Hi Wolf-Gerd,
Der "Farbwechsel" bei Mineralien und Edelsteinen beruht auf selektiver Absorption des Lichtes. Lichtarten mit unterschiedlichen Welllängen verursachen unterschiedliche Farbwahrnehmungen.
Optisch isotrope Minerale, z.B. Granate zeigen einen Farbwechsel (z.B. von Rot zu Violettrot) unabhängig der Betrachtungsrichtungen. Der "Alexandriteffekt" funktioniert also auch ohne Pleochroismus.

Pleochroismus und/oder Changieren bei Alexandrit

Pleochroismus und/oder Changieren bei Alexandrit
Der "Alexandriteffekt" beeinflußt den Pleochroismus, der an die unterschiedliche Wellenlängen des Lichtes entlang der kristallografischen Achsen gebunden ist, nicht.

Pleochroismus und/oder Changieren bei Alexandrit
So zeigt auch ein farbwechselndes, optisch anisotropes Mineral z. B der tetragonale Skapolith zwei gelbliche Farbtöne im Tageslicht und zwei unterschiedliche, grünliche im LED-Kunstlicht (Dichroismus). Auch der orthorhombische Alexandrit zeigt mehrere unterschiedlich rötliche Töne im gelbstichigen Licht (Kerze, Glühbirne) und mehrere unterschiedliche grüne Töne im Tageslicht (Trichroismus).

Pleochroismus und/oder Changieren bei Alexandrit
Richtig spannend wird der Effekt des Changierens, wenn Tageslichtfluoreszenz auftritt. (z.B. untertage grüne Fluorite von Weardale werden leuchtend blau in der Sonne). In diesem Fall bedeutet es allerdings, daß das Material mehr Licht im sichtbaren Bereich emittiert, als es sollte. (i.s.s. Fluoreszenz). Dieses Verhalten zeigt übrigens auch die Synthesenvariante "Erinit" (synth.Spinell) mit ihrem irren giftig-gelbgrünem Leuchten.
Bis Dienstag, Klaus