« Antwort #5 am: 25 Dec 23, 21:42 »

 den Otto-Stolln und die Margarethe seh ich nach der Beschreibung hier im Atlas ohnehin als Einheit, oder zumindest als +/- zusammenhängend an.


Hallo, zwei Abbildungen aus der Chronik der Wismut können die Zusammenhänge verdeutlichen (siehe Anhang). Der Wismut ging es allerdings nur um die Uranvererzung in den hydrothermalen Gängen und nicht um die Vererzungen in den Skarnen.

Vielleicht könnte man doch noch ein Foto der betreffenden Stufe zeigen.

Jörg N.

Offline oliverOliver

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Re: Paragenese-Frage an die Erzgebirgskenner
« Antwort #6 am: 25 Dec 23, 22:07 »
Zitat
Vielleicht könnte man doch noch ein Foto der betreffenden Stufe zeigen.

ich hab eh vor, es nochmal zu versuchen - dazu muss ich aber einen sehr guten Fototag erwischen  ;)

edit:
Hab jetzt mal eine der (leider recht kleinen) Galenit-verdächtigen Spaltflächen ganz zart (also ohne wirklich Druck auszuüben) mit einer normalen Stecknadel angekratzt - und es war sofort eine feine Linie zu sehen. Das würde m.E. doch für Galenit sprechen, denn falls das auch Arsenopyrit sein sollte, müsste der doch mit der Nadel deutlich schwerer bzw. kaum noch ritzbar sein.
« Letzte Änderung: 25 Dec 23, 23:00 von oliverOliver »

 

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