Glück Auf!
mit Verweis auf den Disclaimer zur Mineralienreinigung vorab:
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Reinigen%20und%20Konservieren%20von%20MineralienEs ist ein Unterschied, ob man ungeduldig, laienhaft und stümperhaft oder mit Erfahrung, Wissen und Beharrlichkeit an die Reinigung herangeht. Ich verlor durch die chemische Reinigung etliche Mineralstufen, die ich aber ohne Behandlung auch nicht behalten hätte. Ich habe etliche Mineralstufen, deren Reinigungsprozess sich sehr in die Länge zog und einige Umwege enthielt, da Annahmen zur Zusammensetzung und Zustand der Stufe danebenlagen und gewählte Methoden unpassend waren. Manche Konsequenz einer Reinigungsmethode zeigte sich erst stark zeitversetzt. Vorversuche waren oft wegweisend, welche Methode funktionieren könnte. Methoden, die bei einer Druse des Fundortes gut funktionierten, scheiterten bei einer anderen Druse des gleichen Fundorts.
Bedenken zum Ergebnis wurden schon geschrieben und brauche ich nicht wiederholen. Ich war schon etliche Male in der Situation recht massige, völlig unaktraktive Limonitmassen von Quarzstufen zu entfernen. Die beste Methode oder Kombination einzelner Methoden ist abhängig vom Fund. Oft lohnt es sich, mit einer mechanischen Reinigung so viel wie möglich von dem Limonit zu entfernen: Hochdruckreiniger, (Draht)Bürste, Präparierstichel,... . Methode und Ausmaß der Anwendung sind abzuwägen, so dass man die zu erhaltenen Partien nicht schon im Vorfeld beschädigt. Bei massigem Limonit sind bei mir danach entweder Salzsäue oder Oxalsäure zum Einsatz gekommen. Erfolgreich war ich bei Stufen mit mehrere Zentimeter dickem tonig-grusigem Limonit mit Einlegen in konzentrierter Salzsäure für Wochen oder Monate an einem warmen, ungestörten Standort. Die Stufen sahen danach kaum besser aus, aber die Krusten sind so mürbe geworden, dass der Hochdruckreiniger beträchtliche Mengen der unästhetischen Störmassen leicht beseitigen konnte. Andere Stufen habe ich auch schon über Monate in Oxalsäure eingelegt. Auch mit gutem Ergebnis. Bei manchen Funden zog sich die Reinigung über Jahre hin. Aber die Ergebnisse begeistern. Und auch wenn ich heute noch manchmal die eine oder andere Stufe etwas ungläubig beschnuppere und mißstrauisch begutachte, so finde ich doch keine Anzeichen für noch nachträglich aus irgendwelchen Ritzen kriechenden Chemikalienresten.
Und herzlichen Glückwunsch zu den Funden. Den Bildern nach zu urteilen, wäre ich auch geneigt, mit der chemischen Reinigung mehr Quarz freizulegen.
mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut