Glück Auf!
Dem widerspreche ich. Es geht mir ja nicht darum, was von den menschlichen Hinterlassenschaften (und damit meine ich, wie von oliverOliver richtig interpretiert, die durch geistige und handwerkliche Tätigkeit geschaffenen) durch Abbauprozesse zeitnah in Stoffkreisläufe zurückgeführt wird, sondern um diejenigen Hinterlassenschaften, die eine Zeit überdauern. Ich nenne hier bewusst keine Zeitangaben, da das von Fall zu Fall unterschiedlich sein kann.
Der Film behandelt 99% der Zeit Abbauprozesse, wendet aber immerhin auch 1% der Zeit für eben jene Fälle auf, in denen natürliche Abbauprozesse weitestgehend ausbleiben oder sogar eine Konservierung einsetzt. Diese Fallen sind es ja gerade, die uns bis heute Relikte aus einer längst vergangenen Zeit bewahrt haben und die wir so fleißig sammeln. Und wie in dem Film erwähnt, sind viele Hinterlassenschaften der Menschheit ja nicht verschwunden oder in Stoffkreisläufe recycelt worden, sondern eben von Sedimenten und lebender Natur überdeckt.
Ich meine eher Beispiel wie Mikroplastik in Sedimenten, in Salzstöcken und Tonlagern eingeschlossenes radioaktives Material, Mülldeponien im Prozess der Diagenese, von Vulkangestein überdeckte Siedlungen. So wie einst Holz unter Sauerstoffabschluss geriet, könnte ja auch ein Windrad unter Sauerstoffabschluss den langen Weg über Diagenese und Metamorphose mitmachen. Es wäre doch spannend sich auszumahlen, was dabei entstehen kann. Einiges lässt sich eindeutig auf das menschliche Wirken zurückführen wie beispielsweise viele Kunststoff und Metalllegierungen. Auch der Stahlausbau und Gewinnungsmaschinen zum Beispiel in einem Kohlebergwerk würden als unnatürliche, hohe Eisenanamalie verbleiben. Bei manch anderen Fällen wird es schwieriger mit einer eindeutigen Zuordnung: Schwermetallbelastung, Aschen, Stäube in Sedimenten zum Beispiel.
Nun mag man meinen, dass das ja alles in weiter Ferne liegt. Für manche oben genannte Beispiele trifft das auch zu. Doch der Mensch treibt ja auch schon eine zeitlang sein Wesen auf dieser Kugel. So gibt es jetzt schon Hinterlassenschaften, die eher dem Geologen als dem Archälogen Arbeit bescheren. Der Geologe kann zwar vieles in Minerale, Fossilien und Gesteine unterteilen, aber es fehlt wohl noch ein Wort für eben diese menschlichen Hinterlassenschaften.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut