http://www.phillisverlag.de/Kalender-Shop/Mineralienkalender/https://www.geolitho.eu/finanziell-unterstuetzen/https://www.lithomania.de

Autor Thema: Nachlass eines Sternenfreundes  (Gelesen 2653 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

schibenes

  • Gast
Nachlass eines Sternenfreundes
« am: 13 Feb 24, 11:26 »
Guten Tag,
ich habe im Nachlass meines Vaters ein - offensichtlich sehr altes - Meteoreisen aus Südafrika gefunden. Er war großer Astronomiefreund, hat selbst bei Carl-Zeiss-Jena gearbeitet und war im Verein der Sternwarte aktiv. Kann mir in diesem Forum jemand sagen a) ob dieser Fund wertvoll ist und b) wohin man diesen geben kann?

Größe: 9 x 8,5 x 8 cm
Gewicht: 400g

Danke im Voraus
Sylvia

Offline Rockhounder

  • ******
  • Beiträge: 1.789
Re: Nachlass eines Sternenfreundes
« Antwort #1 am: 13 Feb 24, 13:15 »
Hallo,

ich vermute mal, dass das ein Stück des Meteoriten aus Gibeon in Namibia ist. Du kannst ja mal ein Foto davon zeigen.
Aber das wäre dann von der häufigsten Meteoritenfundstelle der Erde, und somit für Museen oder Institute nicht so interessant.
Der Wert wird wohl schon im unteren dreistelligen Bereich sein, aber trotzdem ist es Massenware. Sowas wird auf e-bay auch immer
wieder angeboten.

Gruß Norbert

Offline Johannes Kalbe

  • ***
  • Beiträge: 153
Re: Nachlass eines Sternenfreundes
« Antwort #2 am: 13 Feb 24, 21:11 »
Ich stimme weitgehend zu. Aber ein 400g-Gibeon wird vermutlich nicht im unteren 3-stelligen Bereich landen, wenn er echt ist.

Offline oliverOliver

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 12.577
  • REsearch and destroy
    • naja ....
Re: Nachlass eines Sternenfreundes
« Antwort #3 am: 14 Feb 24, 00:07 »
naja - wenn es wirklich ein Gibeon - Teil ist (was wir ja nicht wissen) - dürfte Wolfis Einschätzung schon halbwegs hinkommen.
Bei den Stücken bis ca. 0,5 kg scheint sich da (zumindest bei manchen Händlern) die "Faustregel" 1 g = 1 Euro etabliert zu haben - sh. z.B. https://www.steintruhe.com/meteorit-gibeon/
Wobei natürlich einerseits bei größern/schwereren Stücken (weil seltener) ein "Größenzuschlag" dazukommen kann - das wär dann bei einem 0,4 kg-Stück also 400.- plus.
Und andererseits der Preis, den man bei einem Verkauf (an einen Händler bzw. beim Ankauf durch einen Händler) erzielt, meist doch deutlich unter dem liegt, was professionelle Händler ihrerseits beim Verkauf verlangen. Ist also alles eher relativ.

Dann ist die Frage: "Naturstück" oder anpoliert und geätzt? Letzteres kann, wenn ein "schönes" Exemplar, den Preis natürlich heben. Z.B. ein aktuelles ebay-Angebot: mit 520 g zwar nur knapp (aber eben doch) über der 0,5 kg Grenze, aber geätzt mit "schönen" Strukturen - trotzdem finde ich den Preis (rein meine persönliche subjektive Einschätzung) dann doch etwas übertrieben: https://www.ebay.at/itm/256335525742?itmmeta=01HPJBMYSV6KEBX5TQCZVFZ0KY&hash=item3baec9b76e:g:LtkAAOSwmxFkWFXF
Aber selbst etwas leichtere/kleinere angeätzte Stücke werden in derselben Preisklasse angeboten, z.B.: https://www.ebay.at/itm/364512447894?itmmeta=01HPJBMYSVZ2612YGZ7KV346EK&hash=item54dea28d96:g:Og4AAOSw0PBlHCDY

Und bei etwas schwereren Stücken schießt der Preis (zumindest der verlangte) ohnehin nach oben, sh. z.B. https://www.ebay.at/itm/295723896016?itmmeta=01HPJCCE0AYWPZRZ7HVGHEHMES&hash=item44da848cd0:g:12YAAOSwPoRkcogp&itmprp=enc%3AAQAIAAAAwIU0isP4m84uLYZr57ephAuAoVDKpzMLfotMyo32Xbe3UYabfVFhT1Lilsb7lA8ctbfNc%2BBfpeeeYmP7Dl8%2FkHXJp0r3DQVC8MaCE2cETDyV154uQhvodV2Mk8ipAMWLBZf8%2FOJmLHGMloaTMFkLoraPnZoYoQMYV0tXuwN3nfd95pydH5B3ptPu6t%2BZhMQZ%2BTGxUKlfStovuQyGapFSfXXVNAd10oq1u2sEpXj0b4SChq%2F1wiq6wLHrjvDWkc85aA%3D%3D%7Ctkp%3ABk9SR6Dgscy0Yw

Wobei ich betonen muss, dass mich Mets zwar so nebenbei interessieren, ich aber alles andere als ein Meteoritenkenner bin - ich kann also keineswegs beurteilen, ob die hier als Beispiele angeführten Stücke alle echt sind, oder nicht.

Falls es kein Gibeon, sondern ein selteneres Stück sein sollte, sieht die Sache natürlich ganz anders aus.
Daher Frage an Sylvia: hast du irgendwelche näheren Angaben zu dem Stück als nur "Südafrika" ?

ga
oliver
« Letzte Änderung: 14 Feb 24, 00:27 von oliverOliver »

schibenes

  • Gast
Re: Nachlass eines Sternenfreundes
« Antwort #4 am: 14 Feb 24, 10:28 »
Hallo, vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten. Ich hatte hier die Bilder des Steins angehangen, sie wurden nicht mit angezeigt. Vermutlich weil ich "nur" Gast bin? Wie kann ich hier ein Bild hochladen?
Die Struktur des Meteoriteisens ist kraterartig, dreieckig und demnach definitiv nicht beschliffen und die Farbe dunkelbraun - wie Eisen eben. Auf dem Stein ist ein Streifen an der Seite befestigt mit der Bezeichnung "Meteoreisen Südafrika" in altdeutscher Schrift.
Einen schönen Tag allen!
Sylvia

Offline oliverOliver

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 12.577
  • REsearch and destroy
    • naja ....
Re: Nachlass eines Sternenfreundes
« Antwort #5 am: 14 Feb 24, 23:30 »
hallo Sylvia,

Zitat
Ich hatte hier die Bilder des Steins angehangen, sie wurden nicht mit angezeigt. Vermutlich weil ich "nur" Gast bin?

nein - du kannst auch als Gast Bilder anhängen - da muss sonstirgendwas schiefgegangen sein.

Bilder anhängen: Beim Schreiben eines Beitrags links unter dem Texteingabefeld auf "Anhänge und andere Optionen" klicken - und dann bei "Datei anhängen" auf "durchsuchen" - dort kannst du dann ein Bild von deinem Rechner/einem Ordner/vom desktop etc. auswählen.

lg
oliver

Offline neuron

  • *****
  • Beiträge: 501
  • Kellerstrahler
Re: Nachlass eines Sternenfreundes
« Antwort #6 am: 15 Feb 24, 08:01 »
Wahrscheinlich ist das Bild zu gross gewesen.

schibenes

  • Gast
Re: Nachlass eines Sternenfreundes
« Antwort #7 am: 15 Feb 24, 09:40 »
Danke, ich versuche es nochmal mit den Bilder  :D , bin gespannt!



Offline Eike Pätz

  • *
  • Beiträge: 28
Re: Nachlass eines Sternenfreundes
« Antwort #8 am: 17 Feb 24, 19:57 »
Guten Abend zusammen,

die anhängende Fundortbezeichnung Südafrika trifft mit absoluter Sicherheit auf den Gibeon-Fall zu.
Bis zur Unabhängigkeit Namibias im März 1990 war dieses Gebiet als Südwestafrika unter südafrikanischer
Verwaltung, und wurde landläufig auch als Südafrika benannt.
Eisenmeteoriten aus dem heutigen Südfrika sind mir nicht bekannt.
Bis zur Unabhängigkeit Namibias war die Mitnahme von Gibeon-Meteoriten kein Problem Nach dem März 1990
wurde dies jedoch verboten, und es wurden drakonische Strafen angedroht, ähnlich wie für die versteinerten Hölzer.

Eike Pätz

Offline Eike Pätz

  • *
  • Beiträge: 28
Re: Nachlass eines Sternenfreundes
« Antwort #9 am: 18 Feb 24, 11:52 »
Auch bei Meteoriten spielt bei der Preisfindung die Optik eine nicht unerhebliche Rolle.
Größere Gibeon - Meteorite (1kg aufwärts) sind spezifisch in der Regel günstiger als
kleinere Fragmente. Die 1 DM/gr - (heute 1 €/gr.-) Zeiten sind für Gibeon-Stücke
leider schon seit Jahrzehnten vorbei. Die Preisspanne liegt - je nach Größe und Optik -
heute doch in einer anderen Größenordnung.
Wenn ich in den 1980er-Jahren nach Windhoek zu Karl Steiner kam, hatte ich eine
unbegrenzte Auswahl größerer und kleinerer Fragmente. Aber die Preise waren zu
dieser Zeit auch bereits bei umgerechnet 1-1,5 DM/gr.. und das war in den 1980ern.

Eike Pätz


 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge