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Autor Thema: Hexagonale Linien auf einem Aquamarinkristall aus Pakistan  (Gelesen 728 mal)

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Offline Gams

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Wer kennt solche hexagonalen Muster und deren Entstehung ?
« Letzte Änderung: 06 Oct 24, 16:47 von oliverOliver »

Offline Schluchti

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  • Proustit aus Schlema
Das sind Ätzfiguren. Dazu gibt es etliche Veröffentlichungen, zB

-Medina/Morante/Leguey, Natural etch pits in beryl related with the structure, in: Bull. Minéral, (1983) 106, 293-297
-Franz/Vyshnevskyi/Khomenko/Lyckberg/Gernert, Etch pits in Heliodor and Green Beryl from the Volyn Pegmatites…, in: Gems & Gemology, Fall 2023, 324
-Kurumathoor/ Franz, Etch pits on beryl as indicators of dissolution behaviour, in: European Journal of Mineralogy (30) 1

Ein sehr faszinierendes Phänomen, bei dem man bei vielen Beryllen manchmal sehr offensichtlich und oftmals auch erst auf den zweiten Blick herrliche Details entdecken kann. Bei der Stufe auf dem Bild habe ich zB die flachen Ätzfiguren erst viel später entdeckt als die offensichtlichen und tieferen.
« Letzte Änderung: 05 Oct 24, 20:36 von Schluchti »

Offline felsenmammut

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Glück Auf!

solche Muster sind häufig zu beobachten, wenn Kristalle gleichzeitig wachsen und sich Kristalle während des Wachstums berühren. Je nach Unterschied im Kristallisationsdruck ist die Kontaktfläche sehr uneben mit einem starken Relief oder sehr glatt und orientiert sich stark an dem Kristall mit dem höheren Kristallisationsdruck. Dass es sechseckige Formen sind, ist das Resultat der Kristallform des anderen, berührenden Kristalls. Eine Alternative ist, dass die Kristalle zeitversetzt gewachsen sind und in einem geringen Umfang Umkristallisation, Auflösung/Ätzung und Kristallisation noch oder wieder vorhandener Restsubstanz die Kristallform des anderen, berührenden Kristalls nachzeichnen. Die Interpretation eines zeitversetzten Wachstums schließt die Möglichkeit ein, dass ein Kristall auf dem Beryll aufgewachsen ist, aber zum Beispiel aufgelöst wurde oder aufgrund der schwacher Bindung an den Beryll und mechanischer Beanspruchung abgefallen ist.

Bei kristallographisch orientierter Ausrichtung der sechseckigen Muster am Kristall sind Ätzfiguren die naheliegendere Deutung. Wobei im Falle einer Epitaxie auch eine kristallographische Ausrichtung des aufwachsenden erfolgt, die Ursache für das hexagonale Muster aber vermutlich eher wie oben beschrieben durch das Aufwachsen des beteiligten Kristalls erfolgt.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut
« Letzte Änderung: 06 Oct 24, 05:41 von felsenmammut »

Offline Gams

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Danke an beide. Eine schöne Aufschlussreiche Erklärung, die Sinn ergeben über Wachstum - und Bildungsbedingungen.

 

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