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Autor Thema: Nosean  (Gelesen 1910 mal)

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Offline Stefan

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Nosean
« Antwort #1 am: 19 Jan 24, 10:59 »
Typlokalität:

Deutschland/Rheinland-Pfalz/Ahrweiler, Landkreis/Brohltal, Verbandsgem./Niederzissen/Brenk/Schellkopf
https://www.mineralienatlas.de/?l=4156


oder
Deutschland/Rheinland-Pfalz/Ahrweiler, Landkreis/Brohltal, Verbandsgem./Niederzissen/Glees/Maria Laach/Sandkuhle
https://www.mineralienatlas.de/?l=62088

für eides wird als Referenz:
Klaproth, M.H. (1815) Beiträge zur chemischen Kenntnis der Mineralkörper, Bd. 6; 50. Chemische Untersuchung des Spinellans, 371-376

heran gezogen. Was ist denn nun richtig?

Offline geni

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Re: Nosean
« Antwort #2 am: 19 Jan 24, 12:43 »
Laut Eifel-DVD von Günter Blaß und Franz Emmerich:

Nosean wurde erstmals von Nose bei der Beschreibung des Gesteins vom Schellkopf bemerkt (342). Später hat er ihn wegen einer angenommenen Verwandtschaft mit Spinell als „Spinellan" bezeichnet. Durch eine chemische Untersuchung eines Spinellans vom Laacher See erkannte KLAPROTH (092), dass er sich vom Spinell unterschied und benannte ihn dann nach seinem Entdecker „Nosian“. Der heutige Name Nosean wurde von Glocker (1835) eingeführt. Nosean ist eines der ältesten in der Vulkaneifel entdeckten Minerale (342).
(342) bedeutet:  Gerhard Hentschel:  Die Mineralien der Vulkaneifel  erschienen in der Lapis Monographie.

Gruß Gerhard Niceus (geni 8))

Offline ZEO

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Re: Nosean
« Antwort #3 am: 19 Jan 24, 12:55 »
A.M. Clark, Hey´s Mineral Index (1993, 3rd ed.) gibt die Literatur Klaproth (1815) an und die Typlokalität Laacher See.

Blackburn, Dennen: Encyclopedia of Mineral Names (1997) S.218
K.W. Nose beschrieb das Mineral als erster
Klaproth (1815) als früheste Literaturstelle
eine Typlokalität wird nicht angegeben.

Grüße
Jürgen

Offline ZEO

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Re: Nosean
« Antwort #4 am: 19 Jan 24, 14:08 »
Hentschel (1987) zitiert unter Nosean den Text von Nose (1808). Dieser ist online zugänglich
https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10284298

Für die Begriffe Brenk und Schellkopf liefert die Suche im Text keine Fundstelle
Spinellan wird ab S. 103 beschrieben
Der Fundort Sandkaule bei Laach wird von Nose angegeben (S. 114). Er nennt weitere Fundorte wie Perlenkopf (S.134) und Taufkopf (S. 138).

Für mich spricht mehr dafür, Sandkaule bei Laach als Typlokalität anzugeben.

Grüße
Jürgen

Offline christof schäfer

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Re: Nosean
« Antwort #5 am: 19 Jan 24, 19:47 »
Die erste Beschreibung des Noseans aus der Eifel findet sich bei Nose (1790) in einer Abhandlung über den Schellkopf bei Brenk.
Orographische Briefe über das Siebengebirge ……, zweiter Teil, 24. Brief, ab Seite 217. (der Text ist allerdings etwas schwierig zu lesen!!)

Die erwähnte Quelle von 1808 ist: Nöggerath (1808): Mineralogische Studien über die Gebirge am Niederrhein (nach der Handschrift eines Privatisierenden).
Nose selbst wird als Autor nicht genannt. Man (also Noses und Nöggeraths Zeitgenossen) gehen aber davon aus, dass er mit dem Privatisierenden gemeint ist und dass Nöggerath
die mineralogischen Notizen seines Mentors Nose veröffentlicht hat.

Nach diesen Darstellungen war Nose der Meinung, dass der von ihm beschriebene Spinellan ebenso wie der auch von ihm beschriebene Spinellin
(den wir heute von diesem Vorkommen als Pyrochlor kennen) in Verwandtschaft zum Spinell zu sehen sind. Mit dieser Einschätzung lag er falsch.
Die Klärung, dass Spinellan bzw. Nosean ein neues Mineral darstellt, ist erst Klapproth (1815) mit seinen Analysen gelungen.
Auch Klapproth gibt an, dass der Auswürfling in der „Sandkaule“ gefunden wurde.

Offline Stefan

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Re: Nosean
« Antwort #6 am: 21 Jan 24, 13:55 »
Hi, danke Euch!

Also Sandkaul und nicht Sandkuhle und nicht Schellkopf?
Wo ist dann die Sandkaule genau?

Wenn es die beiden Höhlen ca. 1 km N von Ettringen an der L82 sind, dann stimmt der gesamte Pfad nicht.
« Letzte Änderung: 21 Jan 24, 14:46 von Stefan »

Offline christof schäfer

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Re: Nosean
« Antwort #7 am: 21 Jan 24, 23:34 »
Die Bezeichnung lautet Sandkaule.
Die Höhlen am Forstberg kann man mit Sicherheit ausschließen, das dort angeschnittene Gestein ist geologisch viel älter.
Ich persönlich kenne keine Quellen, die es aus heutiger Sicht ermöglichen die Fundstelle eindeutig zuzuordnen.
Auf alten Karten sind folgende Aufschlüsse (als Sandkaule westlich von Laach) vermerkt, die als Typlokalität in Frage kämen:
- ehemaliger Aufschluß direkt südlich und westlich der heutigen Nikolauskapelle (nur wenige Meter von der Abteikirche entfernt). Aus meiner Erinnerung ist das Gelände heute zu einem Waldfriedhof umgestaltet.
- Aufschluß am Nordabhang des Nikolausberges, nördlich der K 56 von Laach nach Bell, gegenüber dem ehemaligen Jugendheim St. Winfried
 (Anmerkung: die Nikolauskapelle liegt nicht am Nikolausberg)
 Die erste Fundstelle gehört zur Gemeinde Glees, die zweite zur Gemeinde Bell.

Offline Stefan

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Re: Nosean
« Antwort #8 am: 22 Jan 24, 12:29 »
Hallo Christian,
das sollte dann so passen wie wir es eingerichtet haben.
LG Stefan

 

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