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Autor Thema: Antimonite Ichinokawa-Mine  (Gelesen 1891 mal)

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Offline alfredo

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Antimonite Ichinokawa-Mine
« am: 28 May 24, 14:21 »
https://www.mineralienatlas.de/?l=2680

Die Ichinokawa-Mine, über die in Artikeln im Mineralogical Record und in Lapis berichtet wurde, ist zu Recht weltberühmt für ihre fabelhaften Stibnite und ihre 1.300-jährige Geschichte. Die Außenseite der Mine und ihre wunderschöne Umgebung können weiterhin besichtigt werden, zusammen mit einem Museum vor Ort, das dem Stibnit und der Geschichte der Mine gewidmet ist.

Doch leider machen sich japanische Sammler Sorgen über die Zukunftspläne der Stadtverwaltung von Saijo, die für dieses ländliche Gebiet zuständig ist. Das Dorf Ichinokawa selbst, in dem sich die Minenanlagen und das Museum befinden, hat eine ältere und schrumpfende Bevölkerung, die derzeit nur noch vier Einwohner zaehlt, und es ist leicht vorherzusehen, dass es in diesem Tal in einigen Jahren keine menschliche Bevölkerung mehr geben wird. Die Stadt Saijo möchte Geld sparen, indem sie das Tal einfach dem dichten Wald überlässt. Sie möchten den Inhalt des Museums, das sich derzeit im Dorfgemeinschaftszentrum (ehemals Dorfschulgebäude) befindet, in ein größeres Gebäude außerhalb des Tals verlegen, das Historische Museum der Stadt Saijo, auf der anderen Seite der Berge, neben der Autobahn.

Die japanische Sammlergemeinschaft hat zwei Sorgen:
1) Wenn der Museumsinhalt aus dem Dorf Ichinokawa verlegt wird, geht sein Kontext als Minenmuseum verloren. Die Verbindung zu seiner Umgebung, den Bergen, Stollen, Halden usw. würde verloren gehen.
2) Ohne das Museum direkt am Bergwerksstandort gibt es keinen finanziellen Grund mehr, die Straßen freizuhalten, und das gesamte Tal wird schnell überwuchert. Sammler und Studenten der Bergbaugeschichte hätten keinen Zugang mehr zu dem Gebiet und auch keinen Einblick in die alten Lagerstaettenabbau.

Deshalb hat eine Kampagne begonnen, um die Stadtregierung von Saijo vom internationalen Interesse an der Ichinokawa-Mine zu überzeugen. Sie scheinen sich nicht darüber im Klaren zu sein, dass dieser von ihnen kontrollierte Ort von irgendetwas anderem als lokalem Interesse ist. Der Erhalt von Briefen oder Postkarten aus mehreren fremden Ländern, von Sammlern und Museen würde ihnen dabei helfen zu verstehen, dass sie die Kontrolle über etwas von weltweitem Interesse haben. Bitte Briefe senden an folgende Adresse:

Public Relations Division (Kohou Gakari),
City Promotion Development Office,
Saijo City Hall,
164 Akeyashiki, Saijo City,
Ehime Prefecture, JAPAN 793-8601

Japanische Sammler werden für jede internationale Unterstützung dankbar sein!
« Letzte Änderung: 28 May 24, 14:57 von oliverOliver »

Offline oliverOliver

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Re: Antimonite
« Antwort #1 am: 17 May 25, 16:36 »
hallo Alfredo,
wie ist da der Stand der Dinge nach gut einem Jahr?
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Offline giantcrystal

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Re: Antimonite
« Antwort #2 am: 17 May 25, 18:26 »
Die Antimonpreise sind derzeit sehr hoch...

wäre es da nicht an der Zeit für einen Investor / Explorationsfirma, sich Ishinokawa mal wieder anzuschauen ?

Ist ernst gemeint...und kann ja mit Geotourismus verbunden werden...

Herzliches Glück Auf

Thomas


Offline oliverOliver

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Re: Antimonite
« Antwort #3 am: 17 May 25, 18:41 »
Zitat
wäre es da nicht an der Zeit für einen Investor / Explorationsfirma, sich Ishinokawa mal wieder anzuschauen ?

und wenns dann nicht beim Anschauen bleibt, sondern mehr draus wird, ists mit den historischen Bergbauspuren erst recht vorbei -
also aus montanhistorischer Sicht wär da der Wald noch die bessere Lösung ...  >:D
ga
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Offline giantcrystal

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Re: Antimonite
« Antwort #4 am: 17 May 25, 21:47 »
Wohl kaum... ::)

Moderner Bergbau unterscheidet sich durchaus von historischen....und dieser wird in der Regel von modernen Bergbau umgangen !

Gruss & Glück Auf

Thomas

Offline oliverOliver

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Re: Antimonite
« Antwort #5 am: 18 May 25, 20:31 »
Eine sehr optimistische Sichtweise ......  ::)

Nur ein paar zufällig ausgewähltes Beispiele:

- https://www.mineralienatlas.de/?l=33028
Zitat:
"Auf dem Gelände der Sos Enattos Mine wurde bereits seit der Römerzeit durch Grabungen, Schächte und Tunnel Erz abgebaut. Im Jahr 1960, mit dem Abbau der Lagerstätte, wurden diese Spuren unwiederbringlich gelöscht."

- https://www.mineralienatlas.de/?l=1439
Zitat:
"Bereits in römischen Zeiten hatte das Stollensystem eine Länge von 145 km, wie archäologische Funde, u.a. Schrifttafeln, beweisen. Traurige Berühmtheit erlangte der einst staatlich geführte Bergbau durch zahlreiche Schlagzeilen über den Verkauf an einen kanadischen Minenbetreiber (Gabriel Resources), der in nur wenigen Jahren die Restbestände an Gold und Silber (zusammen ca. 57 Millionen Unzen) mittels eines großflächigen Tagebaus fördern möchte und auch vor dem Einsatz von Cyanid nicht zurückschreckt. Eine dauerhafte Zerstörung der wunderschönen Landschaft und der einmaligen Kulturgüter wären die Folgen. "

- https://www.mineralienatlas.de/?l=36136
Am Ada Tepe gab es zwar archäologische Rettungsgrabungen, die Befunde des bronzezeitlichen Goldbergbaus und der Bergbausiedlung erfassten - aber die Rettungsgrabungen waren eben deswegen nötig, weil die Zerstörung durch den modernen Bergbau absehbar war.

Ließe sich beliebig fortsetzen .....

edit:
ein lesenswerter Artikel dazu:
https://www.researchgate.net/publication/391045853_Eine_globale_Montanarchaologie_im_Spannungsfeld_technischer_Herausforderungen_und_politischer_sowie_wirtschaftlicher_Interessenslagen_In_Blickpunkt_Archaologie_012025#fullTextFileContent
und die wikipedia-Seite zu Sakdrissi:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sakdrissi

edit 2:
Und selbst beim UNESCO-Weltkulturerbe Krzemionki mines gibts diesbezügliche Probleme:
https://polanddaily24.com/prehistoric-flint-mines-at-risk-unesco-status-threatened-by-quarry-expansion/news/44755
« Letzte Änderung: 06 Jun 25, 20:57 von oliverOliver »

 

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