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Autor Thema: Irland: Glimmer in hellem Stein  (Gelesen 2778 mal)

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Offline mikamoma

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Irland: Glimmer in hellem Stein
« am: 22 Jun 25, 15:32 »
Hallo Gesteinbestimmungs-Experten,

dieser Stein stammt von einem Strand in Irland (Donegal - Malinbeg Beach), am Fuss der Klippen. Beim Anfassen bröselt der Stein leicht . Die Größe ist ca 13x11cm.

Es gibt eine deutliche Schichtung mit Glimmer. Von daher müsste das metamorphes Gestein sein, oder? Aber was ist der weisse Anteil? Kann das aus Sandstein entstanden sein?

Laut Atlas besteht die Gegend aus Daldarian, also präkambrisches Sediment das während der kaledonischen Gebirgsbildung metamorphisiert wurde.

Vielen Dank für Hinweise,
Monika

Mit Salzsäure schäumt nichts, und mit Messer kann ich nicht ritzen.

Offline vandendrieschen

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Re: Glimmer in hellem Stein
« Antwort #1 am: 23 Jun 25, 10:06 »
Es gibt eine deutliche Schichtung mit Glimmer. Von daher müsste das metamorphes Gestein sein?
Ja

Zitat
Aber was ist der weisse Anteil?
Metamorphisches Gestein wie Granodiorit oder Glimmerdiorit. Hat also Qarz, Plagioklas und Feldspatanteil.

Zitat
Kann das aus Sandstein entstanden sein?
Nein. Sandstein ist jünger.

Zitat
Laut Atlas besteht die Gegend aus Daldarian, also präkambrisches Sediment das während der kaledonischen Gebirgsbildung metamorphisiert wurde.
Mit Salzsäure schäumt nichts, und mit Messer kann ich nicht ritzen.
Kann auch nicht bei magmatischen Tiefengesteinen.

Offline oliverOliver

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Re: Glimmer in hellem Stein
« Antwort #2 am: 23 Jun 25, 11:17 »
juliane, ich müsste da auf einiges antworten - will bzw. kann mir da jetzt aber nicht die Zeit dazu nehmen.

Nur kurz: nach Diorit / Granodiorit siehts mir nicht aus - das wäre ja ein Magmatit. Wenn schon, müsste es ein Meta-Diorit sein, was ich hier mal eher nicht vermute. Die deutliche Schieferung (ehemalige Schichtung??) mit dem lagenweise angereicherten (und eingeregelten?) Glimmer lässt mich hingegen eher ein Meta-Sediment annehmen.

" Sandstein ist jünger." - so generalisiert ist das eine völlig unsinnige Aussage. Die Art des Gesteins an sich hat (meist) nichts (oder zumindest wenig) mit dem Alter zu tun, sondern v.a. mit den Bildungsbedingungen.
Wenn, wie Mikamoma schreibt, dort metamorphisiertes präkambrisches Sediment ansteht, kann das sehr wohl einen Sandstein als Ausgangsgestein gehabt haben.



Offline Chrisch

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Re: Glimmer in hellem Stein
« Antwort #3 am: 23 Jun 25, 13:18 »
Dann tu ich das: Wenn man von Geologie und Petrographie scheinbar noch nicht einmal Grundkenntnisse hat, oder diese nicht anwenden kann, wäre es wünschenswert, nicht einfach mit irgendwelchen tw. scheinbaren Fachbegriffen und Zusammenhängen um sich zu werfen oder zu würfeln. Das ist nicht im Sinne des Fragestellers, noch derer, die den Unsinn dann wieder richtigstellen dürfen...  ??? >:D

Sandstein ist einfach ein Sedimentgestein aus Partikeln hauptsächlich im Korngrößenbereich von 0,063-2 mm und bildet sich seitdem es Erosion gibt, quer durch alle Erdzeitalter bis heute...

Gruß Chrisch

P.S. Den Spruch mit dem Schuster und seinem Werkzeug lasse ich diesmal...

Offline vandendrieschen

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Re: Glimmer in hellem Stein
« Antwort #4 am: 23 Jun 25, 15:02 »
Hat sich aber nicht vor granitischen Gesteinen gebildet. -> "Kann das aus Sandstein entstanden sein?"

P.S. Den Spruch mit dem Schuster und seinem Werkzeug lasse ich diesmal...
Dan dürften 98% kein Auto fahren und keinen PC bedienen, weil sie keine Informatiker sind.

Offline Chrisch

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Re: Glimmer in hellem Stein
« Antwort #5 am: 23 Jun 25, 17:00 »
Denkfehler: nicht Auto oder PC bauen oder reparieren/programmieren! Deshalb halte ich mich als einfacher User aus dementsprechenden Diskussionen auch heraus.
Ansonsten fällt mir dazu eine Begebenheit aus meiner Armeezeit Mitte der 80er ein, als nach Dienstschluß der KC, ein Hauptmann, vorbeikam, und interessiert fragte, was ich für ein Buch lese, und dann meinte, oh, ich dachte "Die Römerin", das sieht auch so aus...

Aber zurück zum ursprünglichen Thema - hier wird die Geologie der fraglichen Gegend sehr anschaulich beschrieben:

https://www.biowin.at/all/Pflanzen/aufnahmeorte/Irland/Geologie%20Norddonegal/Geologie%20Norddonegal.htm

Hilfreich wären seitliche Bilder, die den Lagenbau besser zeigen. Am einfachsten ist theoretisch eine Entstehung aus einer Abfolge tonig-sandigen Lagen, die sich jetzt als Schiefer-Quarzit-Wechsellagerung zeigen. In wie weit diese Lagen noch sedimentäre Strukturen darstellen oder einen tektonischen Lagenbau, läßt sich an Hand des Steins/der Bilder ohne Kenntnis der lokalen/regionalen Geologie eher nur raten, da Quarz sehr mobil ist. Die kleinen dunklen Stellen könnten kontaktmetamorphe Mineralneubildungen sein, also im älteren Nebengestein in der Nähe einer Granitintrusion.

Aus "klassischem Qz-" Sandstein entsteht bei der Metamorphose Quarzit. Der sog. Quarzolith (obere Ecke Streckeisendiagramm) entsteht lt. minat aus anderen Gesteinen (https://www.mindat.org/min-48123.html: "In many cases these rocks may be hydrothermally altered granitoids (i.e greisen) rather than true igneous rocks.")

Über eine Altersstellung sagt das aber wieder nichts: Das Alter granitischer Gesteine ist genauso variabel und vom geologischen Umfeld/Plattentektonik abhängig - Granit kann in sandsteinhaltige Gesteinsserien intrudieren und liefert durch Verwitterung/Abtragung/Transport das Material für die Entstehung von Sandstein...

Gruß Chrisch

« Letzte Änderung: 23 Jun 25, 17:35 von Chrisch »

Offline mikamoma

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Re: Glimmer in hellem Stein
« Antwort #6 am: 23 Jun 25, 19:37 »
Besten Dank - dass das aus einer tonigen-sandigen Ablagerung entstanden ist, macht für mich Sinn.  Dann könnte man das als Semipelit bezeichnen, oder?

Der Link ist super :)

Ich habe noch ein Foto von der Seite gemacht, und man sieht dass der Glimmer auf der einen Seite stärker ausgeprägt ist. Würde das eher für eine Kontaktmetamorphose sprechen? An sich könnte es auch regionale Metamorphose entstanden sein, oder?

Herzliche Grüße,
Monika


 

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