Hallo,
...löschen ist ein heißes Thema. Ich habe mir jetzt nochmal den Thread durchgelesen und bin erschrocken: Einige Beiträge (Obelix) sind gelöscht. Bezugnehmende Beiträge (z.B. auch von mir) stehen jetzt etwas zusammenhanglos da.

Ich glaube es gehört zur Diskussionskultur, dass man erst denkt, dann schreibt - und dann auch zu seinem Beitrag steht. Wenn ich jemand eine mail schicke oder einen Zeitungsbeitrag schreibe habe ich ja auch keine Möglichkeit das "zu löschen".
Aber zum Thema:
Es gibt schon Qualitätsmerkmale die hinreichend erfüllt sein müssen:
1.) Farben sollten möglichst richtig sein, (deutlich) farbstichige Bilder sind ein handwerklicher Fehler (Tageslicht/Kunstlicht Weißabgleich) der selbst mit billigsten Digis nicht sein sollte. Gerade die Farbe ist für Mineraliensammler bei der optischen Bestimmung wichtig.
2.) Schärfe: Wenigstens die bildwichtigen Teile sollten halbwegs scharf sein. Klar, je kleiner unso schwieriger. Aber verwackelte oder falsch fokusierte Bilder fressen auch nur Speicherplatz und Übertragungszeit. Nachträgliches übertriebenes "schärfen" führt besonders auf gleichfarbigen Flächen und hoher ISO-Zahl zu störenden Strukturen weil das Bildrauschen verstärkt wird, und ggf. Pixelfehler einen "Heiligenschein" bekommen.
3.) Ausschnitt: Es macht wenig Sinn eine z.B. 15 cm große Stufe, die nur 1mm große Kristalle trägt im Vollbild abzulichten. Hier sollten wir das Wesentliche (die Kristalle) ins Bild setzen, nicht mit der Stufengröße angeben. In manchen Fällen kann es aber schon sinnvoll sein ein Übersichtsbild (auf dem man z.B. die Matrix erkennen kann) mitzugeben.
4.) Ausleuchtung: Bilder die von der Lichtführung her misslungen sind (wenn z.B. das halbe Bild im Schatten absäuft) oder durch Reflexe überstrahlt sind deuten darauf hin, dass sich der Fotograf wenig Mühe gegeben hat.
5.) Exkusivität / Aussagekraft. Quarz, Calcit, Fluorit usw. haben wir schon in vielen Farben, Formen und von vielen Fundorten. Es macht wenig Sinn, hier das gleiche Mineral, in der gleichen Farbe / Ausbildung und vom gleichen Fundort nochmal einzustellen, so nach dem Motto "habe ich auch". Was anderes ist es, wenn das Foto / die Stufe besser, anderswo her, in anderer Paragenese, Ausbildung ... ist.
6.) Fundort: Schon geschrieben, die Fundort-Vielfalt ist wichtig. Dazu ist es unbedingt notwendig, dass möglichst genaue Fundort-Angaben gemacht werden, das Stück und auch das Foto ist mehr wert, wenn man den genauen Fundort kennt. Ein Bild Quarz-Akrika oder Baryt-USA ist nicht besonders hilfreich.
7.) Bildbearbeitung: Bitte keine "gemalten" Bilder. Etwas Retusche z.B. Staub-Fehler (vom Sensor) wegmachen ist o.k., aber die Farben unnatürlich aufdrehen, Bildmontagen, Hintergrund austauschen, Schatten reinmalen, Glanzlichter ausetzen usw. verfälschen das Bild und machen es in den wenigsten Fällen besser.
8.) Bildgröße: Wir haben immer noch bilder drinnen, die eine gewisse Mindestgröße nicht erreichen. O.K., wenn das Raritäten sind und wir kein anders Bild haben. Ich denke ca. 600 Pixel in der größeren Kante sollten es schon sein.
9.) Hintergrund: Der unauferäumte Küchentisch ist als Bildhintergund ebenso unschön wie knallige Farben. Da ist doch nicht viel dabei, einen weißen, grauen oder schwarzen Fotokarton hinzulegen/hinzustellen - oder?
Jetzt könnte ich als häufiger Altlas-Besucher schon eine Reihe von Bildern nennen, die diesen Ansprüchen nicht genügen. Jeder - auch ich - sollte sich an der eigenen Nase fassen und in erster Linie durch neu, bessere Bilder die Qualität steigern. Kritik und Kritikfähigkeit sind zwei Eigenschaften die uns im Zusammenspiel weiterbringen.
Und damit ich nicht "gelyncht" werde

möchte ich als Beispiel ein Bild vom Stefan nehmen:
http://www.mineralienatlas.de/upload/Amethyst-Stefan.jpgsteht auf der Amethyst-Seite ganz oben.
Gruß
Berthold