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Gobi Achate Entstehung - in Form gesägt und geätzt

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Klaus Schäfer:
Hallo Kollegen,

Um meine oben angeführten Vermutungen zu ergänzen:

Wir mattieren bereichsbegrenzt bei der Edelsteinbearbeitung mit einem Strahlgebläse mit Siliziumcarbid unterschiedlicher Körnungen, meist 500 SiC. Der Druck bewegt sich zwischen 2 und 4 Bar. Damit kann man in Quarz eine Vertiefung von 5 mm in etwa 1 Minute erreichen. Sollte ich eine Rippelung ähnlich der Achate aus der Gobi erzeugen wollen, würde ich allerdings einen geringen Druck wählen, um ein deutlicheres Profil zu erzeugen. Gleichmäßige Mattierungen eines kompletten Objektes erzeugt man bei uns mit einer Trommel oder einem Spirator.   

Gruß von Klaus

uwe:
Die Beziehung von beispielsweise Chinesen zu natürlichen Objekten ist anders als die von Westeuropäern. Natürlich gibt es auch in China wissenschaftlich orientierte Sammler, aber der Duchschnitt liebt die Absonderlichkeit der Natur. Je mehr sich der Eindruck von dem natürlichen entfent, um so begehrter. Ob nun künstlich oder nicht, je absonserlicher um so besser. Mir hat mal einer gesagt: "Eine gute Kopie ist besser als ein schlechtes Orginal". Diese Objekte kommen dann auf einen schönen, geschnitzten Holzsockel und werden auf einem Ehrenplatz präsentiert.

Gruß
Uwe

jlies:
Wobei die Sache mit den Kopien ja nochmal etwas anderes ist. Hinter dem von dir erwähnten Spruch steht: Bei uns war Meisterschaft in der Kunst immer an Originalität und Einzigartigkeit geknüpft. In China hat man Meisterschaft klassischerweise immer ans Kopieren geknüpft. Das Original ist (fast) egal, es ist die Kopie, in der man Meisterschaft und Perfektion sucht. Gemälde wurden hundert- oder tausendfach kopiert und galten dabei nicht als Fälschungen, wie bei uns, sondern als Meisterwerke.
Auf dieser Geschichte fußt übrigens vermutlich auch der völlig andere Umgang der Chinesen mit geistigem Eigentum und Patentrechten .. ;).

VG, Jörn.

jlies:

--- Zitat von: vandendrieschen am 03 Jan 25, 17:16 ---
--- Zitat von: jlies am 20 Nov 24, 08:43 ---Verstehen tu ich die Chinesen da schon, bei ihrer Historie im Steine schnitzen. Aber was für ein Aufwand bei den Preisen …


--- Ende Zitat ---
Die machen das zum Spaß an der Freude. Dahinter steht keine kapitalistische Gewinnmaximierung wie in unserer westlichen Leistungssgesellschaft. So wie man sich auch auf Börsen hinstellt, mit dem Risiko, die Standgebühr nicht wieder rein hat. So what. Muss man denn alles, was man macht, herstellt (und wieder verkauft), in Arbeitszeit aufwiegen? Versteh ich alles nicht.

--- Ende Zitat ---

Wenn man für sein Geld arbeiten muß, und das tun diese Leute ja, besteht vermutlich schon ein bedingtes Interesse daran, daß das Ergebnis der Rechnung nicht ins Negative rutscht. Hier Spaß an der Freude zu mutmaßen und die Sache mit einem demonetarisierten Hobby zu vergleichen ist meiner Meinung nach ziemlich unpassend.
Und zwischen Sich-ein-Einkommen-verschaffen und kapitalistischer Gewinnmaximierung passen auch mehr als zwei Paar Schuhe.

vandendrieschen:

--- Zitat von: jlies am 20 Nov 24, 08:43 ---Wennn man für sein Geld arbeiten muß, und das tun diese Leute ja, besteht vermutlich schon ein bedingtes Interesse daran, daß das Ergebnis der Rechnung nicht ins Negative rutscht.

--- Ende Zitat ---
Du, ich habe dieses Zeit x Geld Gen = Gewinn oder wie auch immer, nicht in mir oder beigebracht bekommen.
Klar muss jeder sein Einkommen erwirtschaften. Einfacher wärs ja man druckt eckiges Geld und jeder bekommt jeden Monat 2000 Euro und muss/kann davon leben (dadurch gibt es meines Erachtens auch keine Geldentwertung wie es immer behauptet wird, sonst wär das Geld schon lange wertlos bei den vielen Arbeitslosen im Land).
Wenn ich etwas herstelle (Selbständig wäre) und dafür sagen wir 5000 Euro in Auftrag gebe, ist mir das persönlich gleich, ob ich selber dafür 10 oder 60 Stunden benötige. Die 5000 Euro sind doch für mich entscheidend. Darum kann ich diese Logik nicht nachvollziehen. Kann sein, dass es daran  liegt, dass ich nicht kapitalgetrieben bin. Und als Angestellte habe ich das gleiche Problem, was mich immer zu bauchschmerzen führen lässt, da ich mit meinen Aufgaben nie zeitgebunden fertig werde, weil immer hier und da noch was ist, oder fehlt. Das Problem hatte ich aber schon in der Schulzeit bei Arbeiten. Projektbezogene Zeiterfassung lassen mir schon die Haare zu berge stehen. Es liegt mir  nicht und ich kann nicht auf definierte Zeit arbeiten.

Viele Grüße, von ner Dummen.

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